Dimethylsulfoxid (DMSO) ist das Lösungsmittel, das in EVOH-basierten Flüssigembolisatsystemen als Trägersubstanz verwendet wird, und seine Materialverträglichkeit mit Applikationskathetern ist eine grundlegende verfahrenstechnische Überlegung. Da DMSO bestimmte Kunststoffe angreifen kann, müssen Ärzte und das Verfahrenspersonal sicherstellen, dass der für einen bestimmten Fall gewählte Mikrokatheter für die Applikation DMSO-basierter Flüssigembolisate zugelassen ist. Dieser Leitfaden beleuchtet die wichtigsten Kompatibilitäts- und Technikfaktoren, die für interventionelle Teams relevant sind.
Warum ist die DMSO-Kompatibilität wichtig?
DMSO ist ein hochwirksames Lösungsmittel für Ethylen-Vinylalkohol-Copolymer (EVOH), wodurch flüssige Embolisate wie LIBRO bis zur Injektion in einem fließfähigen, flüssigen Zustand bleiben können. Die Lösungsmitteleigenschaften von DMSO beschränken sich jedoch nicht auf EVOH – DMSO kann auch mit bestimmten Katheteransatz-Materialien, Klebstoffen und Polymerschäften reagieren und diese angreifen, sofern diese nicht speziell für eine DMSO-Exposition zugelassen sind.
Die Verwendung eines nicht kompatiblen Katheters kann die Katheterintegrität während der Injektion beeinträchtigen und sich potenziell auf die Verfahrenssicherheit und die Geräteleistung auswirken. Aus diesem Grund gibt die Gebrauchsanweisung (IFU) jedes Flüssigembolisat-Produkts an, welche Kathetereigenschaften erforderlich oder empfohlen sind.
Was sollte vor der Auswahl eines Mikrokatheters bestätigt werden?
Interventionelle Teams überprüfen vor einem Flüssigembolisat-Fall in der Regel mehrere Faktoren:
- DMSO-zugelassene Ansatz- und Schaftmaterialien: bestätigen, dass der Hersteller des Mikrokatheters die DMSO-Kompatibilität für die vorgesehene Verweildauer angibt.
- Innenlumen-Beschichtung: einige Katheter verfügen über Beschichtungen, die die Reibung während der Injektion viskoser Flüssigembolisate reduzieren sollen.
- Totraumvolumen: die Kenntnis des internen Totraums des Katheters hilft dem Arzt, das geeignete DMSO-Spülvolumen vor der Embolisatinjektion zu berechnen, da eine unzureichende Spülung zu einer vorzeitigen Ausfällung im Katheter führen kann.
- Kompatible Mikrokatheterfamilie: Die neurovaskuläre Katheterfamilie MicroCATH von INVAMED ist für die Applikation von embolischem Material – einschließlich flüssiger Mittel und Coils – bei neurovaskulären und peripheren Interventionen ausgelegt.
Wie hängt die Injektionstechnik mit der Katheterauswahl zusammen?
Da EVOH-basierte Flüssigembolisate durch einen Lösungsmittelaustausch-Mechanismus ausfällen, sind Injektionstechnik und Katheterauswahl eng miteinander verknüpft. Ein Katheter mit übermäßigem Totraum kann ein größeres DMSO-Spülvolumen erfordern, während ein Katheter mit schlechter Vorschubfähigkeit in gewundener Anatomie die Erzielung und Aufrechterhaltung einer verkeilten Katheterposition während einer langsamen, kontrollierten Injektion erschweren kann.
Ärzte streben in der Regel an, den Mikrokatheter so nah wie anatomisch möglich an die Zielläsion vorzuschieben, die Position der Katheterspitze unter Bildgebung zu bestätigen und das spezifische Priming- und Injektionsprotokoll gemäß der Produkt-IFU zu befolgen.
Welche weiteren verfahrenstechnischen Überlegungen bestehen?
Neben der Katheterkompatibilität wägen Ärzte bei der Planung eines Flüssigembolisat-Eingriffs Gefäßanatomie, Strömungsdynamik und Läsionsmerkmale ab. Alle Embolisationsverfahren sind mit inhärenten Risiken verbunden, einschließlich der Möglichkeit einer Nicht-Zielembolisation, und Technik sowie Geräteauswahl sollten stets vom klinischen Urteil des behandelnden Arztes und der geltenden Produktkennzeichnung geleitet werden.
Häufig gestellte Fragen
Was passiert, wenn ein nicht DMSO-kompatibler Katheter verwendet wird?
Die Verwendung eines nicht für eine DMSO-Exposition zugelassenen Katheters kann während des Eingriffs zu einer Beeinträchtigung der Kathetermaterialien führen, was die Gerätesicherheit gefährden könnte. Ärzte sollten die Kompatibilität stets anhand der IFU des Flüssigembolisats bestätigen, bevor sie den Katheter auswählen.
Warum ist das Totraumvolumen bei der Applikation von Flüssigembolisaten wichtig?
Der Totraum des Katheters muss vor der Embolisatinjektion angemessen mit DMSO gespült werden, um zu verhindern, dass das EVOH-Copolymer vorzeitig im Katheterlumen ausfällt, was den Katheter verstopfen oder die Embolisatapplikation beeinträchtigen könnte.
Sind alle Mikrokatheter für die Anwendung von Flüssigembolisaten austauschbar?
Nein. Die Wahl des Mikrokatheters sollte auf dokumentierter DMSO-Kompatibilität, geeignetem Lumendurchmesser und einer für die Zielanatomie geeigneten Navigierbarkeit basieren. Der behandelnde Arzt legt die geeignete Gerätekombination für jeden Fall fest.
Verwandte INVAMED-Ressourcen
- MicroCATH Neurovaskuläre Katheterfamilie
- LIBRO nicht-adhäsives Embolisationsmittel
- Embolisationsprodukte bei INVAMED
Medizinischer Haftungsausschluss: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und Aufklärung und stellt keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlungsempfehlung dar. Er ersetzt nicht die Konsultation einer qualifizierten medizinischen Fachkraft. Indikationen, Verfügbarkeit und regulatorischer Status der Produkte variieren je nach Land. Beachten Sie stets die offizielle Gebrauchsanweisung (IFU) und konsultieren Sie für eine auf Ihre Situation bezogene Beratung einen zugelassenen Arzt. INVAMED-Produkte sind für die Verwendung durch geschultes medizinisches Fachpersonal bestimmt.
