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Orthopedic & Trauma SolutionsSeptember 3, 2023INVAMED Medical Affairs

Infektion nach Frakturosteosynthese: Prävention und Warnzeichen

Infektion nach Frakturoperation erklärt: Risikofaktoren, standardmäßige Präventionsmaßnahmen und Warnzeichen, die eine umgehende ärztliche Abklärung erfordern.

Jede Operation, bei der Osteosynthesematerial in den Knochen eingebracht wird, birgt ein anerkanntes, wenn auch im Allgemeinen seltenes Risiko: eine Infektion nach der Frakturoperation, sei es auf die Operationswunde begrenzt oder auf das Implantat und den umgebenden Knochen selbst ausgedehnt. Zu verstehen, was dieses Risiko erhöht, welche Routinemaßnahmen zu seiner Verringerung eingesetzt werden und welche Anzeichen eine umgehende Abklärung erfordern, ist für jeden relevant, der sich von einer Frakturosteosynthese erholt. Dieser Überblick beschreibt allgemeine, gut etablierte Konzepte zur Prävention und Erkennung von Wundinfektionen – er ersetzt nicht die Anleitung durch das chirurgische Team, das die individuelle Behandlung eines Patienten betreut.

Was unterscheidet eine Wundinfektion von einer Implantatinfektion?

Eine Wundinfektion (Surgical Site Infection) bezeichnet im Allgemeinen eine auf die Inzision oder das unmittelbar umgebende Weichgewebe begrenzte Infektion und kann je nach Ausdehnung unter der Haut als oberflächlich oder tief eingestuft werden. Eine implantatassoziierte Infektion stellt bei der Frakturosteosynthese ein spezifischeres Problem dar, da Bakterien an der Oberfläche orthopädischer Implantate haften und einen Biofilm bilden können – eine Schutzschicht, die sowohl gegenüber dem Immunsystem als auch gegenüber einer Antibiotikatherapie deutlich widerstandsfähiger ist als frei schwebende Bakterien. Diese Unterscheidung ist klinisch bedeutsam, da eine Infektion, die eine Implantatoberfläche besiedelt hat, sich häufig anders verhält und ein anderes Management erfordern kann als eine auf das Weichgewebe allein begrenzte Infektion.

Welche Faktoren werden häufig mit einem höheren Infektionsrisiko in Verbindung gebracht?

Mehrere patienten- und verletzungsbezogene Faktoren werden in der orthopädischen Fachliteratur häufig als Einflussgrößen auf das Infektionsrisiko nach Frakturosteosynthese genannt, darunter:

  • Offene Frakturen, bei denen die Frakturstelle vor der chirurgischen Behandlung bereits der äußeren Umgebung ausgesetzt war, bergen im Allgemeinen ein höheres Infektionsrisiko als geschlossene Frakturen.
  • Diabetes und andere Erkrankungen, die die Immunfunktion oder Wundheilung beeinträchtigen, die die Fähigkeit des Körpers zur Beseitigung einer bakteriellen Kontamination einschränken können.
  • Rauchen, assoziiert mit verminderter Gewebeoxygenierung und eingeschränkter Wundheilungsfähigkeit.
  • Verlängerte Operationsdauer und die Komplexität der durchgeführten Osteosynthese.
  • Erhebliche Weichteilschäden zum Zeitpunkt der ursprünglichen Verletzung, die die für die Infektionsabwehr benötigte lokale Durchblutung beeinträchtigen können.

Diese Faktoren werden vom chirurgischen Team bei der Planung der Fixationsstrategie und bei der Beratung der Patienten zum individuellen Risiko in der Regel berücksichtigt.

Welche präventiven Maßnahmen gehören zur Standardpraxis?

Die Infektionsprävention bei Frakturoperationen beruht auf einer Kombination etablierter perioperativer Maßnahmen und nicht auf einer einzelnen Intervention. Die perioperative Antibiotikaprophylaxe – verabreicht im zeitlichen Umfeld der Operation gemäß standardisierten klinischen Protokollen, die vom chirurgischen und anästhesiologischen Team festgelegt werden – ist ein routinemäßiger Bestandteil der Versorgung bei Frakturosteosynthese. Eine sterile Operationstechnik, einschließlich sachgerechter Hautvorbereitung, steriler Abdeckung und Instrumentenhandhabung, wird während des gesamten Eingriffs aufrechterhalten, um die bakterielle Kontamination des OP-Feldes zu minimieren. Nach der Operation unterstützt eine angemessene Wundversorgung – einschließlich planmäßiger Verbandwechsel und Überwachung auf frühe Komplikationszeichen – die heilende Inzision während der vulnerablen frühen postoperativen Phase. Die konkrete Wahl des Antibiotikums, die Dosierung und die Behandlungsdauer sind klinische Entscheidungen, die das behandelnde medizinische Team anhand des individuellen Patienten und Eingriffs trifft, und keine Frage allgemeiner Empfehlungen.

