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Peripheral Arterial Disease (PAD)March 20, 2022INVAMED Medical Affairs

Das femoropopliteale Behandlungsrepertoire: Ballons, Stents, Atherektomie

Ein ausgewogener Überblick über das femoropopliteale Interventionsrepertoire mit einem Vergleich von Ballons, Stents und Atherektomie sowie der Auswahl der Läsionsstrategie.

Der femoropopliteale Abschnitt (Fempop) – der von der A. femoralis superficialis über die A. poplitea hinter dem Knie verläuft – ist das mit Abstand am häufigsten behandelte Areal bei der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit und zugleich eines der technisch anspruchsvollsten. Keine einzelne Gerätekategorie bewältigt zuverlässig jede fempoplale Läsion, weshalb Interventionalistinnen und Interventionalisten auf ein breiteres Repertoire zurückgreifen: reine Angioplastie, medikamentenbeschichtete Ballons, selbstexpandierende Stents und Atherektomiesysteme, häufig in Kombination.

Reine Ballonangioplastie: Die Basisoption

Die Standard-Ballonangioplastie bleibt ein grundlegendes Instrument für den Fempop-Abschnitt, insbesondere bei kürzeren, weniger komplexen Läsionen. Ihr Reiz liegt in der Einfachheit und darin, dass kein dauerhaftes Implantat zurückbleibt – mitunter als „Leave-nothing-behind"-Strategie bezeichnet. Ihre Hauptbeschränkung ist eine vergleichsweise höhere Restenoserate bei vielen Läsionstypen im Vergleich zu stärker unterstützten Ansätzen, insbesondere bei längeren Läsionen oder solchen mit deutlichem elastischem Rückstoß nach der Dilatation.

Medikamentenbeschichtete Ballons: Ergänzung um eine anti-restenotische Therapie

Medikamentenbeschichtete Ballons (DCB) bauen auf der reinen Angioplastie auf, indem sie während einer zeitlich definierten Inflation einen antiproliferativen Wirkstoff, typischerweise Paclitaxel, an die Gefäßwand abgeben, mit dem Ziel, die für die Restenose verantwortliche Intimahyperplasie zu reduzieren, ohne ein Metallgerüst zu hinterlassen. DCBs werden häufig bei De-novo-Fempop-Läsionen sowie bei In-Stent-Restenose eingesetzt. Ihre wesentliche Einschränkung besteht darin, dass sie keine mechanische Unterstützung bieten, sodass eine erhebliche Dissektion oder ein Rückstoß nach der Prädilatation trotz DCB-Behandlung weiterhin ein Stenting erforderlich machen kann.

Selbstexpandierende Nitinol-Stents: Wenn ein Gerüst benötigt wird

Wenn sich ein Gefäß nach der Ballonbehandlung nicht ausreichend offen hält oder wenn die Läsion lang oder stark erkrankt ist, bietet ein selbstexpandierender Nitinol-Stent eine mechanische Gerüststruktur, die darauf ausgelegt ist, die wiederholte Flexion und Kompression im Fempop-Abschnitt zu tolerieren. Diese mechanische Haltbarkeit ist genau der Grund, warum sich Nitinol hier als Standardmaterial etabliert hat, doch das Stenting führt ein dauerhaftes Metallimplantat und eigene Restenoseüberlegungen ein, einschließlich einer In-Stent-Intimahyperplasie im Zeitverlauf.

Atherektomie: Gefäßvorbereitung statt alleinige Behandlung

Die Atherektomie – rotationale, direktionale oder orbitale Plaqueabtragung – wird im Allgemeinen als Schritt der Gefäßvorbereitung und nicht als eigenständige Behandlung eingesetzt, insbesondere bei stark verkalkten Fempop-Läsionen, bei denen Ballons allein möglicherweise keinen ausreichenden Lumengewinn erzielen. Durch die Modifikation von Kalzium- und Plaquebelastung vor der Ballon- oder DCB-Behandlung soll die Atherektomie das Ansprechen des Gefäßes auf die nachfolgende Dilatation verbessern, adressiert jedoch für sich genommen nicht den biologischen Prozess der Restenose.

