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Orthopedic & Trauma SolutionsJuly 3, 2025INVAMED Medical Affairs

Der proximale Femurnagel: Konstruktion für die Hüftregion

Wie ein proximaler Femurnagel für die Hüftregion konstruiert wird – vom trochantären Eintrittspunkt bis zur Zugschraubenfixierung in Schenkelhals und Hüftkopf.

Ein Implantat für die Hüftregion zu konstruieren bedeutet, ein sehr spezifisches anatomisches Problem zu lösen: Der obere Oberschenkelknochen ist kurz, gewinkelt und bei jedem Stehen und jedem Schritt enormen mechanischen Belastungen ausgesetzt. Der proximale Femurnagel (PFN) ist genau auf dieses Problem hin konzipiert. Anders als ein klassischer Femurschaftnagel, der über die gesamte Knochenlänge verläuft, ist ein proximaler Femurnagel speziell so geformt und konstruiert, dass er Frakturen im Bereich der Hüfte adressiert – am häufigsten intertrochantäre und subtrochantäre Frakturen. Seine Konstruktion beginnt an einem sehr präzisen Punkt des Knochens: der Spitze des Trochanter major.

Warum ist die Positionierung des Eintrittspunkts so entscheidend?

Ein proximaler Femurnagel wird typischerweise über einen Eintrittspunkt an oder nahe der Spitze des Trochanter major eingebracht – jener knöchernen Erhebung, die man an der äußeren Hüfte tasten kann. Dieser trochantäre Eintrittspunkt wird gewählt, weil er einen vergleichsweise geraden Zugang in den Femurkanal ermöglicht und dabei die umgebende Hüftabduktorenmuskulatur weniger beeinträchtigt als alternative Eintrittsstellen. Diesen Ausgangspunkt korrekt zu wählen, ist auch mechanisch von Bedeutung: Ein Eintrittspunkt, der relativ zur Achse des Markkanals fehlpositioniert ist, kann nach Belastung des Konstrukts zu einer Winkelspannung auf Nagel und umgebenden Knochen führen. Dies ist einer der Gründe, weshalb die präzise Wahl des Eintrittspunkts in der Operationstechnik für diese Implantate besonders betont wird.

Wie erreicht der Zugschraubenmechanismus die Fixierung im Schenkelhals?

Das kennzeichnende Merkmal des proximalen Femurnagels ist eine Zugschraube – bei manchen Designs auch eine Spiralklinge –, die durch das proximale Nagelende in einem bestimmten Winkel bis in Schenkelhals und Hüftkopf verläuft. Dieses Bauteil ist es, das das Fragment aus Schenkelhals und Hüftkopf tatsächlich fasst und es am Hauptnagelkörper im Markraum verankert. Da die Zugschraube die Frakturlinie selbst kreuzt, sind ihre Position und Eindringtiefe im Hüftkopf wichtige technische Details, die intraoperativ bildgebend beurteilt werden. Manche Systeme des proximalen Femurnagels verwenden eine einzelne große Zugschraube, andere zwei kleinere parallele Schrauben oder ein klingenförmiges Implantat – jeweils unterschiedliche konstruktive Ansätze für dasselbe zugrunde liegende Ziel: die Rotation zu kontrollieren und zu verhindern, dass das Hüftkopffragment wandert oder in eine Varusfehlstellung kollabiert.

Warum eignet sich diese Geometrie für intertrochantäre und subtrochantäre Frakturen?

Intertrochantäre Frakturen liegen im Bereich zwischen Trochanter major und Trochanter minor, während subtrochantäre Frakturen sich unmittelbar unterhalb des Trochanter minor fortsetzen – beide Regionen sind bei Belastung erheblichen Biege- und Rotationskräften ausgesetzt. Die kanalbasierte Position eines proximalen Femurnagels ermöglicht in Kombination mit der Fixierung der Zugschraube im Hüftkopf, dass das Konstrukt die mechanische Last gemeinsam mit dem umgebenden Knochen trägt, anstatt dass das Implantat allein sämtliche beim Stehen oder Gehen entstehenden Kräfte aufnehmen muss. Diese lastteilende Eigenschaft ist mit ein Grund, warum zephalomedulläre Konstruktionen dieser Art zu einer verbreiteten Option für Frakturmuster in dieser spezifischen anatomischen Zone geworden sind – insbesondere für Muster, die aufgrund von Trümmerzonen oder einer Ausdehnung in Richtung subtrochantärer Region als weniger stabil gelten.

