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Orthopedic & Trauma SolutionsMarch 15, 2022INVAMED Medical Affairs

Implantatoberflächen: Warum die Textur zählt

Ein technischer Überblick zur Implantatoberfläche: Eloxieren, Passivieren und Oberflächenrauheit und deren Einfluss auf orthopädische Traumaimplantate.

Die Oberflächenbeschaffenheit einer orthopädischen Platte, Schraube oder eines Nagels wird neben sichtbareren Gestaltungsmerkmalen wie der Plattenkontur oder dem Schraubengewindemuster leicht übersehen, spielt jedoch eine bedeutende Rolle dafür, wie sich ein Produkt nach der Implantation verhält. Als Oberflächenbeschaffenheit bezeichnet man die mikroskopische Textur und den chemischen Zustand der äußeren Schicht eines Metallimplantats – Eigenschaften, die durch Fertigungsprozesse wie Eloxieren, Passivieren und kontrollierte Oberflächenrauheit geprägt werden. Diese Prozesse beeinflussen die Korrosionsbeständigkeit, wie Weichgewebe mit dem Implantat interagiert, und wie gleichbleibend ein Implantat über eine Produktionscharge hinweg funktioniert. Dieser Artikel betrachtet, was Implantatoberfläche in der Praxis bedeutet und warum Hersteller technischen Aufwand in diesen Bereich investieren.

Was steuert die Oberflächenbeschaffenheit bei einem Metallimplantat tatsächlich?

Auf mikroskopischer Ebene weist jede maschinell bearbeitete Metalloberfläche eine gewisse Textur auf – Erhebungen und Vertiefungen, gemessen in Mikrometern. Die Oberflächenrauheit, häufig ausgedrückt über Kenngrößen wie Ra (mittlere Rauheit), beeinflusst mehrere nachgelagerte Eigenschaften. Eine glattere Oberfläche kann die Stellen reduzieren, an denen Korrosion einsetzen könnte, und möglicherweise beeinflussen, wie unmittelbar biologische Flüssigkeit und Gewebe mit der Implantatoberfläche interagieren. Eine rauere, gezielt kontrollierte Textur wird in bestimmten Anwendungen bewusst eingesetzt, um den Kontakt zwischen Knochen und Implantat zu fördern, wobei die optimale Rauheit davon abhängt, ob eine Komponente glattgleitend bleiben soll (etwa eine artikulierende Fläche) oder knochenintegrierend wirken soll (etwa bestimmte Schaft- oder Plattenunterseitenflächen). Da Titanlegierungen wie Ti-6Al-4V ELI wegen ihrer Korrosionsbeständigkeit und Biokompatibilität häufig in Traumaimplantaten eingesetzt werden, achten Hersteller genau darauf, wie sich Bearbeitungs- und Veredelungsschritte auf die natürlich schützende Oxidschicht der Legierung auswirken.

Wie verändert das Eloxieren die Oberfläche eines Implantats?

Eloxieren ist ein elektrochemischer Prozess, der die natürliche Oxidschicht auf einer Metalloberfläche verdickt und kontrolliert, am häufigsten angewendet bei Titan- und Titanlegierungsimplantaten. Beim Eloxieren wird das Implantat in ein Elektrolytbad eingebracht, durch das ein elektrischer Strom geleitet wird, wodurch ein stabiler Oxidfilm auf der Metalloberfläche entsteht. Diese Oxidschicht wird im Allgemeinen als korrosionsbeständigkeitsfördernd berichtet und kann zudem zur Erzeugung einer sichtbaren Farbcodierung an Implantatkomponenten genutzt werden, was manche Hersteller als praktisches Hilfsmittel einsetzen, damit das OP-Personal ähnlich aussehende Teile – etwa unterschiedliche Schraubenlängen oder Plattentypen – während eines Eingriffs sicher unterscheiden kann. Eloxieren verändert nicht die mechanischen Grundeigenschaften der zugrunde liegenden Legierung – das Ziel ist eine oberflächenbezogene, keine strukturelle Modifikation.

Welche Rolle spielt die Passivierung bei der Korrosionsbeständigkeit?

Die Passivierung ist eine chemische Behandlung, typischerweise mittels Säurebad, die freies Eisen und andere Oberflächenverunreinigungen entfernt, die während der Bearbeitung entstehen, und die Bildung einer gleichmäßigen, chromreichen beziehungsweise titanoxidhaltigen Passivschicht auf der Implantatoberfläche fördert. Bei Bauteilen aus Edelstahl wird die Passivierung im Allgemeinen so verstanden, dass sie das Risiko lokalisierter Korrosion verringert, indem sichergestellt wird, dass die schützende Oxidschicht durchgängig und nicht durch eingebettete Bearbeitungsrückstände unterbrochen ist. Bei Titanimplantaten gelten ähnliche Grundsätze: Ziel ist eine saubere, chemisch stabile Oberfläche frei von Verunreinigungen, die andernfalls die inhärente Korrosionsbeständigkeit der Legierung beeinträchtigen könnten. Die Passivierung ist typischerweise einer der letzten Schritte in der Implantatherstellung, durchgeführt nach der Bearbeitung und vor der finalen Reinigung, Verpackung und Sterilisation, und wird im Allgemeinen als Teil der internationalen Qualitätsmanagementstandardsätssystemdokumentation eines Herstellers validiert.

Überlegungen zur Oberflächenrauheit bei unterschiedlichen Implantattypen

Geräteverfügbarkeit und Regulierungsstatus variieren je nach Land. Bitte wenden Sie sich an INVAMED oder Ihren autorisierten Händler vor Ort, um aktuelle Informationen zu den für Ihre Region geltenden Vorschriften zu erhalten.

Warum gilt die Passivierung als Standardschritt in der Implantatherstellung?

Die Passivierung entfernt Oberflächenverunreinigungen wie freies Eisen, die während der Bearbeitung entstehen, und trägt dazu bei, eine durchgängige, stabile Oxidschicht auf der gesamten Implantatoberfläche sicherzustellen. Dieser Schritt wird üblicherweise im Rahmen der internationalen Qualitätsmanagementstandardsätsmanagementdokumentation eines Herstellers validiert, um eine gleichbleibende Korrosionsbeständigkeit über Produktionschargen hinweg zu bestätigen.


Geprüft von: INVAMED Medical Affairs

Dieser Inhalt dient der Fortbildung von medizinischem Fachpersonal und stellt keine medizinische Beratung dar. Beachten Sie stets die klinischen Leitlinien und die Gebrauchsanweisung.

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