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Venous StentsDecember 24, 2021INVAMED Medical Affairs

Nitinol-Venenstents: Materialien und Design erklärt

Ein technischer Blick auf Nitinol-Venenstent-Materialien, das Verhalten selbstexpandierender Formgedächtnislegierungen und Überlegungen zum Large-Cell-Design.

Nitinol-Venenstents sind Implantate aus einer Nickel-Titan-Legierung, die speziell für ihre Fähigkeit zur Selbstexpansion und Anpassung an die mechanischen Anforderungen des venösen Systems entwickelt wurde. Anders als Arterien arbeiten Venen unter niedrigerem, variablerem Druck und sind einer äußeren Kompression durch umliegende Muskeln und Gelenke ausgesetzt – insbesondere im iliofemoralen Bereich, in dem viele Venenstents platziert werden. Dieser Artikel erklärt auf technischer Ebene, warum Nitinol bei der Konstruktion von Venenstents eingesetzt wird, wie seine Formgedächtniseigenschaften funktionieren und was Large-Cell-Design für die Stent-Leistung bedeutet.

Warum wird Nitinol anstelle anderer Metalllegierungen verwendet?

Nitinol besteht aus nahezu gleichen Anteilen Nickel und Titan und gilt als Formgedächtnislegierung aufgrund seiner Fähigkeit, nach Verformung in eine vorgegebene Form zurückzukehren. Diese Eigenschaft macht Nitinol besonders geeignet für venöse Anwendungen, bei denen ein Stent in einen Einführkatheter komprimiert, durch das Gefäßsystem navigiert und anschließend nach der Freisetzung zuverlässig auf einen vorbestimmten Durchmesser expandieren muss. Biokompatible Metalllegierungen wie Nitinol werden für Implantatsysteme ausgewählt, weil sie die für gewundene Gefäßanatomien erforderliche mechanische Flexibilität mit der für eine langfristige Implantation notwendigen Haltbarkeit vereinen. Der Atlas Venenstent ist ein Beispiel für ein selbstexpandierendes Nitinol-Implantatsystem, das für venöse Obstruktionen entwickelt wurde und die Offenheit erhalten sowie den Fluss im behandelten Segment unterstützen soll.

Wie funktioniert der Selbstexpansionsmechanismus?

Selbstexpandierende Nitinol-Stents beruhen auf einer Eigenschaft namens Superelastizität, die es dem Metall erlaubt, ohne dauerhafte Verformung in ein niedrigprofiliges Einführsystem komprimiert zu werden. Sobald die Einführschleuse am Zielort zurückgezogen wird, expandiert der Stent allmählich zu seinem gefertigten Durchmesser und übt dabei eine kontinuierliche, sanfte Radialkraft auf die Gefäßwand aus – anders als die plötzliche, hochkräftige Expansion, die mit ballonexpandierbaren Designs verbunden ist. Diese allmähliche Radialkraft gilt im venösen System als vorteilhaft, da die Gefäßwände dort dünner und nachgiebiger sind als arterielle Wände und der Stent sich an fortlaufende Formveränderungen des Gefäßes durch umliegende anatomische Strukturen und Patientenbewegungen anpassen muss.

Was bedeutet Large-Cell-Design, und warum ist es wichtig?

Large-Cell-Design bezeichnet Größe und Geometrie der offenen Zwischenräume innerhalb der Maschenstruktur des Stents im expandierten Zustand. Bei Venenstent-Plattformen wie dem Atlas Venenstent soll das Large-Cell-Design einen kräftigen Fluss durch das behandelte Segment fördern und intraluminale Druckgradienten reduzieren – das heißt, es ist darauf ausgelegt, den Strömungswiderstand für das durch den gestenteten Venenabschnitt fließende Blut zu minimieren. Größere Zellöffnungen können zudem beeinflussen, wie der Stent mit Seitenästen interagiert und sich der Gefäßkrümmung anpasst. Hersteller wägen die Zellgröße gegen Radialkraft und Gerüststabilität ab, da die Zellgeometrie eine von mehreren Designvariablen ist, die gemeinsam bestimmen, wie ein Stent in unterschiedlichen venösen Anatomien funktioniert.

Wie adressiert das Stent-Design das Migrationsrisiko?

Migration – also die Verschiebung eines Stents aus seiner ursprünglichen Platzierungsposition – wird vom Zusammenspiel aus Radialkraft, Stentlänge und Wandanlage (Apposition) beeinflusst. Der Atlas Venenstent ist für ein dauerhaftes Gerüst ausgelegt, das den Gefäßdurchmesser erhalten und gleichzeitig das Migrationsrisiko unter den variablen Druckverhältnissen, die für das venöse System charakteristisch sind, reduzieren soll. Wie bei jedem Implantat ist eine angemessene, gemäß der Gebrauchsanweisung (IFU) des Geräts durchgeführte Dimensionierung im Verhältnis zum Zielgefäß ein zentraler Faktor dafür, wie gut ein Stent einer Verschiebung im Zeitverlauf widersteht. Diese Festlegung erfolgt durch den behandelnden Arzt anhand präprozeduraler Bildgebung.

Welche allgemeinen Kontraindikationen bestehen im Zusammenhang mit dem Gerätedesign?

Da Nitinol-Venenstents auf einem gleichmäßigen Kontakt zwischen dem expandierten Gerät und der Gefäßwand beruhen, können bestimmte anatomische Gegebenheiten die Eignung beeinflussen. Vom Hersteller genannte Kontraindikationen für den Atlas Venenstent umfassen starke Gefäßschlängelung oder Durchmesserabweichung, aktive lokale Infektionen sowie allgemeine Kontraindikationen gegen endovaskuläre Verfahren. Diese Faktoren werden vom behandelnden Arzt im Rahmen der Patientenbeurteilung berücksichtigt und sind ausführlicher in der Gebrauchsanweisung (IFU) des Produkts beschrieben.

Einen umfassenderen Überblick über die Geräteplattformen dieser Kategorie finden Sie auf der Produktseite Venenstents.

Ist Nitinol für eine langfristige Implantation sicher?

Nitinol ist eine biokompatible Metalllegierung, die häufig in einer Vielzahl von langfristig implantierbaren Geräten eingesetzt wird. Die individuelle Eignung, einschließlich etwaiger Metallsensibilitäten, wird jedoch vom behandelnden Arzt im Einzelfall gemäß der Gebrauchsanweisung (IFU) des Geräts beurteilt.


Geräteverfügbarkeit und Regulierungsstatus variieren je nach Land. Bitte wenden Sie sich an INVAMED oder Ihren autorisierten Händler vor Ort, um aktuelle Informationen zu den für Ihre Region geltenden Vorschriften zu erhalten.

Geprüft von: INVAMED Medical Affairs

Dieser Inhalt dient der Fortbildung von medizinischem Fachpersonal und stellt keine medizinische Beratung dar. Beachten Sie stets die klinischen Leitlinien und die Gebrauchsanweisung.

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