Welche weiteren konstruktiven Details zeichnen einen proximalen Femurnagel aus?

Neben Eintrittspunkt und Zugschraubenmechanik weisen proximale Femurnägel häufig eine proximale Biegung oder Krümmung auf, die der Anatomie des oberen Oberschenkelknochens angepasst ist, distale Verriegelungslöcher zur Rotationskontrolle des Schaftsegments sowie eine insgesamt kürzere Baulänge als ein klassischer Femurschaftnagel in voller Länge, da das Implantat auf die proximale Region und nicht auf den gesamten Knochen ausgerichtet ist. Auch die Materialwahl spielt eine Rolle: Titanlegierung, etwa der Güteklasse Ti-6Al-4V ELI, wird in dieser Implantatkategorie häufig eingesetzt – wegen ihrer Kombination aus Biokompatibilität, Korrosionsbeständigkeit und einem Elastizitätsmodul, das dem von Knochen näherkommt als Edelstahl, was allgemein als günstig für die Kraftübertragung zwischen Implantat und Knochen während der Heilung gilt.

Wie geht INVAMED die Konstruktion proximaler Femurnägel an?

Cytronics, eine orthopädische Division von INVAMED, fertigt zephalomedulläre Nagelkonstruktionen für den proximalen Femur als Teil der breiteren Produktfamilie CytroFIX Intramedullärer Femurnagel, gefertigt aus medizinischer Titanlegierung mit der für diese Implantatkategorie typischen anatomischen Krümmung und Verriegelungsschraubenkonfiguration. Wie bei allen zephalomedullären Implantaten wird die für eine gegebene Fraktur geeignete Nagelkonfiguration vom behandelnden Chirurgen anhand der Bildgebung und der Frakturklassifikation festgelegt. Weiterführende Informationen zu den Traumafixationssystemen von INVAMED finden sich auf der Kategorieseite Orthopädie- und Traumalösungen; länderspezifische Indikationen sind der jeweiligen Gebrauchsanweisung (IFU) des Produkts zu entnehmen.

Was ist der Unterschied zwischen einer Zugschraube und einer Klinge in einem proximalen Femurnagel?

Eine Zugschraube ist eine mit Gewinde versehene Schraube, die den Knochen in Schenkelhals und Hüftkopf fasst, während ein klingenförmiges Implantat einen anderen Querschnitt aufweist, der den umgebenden Knochen eher komprimieren als ein Schraubengewinde durch ihn schneiden soll. Beide verfolgen konstruktiv dasselbe Ziel: das Hüftkopffragment am Nagelkörper zu verankern.

Warum liegt der Eintrittspunkt am Trochanter major und nicht an anderer Stelle des Oberschenkelknochens?

Die Spitze des Trochanter major bietet einen vergleichsweise direkten Zugang zum Femurkanal und schränkt gleichzeitig die Hüftabduktorenmuskulatur weniger ein als andere mögliche Eintrittsstellen. Die präzise Positionierung des Eintrittspunkts beeinflusst zudem, wie sich die Kräfte im Nagel verteilen, sobald dieser beim Stehen und Gehen belastet wird.

Benötigt jede Fraktur im Hüftbereich einen proximalen Femurnagel?

Kein einzelner Implantattyp ist universell für jede Fraktur im Hüftbereich geeignet; Faktoren wie Frakturstabilität, Lokalisation und die Einschätzung des Chirurgen beeinflussen die Wahl des Implantats. Ein qualifizierter Arzt bestimmt anhand der Bildgebung und des individuellen Frakturmusters den am besten geeigneten Fixationsansatz.


Geräteverfügbarkeit und Regulierungsstatus variieren je nach Land. Bitte wenden Sie sich an INVAMED oder Ihren autorisierten Händler vor Ort, um aktuelle Informationen zu den für Ihre Region geltenden Vorschriften zu erhalten.

Geprüft von: INVAMED Medical Affairs

Dieser Inhalt dient der Fortbildung von medizinischem Fachpersonal und stellt keine medizinische Beratung dar. Beachten Sie stets die klinischen Leitlinien und die Gebrauchsanweisung.

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