Wie diese Instrumente in der Praxis kombiniert werden

Statt eines einzigen universellen Algorithmus wird die Fempop-Behandlungsstrategie läsionsbezogen aufgebaut. Eine kurze, nicht verkalkte Stenose lässt sich mitunter allein mit Angioplastie und einem DCB behandeln. Eine stark verkalkte, längere Läsion kann eine Atherektomie zur Gefäßvorbereitung erfordern, gefolgt von DCB oder Stenting, je nachdem, wie das Gefäß nach der Abtragung reagiert. Eine Läsion mit erheblichem Rückstoß oder flusslimitierender Dissektion nach DCB-Behandlung benötigt mitunter dennoch einen als Bailout eingesetzten Stent. Diese läsionsspezifische Entscheidungsfindung, statt einer festen Regel, ist der Grund, warum die Fempop-Intervention häufig als ebenso sehr auf klinisches Urteilsvermögen wie auf technisches Können angewiesen beschrieben wird.

INVAMEDs fempop-relevante Geräte

INVAMEDs Portfolio für die femoropopliteale Intervention umfasst den Extender Drug (Eluting) PTA Balloon Catheter, ein paclitaxelbeschichtetes Gerät für periphere PTA mit laut Herstellerangaben Durchmessern von 1,5–12,0 mm und Längen von 20–220 mm, beschrieben auf der Produktseite des Extender Drug PTA Balloon Catheter. Das selbstexpandierende Atlas Peripheral Stent System des Unternehmens sowie das TemREN Rotationsatherektomiesystem vervollständigen ein Repertoire, das jede der oben beschriebenen Strategien abdeckt. Verfügbarkeit und spezifische Indikationen für jedes Gerät variieren je nach Land; die Gebrauchsanweisung (IFU) sowie die umfassendere Produktkategorie periphere arterielle Verschlusskrankheit geben hierzu weitere Auskunft.

Warum keine einzelne Technologie universell überlegen ist

Vergleichsstudien dieser Ansätze zeigen im Allgemeinen, dass die Ergebnisse stark von Läsionslänge, Verkalkung und Gefäßdurchmesser abhängen, statt dass eine Technologie über die gesamte Fempop-Erkrankung hinweg überlegen wäre. Ein qualifizierter Arzt/eine qualifizierte Ärztin wägt diese läsionsspezifischen Faktoren gemeinsam mit Begleiterkrankungen und Vorbehandlungsverlauf der Patientin bzw. des Patienten ab, wenn ein individueller Behandlungsplan erstellt wird, statt standardmäßig eine einzige bevorzugte Gerätekategorie einzusetzen.

Wie entscheiden Ärztinnen und Ärzte, welche Kombination von Instrumenten eingesetzt wird?

Die Entscheidung basiert auf Läsionslänge, Verkalkung, Referenzgefäßdurchmesser und dem Ansprechen des Gefäßes während des Eingriffs selbst, zusammen mit dem gesamten klinischen Bild und der Behandlungsvorgeschichte der Patientin bzw. des Patienten. Deshalb kann sich die konkrete Kombination der eingesetzten Instrumente zwischen zwei Patientinnen bzw. Patienten mit scheinbar ähnlichen Symptomen deutlich unterscheiden.


Geräteverfügbarkeit und Regulierungsstatus variieren je nach Land. Bitte wenden Sie sich an INVAMED oder Ihren autorisierten Händler vor Ort, um aktuelle Informationen zu den für Ihre Region geltenden Vorschriften zu erhalten.

Geprüft von: INVAMED Medical Affairs

Dieser Inhalt dient der Fortbildung von medizinischem Fachpersonal und stellt keine medizinische Beratung dar. Beachten Sie stets die klinischen Leitlinien und die Gebrauchsanweisung.

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