„Muss das irgendwann wieder raus?" ist eine Frage, die orthopädische Chirurginnen und Chirurgen häufig von Patientinnen und Patienten hören, deren Fraktur gut ausgeheilt ist, die aber weiterhin das Osteosynthesematerial unter ihrer Haut spüren. Es gibt keine allgemeingültige Antwort darauf, ob Platten und Schrauben entfernt werden sollten — die Entscheidung ist individuell und hängt von einer Kombination aus Symptomen, Implantatlage, Alter der Patientin bzw. des Patienten, Aktivitätsniveau und eventuell während der Heilung aufgetretenen Komplikationen ab. Dieser Artikel stellt die wichtigsten Faktoren dar, die Chirurginnen und Chirurgen bei der Erwägung einer elektiven Materialentfernung typischerweise abwägen, ohne eine pauschale Antwort nahezulegen.
Ist eine Materialentfernung jemals medizinisch notwendig?
Die Entfernung lässt sich in zwei grobe Kategorien einteilen, und diese Unterscheidung ist wichtig dafür, wie die Entscheidung angegangen wird.
Die medizinisch indizierte Entfernung wird erwogen, wenn ein konkretes klinisches Problem vorliegt — eine Infektion um das Implantat, Materialversagen oder -bruch, eine Schraube oder Platte, die eine mechanische Reizung umliegender Sehnen oder Weichteile verursacht, oder eine Pseudarthrose, die eine Revisionsoperation erfordert. In diesen Situationen wird die Entfernung (mitunter kombiniert mit einer Revisionsosteosynthese) im Allgemeinen vom behandelnden Chirurgen als Teil der Behandlung des zugrunde liegenden Problems empfohlen.
Die elektive Entfernung hingegen wird von der Patientin bzw. dem Patienten gewünscht oder vom Chirurgen erwogen, ohne dass eine konkrete Komplikation vorliegt — häufig, weil das Material tastbar oder leicht unangenehm ist oder die Patientin bzw. der Patient schlicht kein dauerhaftes Implantat bevorzugt. Die elektive Entfernung ist optional und wird im Einzelfall beurteilt, statt ein Standardschritt nach der Frakturheilung zu sein.
Welche Faktoren wägen Chirurgen vor einer Empfehlung zur Entfernung ab?
Mehrere Variablen fließen typischerweise in das Gespräch zwischen Chirurg und Patientin bzw. Patient ein:
- Symptome — anhaltende Schmerzen, Reizungen oder ein Einklemmgefühl nahe dem Material sprechen eher für eine Entfernung als Material, das lediglich sichtbar oder tastbar ist, ohne Beschwerden zu verursachen.
- Lage — Material nahe der Hautoberfläche mit dünner Weichteildeckung (etwa im Bereich des Sprunggelenks, des Schlüsselbeins oder des Ellenbogens) ist häufiger mit Reizungen verbunden als Material in Bereichen mit dickerer Muskeldeckung, wie dem Femur.
- Alter und Aktivitätsniveau der Patientin bzw. des Patienten — jüngere, sehr aktive Patientinnen und Patienten oder Sportlerinnen und Sportler sprechen eine Entfernung häufiger an, etwa wegen Bedenken hinsichtlich der Materialprominenz bei Aktivität, wobei dies keine feste Regel ist.
- Status der Knochenheilung — eine Entfernung wird im Allgemeinen erst erwogen, wenn die Fraktur vollständig ausgeheilt ist und die Bildgebung eine ausreichende Knochenkonsolidierung bestätigt, da eine vorzeitige Entfernung den heilenden Knochen gefährden könnte.
- Infektionsvorgeschichte — jede vorangegangene Infektion um das Material verändert die Risikoabwägung und wird typischerweise vorsichtiger beurteilt.
- Operationsrisiko eines zweiten Eingriffs — jede zusätzliche Operation birgt eigene Risiken, einschließlich Anästhesierisiken, Infektion und der Möglichkeit einer erneuten Fraktur durch alte Schraubenlöcher, was gegen den potenziellen Nutzen der Entfernung abgewogen werden muss.
Verursacht das Belassen von Material langfristige Probleme?
Bei den meisten Patientinnen und Patienten werden belassene Platten und Schrauben aus biokompatiblen Materialien wie Titan dauerhaft gut vertragen und erfordern keine Entfernung allein aufgrund des Zeitablaufs. Titanimplantate, einschließlich solcher, die in Systemen wie der CytroFIX-Marknagellinie eingesetzt werden, sind im Allgemeinen für eine langfristige Biokompatibilität nach Ausheilung der Fraktur konzipiert. Das bloße Vorhandensein von Material ohne Symptome gilt üblicherweise nicht als Entfernungsgrund.
Wann könnte ein Chirurg von einer Entfernung abraten?
Chirurginnen und Chirurgen können von einer elektiven Entfernung abraten, wenn das Material asymptomatisch ist, wenn die Entfernung ein relevantes Operationsrisiko im Verhältnis zum Nutzen birgt oder wenn sich das Implantat an einer Stelle befindet, an der die Extraktion technisch schwierig ist oder ein höheres Risiko für Nerven- oder Sehnenverletzungen birgt. In manchen Fällen rechtfertigt eine Platte oder Schraube, die kosmetisch als „störend" empfunden wird, nicht die Risiken einer zusätzlichen Operation, insbesondere wenn keine funktionelle Beeinträchtigung vorliegt.
Wie wird die Entscheidung tatsächlich getroffen?
Letztlich ist die Frage, ob Platten und Schrauben entfernt werden sollten, eine gemeinsame Entscheidung von Patientin bzw. Patient und Chirurg, basierend auf einer körperlichen Untersuchung, einer Bildgebungsauswertung und einem Gespräch über die individuellen Ziele und Anliegen der Patientin bzw. des Patienten. Es gibt keine pauschale Empfehlung, die für jedes Implantat oder jede Patientin bzw. jeden Patienten gilt — ein qualifizierter Arzt bestimmt die Eignung für eine Entfernung anhand des individuellen klinischen Bildes. Weitere Hintergrundinformationen zu den bei der Frakturfixation eingesetzten Materialtypen finden Sie auf der Seite orthopädische Traumatologie von INVAMED.
Ab welchem Zeitpunkt nach der Operation kommt eine Materialentfernung überhaupt infrage?
Eine Entfernung wird typischerweise erst erwogen, wenn die Fraktur vollständig ausgeheilt ist, was durch Kontrollbildgebung und klinische Beurteilung durch den behandelnden Chirurgen bestätigt wird. Der Zeitpunkt variiert je nach Frakturtyp, Lokalisation und individuellem Heilungsverlauf.
Geräteverfügbarkeit und Regulierungsstatus variieren je nach Land. Bitte wenden Sie sich an INVAMED oder Ihren autorisierten Händler vor Ort, um aktuelle Informationen zu den für Ihre Region geltenden Vorschriften zu erhalten.