Welche Warnzeichen erfordern eine sofortige ärztliche Versorgung?

Bestimmte Anzeichen und Symptome nach einer Frakturosteosynthese gelten allgemein als Grund für eine umgehende ärztliche Abklärung anstelle eines abwartenden Verhaltens zu Hause. Dazu gehören:

  • Fieber, insbesondere wenn es anhält oder nach einer anfänglichen Besserung in den Tagen nach der Operation neu auftritt.
  • Zunehmende Rötung, die sich von der Operationsinzision ausbreitet oder sie umgibt.
  • Wundsekretion, insbesondere wenn diese eitrig oder übelriechend wird oder im Verlauf zunimmt, statt abzunehmen.
  • Zunehmende Schmerzen an der Operationsstelle, die sich verschlimmern, statt sich im Verlauf der Genesung allmählich zu bessern.
  • Wunddehiszenz, das heißt, die Operationswunde öffnet sich oder klafft auseinander.

Jedes dieser Anzeichen sollte den Patienten veranlassen, umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, anstatt abzuwarten, ob sich die Symptome von selbst bessern, da eine frühzeitige Abklärung im Allgemeinen mehr Behandlungsoptionen ermöglicht als eine verzögerte Vorstellung.

Wie wird eine vermutete Infektion im Allgemeinen behandelt?

Die Behandlung einer bestätigten oder vermuteten Infektion nach Frakturosteosynthese ist individuell und hängt vom Ausmaß und der Lokalisation der Infektion, davon, ob das Implantat selbst betroffen ist, sowie vom allgemeinen klinischen Zustand des Patienten ab. Allgemeine, in der orthopädischen Literatur beschriebene Konzepte umfassen die chirurgische Wunddébridement zur Entfernung infizierten oder nicht vitalen Gewebes, eine gezielte Antibiotikatherapie anhand von Kulturergebnissen, sofern verfügbar, sowie in ausgewählten Fällen mit tiefer Implantatinfektion eine Revision des Osteosynthesematerials selbst. Die Ergebnisse einer Behandlung frakturbedingter Infektionen variieren je nach Fall und sind nicht garantiert; das behandelnde chirurgische und infektiologische Team bestimmt den geeigneten Behandlungsweg anhand des spezifischen klinischen Bilds.

Wie bald nach der Operation kann sich eine Wundinfektion entwickeln?

Wundinfektionen können sich zu verschiedenen Zeitpunkten während der Genesung manifestieren, von den ersten Tagen nach der Operation bis zu mehreren Wochen später; implantatassoziierte Infektionen können sich in manchen Fällen sogar noch später zeigen. Da der Zeitrahmen variiert, wird im Allgemeinen eine fortlaufende Aufmerksamkeit gegenüber dem Erscheinungsbild der Wunde und allgemeinen Symptomen während der gesamten Genesungsphase empfohlen, anstatt anzunehmen, dass das Risiko nach einer festen Anzahl von Tagen endet.

Macht Osteosynthesematerial im Knochen eine Infektion schwerer behandelbar?

Bakterien können an einer Implantatoberfläche haften und einen Biofilm bilden, der im Allgemeinen widerstandsfähiger gegenüber Antibiotika und der Immunabwehr ist als eine Infektion, die auf Weichgewebe allein begrenzt ist. Dies ist einer der Gründe, weshalb implantatassoziierte Infektionen anders beurteilt und behandelt werden als auf die Operationswunde begrenzte Infektionen und mitunter zusätzlich zur Antibiotikatherapie einen chirurgischen Eingriff erfordern.

Was sollte jemand tun, der Rötung oder Sekretion, aber kein Fieber bemerkt?

Jedes der oben beschriebenen Warnzeichen, einschließlich lokalisierter Rötung oder Wundsekretion, rechtfertigt die Kontaktaufnahme mit dem behandelnden chirurgischen Team oder eine ärztliche Abklärung, auch ohne Fieber, da nicht jede Infektion – insbesondere in einem frühen Stadium – mit Fieber einhergeht. Ein qualifiziertes medizinisches Fachpersonal ist am besten in der Lage zu beurteilen, ob der Befund eine normale Heilung oder eine sich entwickelnde Komplikation darstellt.

Weitere Informationen zu Traumafixationsimplantaten, die bei Frakturoperationen eingesetzt werden, finden Sie auf der Kategorieseite Orthopädie- und Traumalösungen von INVAMED.


Geräteverfügbarkeit und Regulierungsstatus variieren je nach Land. Bitte wenden Sie sich an INVAMED oder Ihren autorisierten Händler vor Ort, um aktuelle Informationen zu den für Ihre Region geltenden Vorschriften zu erhalten.

Geprüft von: INVAMED Medical Affairs

Dieser Inhalt dient der Fortbildung von medizinischem Fachpersonal und stellt keine medizinische Beratung dar. Beachten Sie stets die klinischen Leitlinien und die Gebrauchsanweisung.

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