Für Männer mit einer symptomatischen oder fertilitätsrelevanten Varikozele stellt die Embolisation eine katheterbasierte Alternative zur chirurgischen Ligatur dar, die ambulant durchgeführt werden kann. Da hierbei über das Venensystem gearbeitet wird und kein Schnitt in Skrotumnähe erforderlich ist, fragen sich viele Patienten, was während des Eingriffs genau geschieht. Der folgende Überblick beschreibt die typischen Schritte – wobei individuelle Technik und Anatomie den genauen Ablauf im Einzelfall verändern können.
Schritt eins: Venenzugang
Die Varikozelen-Embolisation beginnt mit dem Zugang zum Venensystem, meist über eine Vene in der Leiste (V. femoralis) oder, in manchen Zentren, über eine Vene am Hals (V. jugularis interna) oder am Arm. Über eine kleine Nadelpunktion wird eine Schleuse eingebracht, durch die Katheter und weitere Instrumente vorgeschoben werden. Dieser Schritt erfolgt unter Lokalanästhesie; die meisten Patienten bleiben während des gesamten Eingriffs wach, teils unterstützt durch eine leichte Sedierung zur Verbesserung des Komforts.
Schritt zwei: Vorschieben zur V. gonadalis
Nach Herstellung des venösen Zugangs führt der interventionelle Radiologe einen Katheter unter fluoroskopischer (Röntgen-)Kontrolle durch das Venensystem bis zur V. gonadalis – der Spermatikalvene, die das Blut aus dem Hoden ableitet und bei einer Varikozele abnorm erweitert ist und einen Reflux aufweist. Zur Bestätigung der Anatomie und zur Darstellung des Ausmaßes des venösen Refluxes wird Kontrastmittel injiziert, bevor der Eingriff fortgesetzt wird.
Schritt drei: Zielbestätigung durch Venografie
Bevor Embolisationsmaterial appliziert wird, erfolgt eine Venografie (eine Röntgenaufnahme mit Kontrastmittel), um den vollständigen Verlauf der V. gonadalis darzustellen und etwaige Kollateral- oder Akzessoriusvenen zu identifizieren, die ebenfalls behandelt werden müssen. Dieser Schritt ist bedeutsam, da eine unvollständige Behandlung von Kollateralwegen bei manchen Patienten als anerkannter Faktor für ein Rezidiv gilt; eine gründliche Bildgebung unterstützt eine vollständigere Behandlung.
Schritt vier: Applikation des Embolisationsmaterials
Sobald die Zielvene und relevante Kollateralen dargestellt sind, wird Embolisationsmaterial – meist Coils, teils in Kombination mit einem Sklerosierungsmittel oder einem Gefäßverschluss-Plug, je nach Präferenz des Operateurs und individueller Anatomie – an bestimmten Punkten entlang der Vene platziert, um einen Verschluss zu erreichen. Ziel ist es, den Rückfluss des Blutes in der Vene zu unterbinden und gleichzeitig den normalen venösen Abfluss an anderer Stelle zu erhalten. Üblicherweise wird abschließend eine erneute Venografie durchgeführt, um zu bestätigen, dass der Fluss durch die behandelte Vene erfolgreich unterbrochen wurde.
Schritt fünf: Verschluss der Zugangsstelle und Erholung
Nach Bestätigung des Verschlusses werden Katheter und Schleuse entfernt und die kleine Zugangsstelle durch manuellen Druck oder ein Verschlusssystem versorgt. Die meisten Patienten werden anschließend für einen kurzen Zeitraum überwacht und können danach noch am selben Tag nach Hause entlassen werden – bei der Mehrheit der geeigneten Patienten handelt es sich somit tatsächlich um einen ambulanten Eingriff.
Was ist bei einem Rezidiv zu beachten?
Bei manchen Patienten tritt nach der Embolisation ein Rezidiv der Varikozele auf, das mit unvollständig behandelten Kollateralvenen, anatomischen Varianten oder der natürlichen Biologie des venösen Refluxes im Zeitverlauf zusammenhängen kann. Die in der Literatur berichteten Rezidivraten variieren je nach Studie und Technik; jedes Rezidiv sollte von einem qualifizierten Arzt beurteilt werden, um zu bestimmen, ob eine erneute Embolisation, ein chirurgisches Vorgehen oder eine abwartende Kontrolle am geeignetsten ist.
Die Devices hinter dem Verschluss der Varikozele
Ein zuverlässiger, stabiler Verschluss der V. gonadalis hängt von Embolisationsdevices ab, die für eine kontrollierte Freisetzung und ein minimales Migrationsrisiko konzipiert sind. INVAMED stellt den MultiBEAM Embolization Plug her, ein selbstexpandierendes, mehrlappiges Nitinol-Verschlussdevice mit herstellerseitig berichteten Indikationen, die auch die Behandlung der Varikozele umfassen; weitere Informationen finden Sie auf der Produktseite des MultiBEAM Embolization Plug. Verfügbarkeit und Indikationen variieren je nach Land; die Gebrauchsanweisung (IFU) ist stets zu konsultieren.
Geräteverfügbarkeit und Regulierungsstatus variieren je nach Land. Bitte wenden Sie sich an INVAMED oder Ihren autorisierten Händler vor Ort, um aktuelle Informationen zu den für Ihre Region geltenden Vorschriften zu erhalten.
