„Löst das am Flughafen den Alarm aus?" und „Kann ich überhaupt noch ein MRT bekommen?" gehören zu den häufigsten Fragen, die Patientinnen und Patienten stellen, nachdem ihnen zur Stabilisierung einer Fraktur eine Platte, Schraube oder ein Nagel eingesetzt wurde. MRT-Untersuchungen mit Metallimplantaten und das Passieren der Flughafensicherheitskontrolle sind in den allermeisten Fällen problemlos möglich, erfordern jedoch spezifische Vorsichtsmaßnahmen statt pauschaler Annahmen. Dieser Artikel trennt Fakten von verbreiteten Missverständnissen zu beiden Themen, da die Unsicherheit rund um Implantate und Bildgebungs- beziehungsweise Kontrollgeräte weit verbreitet ist, obwohl die zugrunde liegenden Regeln recht klar definiert sind.
Können Personen mit orthopädischen Implantaten sicher ein MRT erhalten?
Die meisten modernen orthopädischen Implantate, darunter viele Platten, Schrauben und Marknägel aus Titanlegierung, werden so hergestellt, dass sie unter den in der Gebrauchsanweisung (IFU) definierten spezifischen Bedingungen mit der MRT-Bildgebung kompatibel sind. Titanlegierungen, wie sie in orthopädischen Trauma-Implantaten verwendet werden, sind in der Regel nicht ferromagnetisch, das heißt, sie werden vom Magnetfeld des MRT nicht stark angezogen — ein wesentlicher Grund, warum Titanimplantate bei bestimmungsgemäßer Anwendung häufig als MRT-kompatibel gelten. Dennoch ist „MRT-kompatibel" keine pauschale, universelle Aussage; sie hängt vom jeweiligen Implantat, seinem Material, seiner Größe und Konfiguration sowie mitunter von der Feldstärke des verwendeten Scanners ab. Radiologische Abteilungen fragen vor einer Untersuchung in der Regel detailliert nach Art des Implantats, und Patientinnen und Patienten sollten jegliches Implantat stets angeben, selbst wenn sie sich über das genaue Material nicht sicher sind.
Was sollten Sie dem MRT-Personal vorab mitteilen?
Vor jedem MRT-Termin werden Patientinnen und Patienten mit orthopädischen Implantaten in der Regel gebeten, möglichst genaue Angaben zu ihrem Implantat zu machen — dazu zählen die Art des Implantats, das ungefähre Operationsdatum sowie idealerweise Hersteller und Modell. Genau hier wird ein Implantatausweis nützlich, der mitunter vom Operationsteam oder der Klinik zum Zeitpunkt des Eingriffs ausgehändigt wird, da er üblicherweise Hersteller, Modell und Material des Implantats aufführt. Das radiologische Personal nutzt diese Angaben, um vor der Untersuchung zu bestätigen, dass das Implantat innerhalb der vom Hersteller festgelegten MRT-sicheren oder MRT-bedingten Parameter liegt. Ist kein Implantatausweis vorhanden, können Patientinnen und Patienten die Implantatdaten häufig bei der Patientenakten-Abteilung der operierenden Einrichtung anfordern, oder die überweisende Praxis verfügt bereits über diese Information.
Warum lösen manche Implantate am Metalldetektor Alarm aus und andere nicht?
Metalldetektoren und Körperscanner an Flughäfen reagieren empfindlich auf Metallmasse und bei manchen Detektortypen auch auf magnetische Eigenschaften, sodass orthopädische Implantate unabhängig davon, ob es sich um Titanlegierung, Edelstahl oder ein anderes chirurgisches Metall handelt, einen Alarm auslösen können. Die Empfindlichkeit der Detektoren variiert je nach Flughafen, Gerätetyp und Sicherheitseinstellungen, sodass dasselbe Implantat an einem Kontrollpunkt Alarm auslösen kann und an einem anderen nicht. Dies ist ein normaler, zu erwartender Vorgang und kein Hinweis auf ein Problem mit dem Implantat selbst; das Sicherheitspersonal ist geschult, solche Situationen als Teil der routinemäßigen Kontrollverfahren zu handhaben.
Wie sollten Reisende mit Implantaten die Sicherheitskontrolle am Flughafen angehen?
Die Sicherheitskontrolle für Reisende mit orthopädischen Implantaten verläuft in der Regel routinemäßig und lässt sich mit etwas Vorbereitung meist zügig bewältigen. Viele Reisende finden es hilfreich, einen Implantatausweis oder ein Schreiben ihres Operateurs mitzuführen, das Art, ungefähre Lage und Operationsdatum des Implantats beschreibt und auf Wunsch dem Sicherheitspersonal vorgelegt werden kann. Löst ein Metalldetektor Alarm aus, ist eine zusätzliche Kontrolle wie ein Abtasten mit dem Handdetektor oder eine körperliche Durchsuchung ein Standardbestandteil des Sicherheitsverfahrens und kein Hinweis auf ein Problem mit dem Implantat. Etwas zusätzliche Zeit vor dem Flug einzuplanen kann helfen, Stress bei einer zusätzlichen Kontrolle zu vermeiden; Reisende sind nicht verpflichtet, Implantatdetails im Voraus offenzulegen, es sei denn, sie entscheiden sich aus eigenem Ermessen dafür.
Was ist ein Implantatausweis und wie erhalte ich einen?
Ein Implantatausweis ist ein Dokument, das mitunter zum Operationszeitpunkt ausgestellt wird und wesentliche Angaben zu einem implantierten Gerät enthält, etwa Hersteller, Modell und Material. Wurde keiner ausgehändigt, können Patientinnen und Patienten die Implantatdaten in der Regel bei der Patientenakten-Abteilung der Klinik oder des Operationszentrums anfordern. Diese Angaben griffbereit zu haben, kann sowohl die MRT-Terminplanung als auch die Sicherheitskontrolle bei Reisen erleichtern.
Geräteverfügbarkeit und Regulierungsstatus variieren je nach Land. Bitte wenden Sie sich an INVAMED oder Ihren autorisierten Händler vor Ort, um aktuelle Informationen zu den für Ihre Region geltenden Vorschriften zu erhalten.
