Jede mediane Sternotomie im Rahmen einer offenen Herzoperation hinterlässt einen Knochen, der unter realer mechanischer Belastung heilen muss – vom Atmen und Husten bis hin zum einfachen Aufsetzen im Bett. Die sternale Plattenfixierung ist eine Methode, mit der Chirurgen diesen Knochen verschließen und stabilisieren, wobei anstelle traditioneller Drahtschlingen starres Titanmaterial zum Einsatz kommt. Dieser Artikel erklärt, wie sternale Plattensysteme aufgebaut sind, wie sie biomechanisch funktionieren und in welchen Situationen ein OP-Team sie in Betracht zieht.
Was ist ein sternales Plattenfixierungssystem?
Ein sternales Plattenfixierungssystem besteht im Allgemeinen aus einer oder mehreren Platten aus Titan oder einer Titanlegierung, die die Sternotomie überbrücken und mit mehreren Schrauben an jeder Sternumhälfte befestigt werden. Statt die Knochenränder wie bei der klassischen Drahtcerclage mit einer Drahtschlinge zusammenzupressen, bildet die Platte eine starre Brücke über den frakturähnlichen Spalt, den die Sternotomie hinterlässt, und verteilt die Last während der Heilung zwischen Platte und darunterliegendem Knochen. Platten werden in der Regel an die natürliche Krümmung des Sternums angepasst und können je nach Präferenz des Chirurgen und der spezifischen Sternotomie längs, quer oder in Kombination positioniert werden.
Wie unterstützt die starre Fixierung die sternale Stabilität?
Das biomechanische Grundprinzip der starren Plattenfixierung ist einfach: Durch das beidseitige Verschrauben einer steifen Platte im Knochen entlang der Sternotomie widersteht die Konstruktion der geringfügigen Hin- und Herbewegung – mitunter als Mikrobewegung bezeichnet –, die an einer heilenden Knochengrenzfläche unter mechanischer Belastung auftreten kann. Die Reduktion dieser Bewegung soll ein stabileres Heilungsumfeld unterstützen, ähnlich den Prinzipien, die auch bei der Frakturfixierung andernorts im Skelett angewandt werden. Diese Steifigkeit ist einer der Gründe, warum Plattensysteme mitunter bei Patienten in Betracht gezogen werden, deren Knochenqualität oder klinische Risikofaktoren einen weniger stabilen Verschluss bedenklicher erscheinen lassen.
Wer kommt für eine Plattenfixierung anstelle von Drähten infrage?
Chirurgen können eine starre Plattenfixierung bei Patienten mit erhöhtem Risiko für sternale Komplikationen erwägen, darunter Patienten mit Osteoporose, Diabetes, Adipositas, chronisch obstruktiver Lungenerkrankung mit ausgeprägtem Husten oder vorbestehenden Problemen mit der Sternumwunde. Auch Patienten, die sich einer Re-Sternotomie unterziehen – bei der der Knochen bereits einmal zuvor durchtrennt wurde –, gelten mitunter als Kandidaten, angesichts der bei Reoperationen häufig veränderten Knochenqualität. Die Entscheidung wird individuell getroffen, wobei ein qualifizierter Chirurg diese Faktoren gegen den zusätzlichen Zeitaufwand und die Kosten eines Plattensystems für den jeweiligen Patienten abwägt.
Was trägt das Material Titan bei?
Titan und Titanlegierungen werden für sternale Plattensysteme bevorzugt, da sie mechanische Festigkeit mit einem starken Biokompatibilitätsprofil und relativer Verträglichkeit mit medizinischer Bildgebung verbinden, einschließlich reduzierter Artefaktbildung im CT im Vergleich zu manchen anderen Metallen. Titanimplantate werden als dauerhaftes Material im Allgemeinen gut vertragen, und eine Infektion oder klinisch relevante Reaktion auf das Material selbst ist selten, wobei jedes chirurgische Fixationsmaterial ein gewisses, eher mit dem OP-Gebiet insgesamt als mit dem Metall selbst verbundenes Infektionsrisiko birgt. Weitere Hintergrundinformationen zu Titan-Fixationssystemen in der Herzchirurgie und anderen chirurgischen Fachgebieten finden Sie auf der Kategorieseite Herzchirurgie-Instrumente.
Verringert die starre Fixierung das Dehiszenzrisiko?
Die sternale Dehiszenz, eine Trennung des heilenden Sternums, ist eine anerkannte Komplikation jeder Verschlussmethode, und die Reduktion ihrer Häufigkeit ist eine der Beweggründe für starre Fixierungssysteme. Ein Teil der veröffentlichten chirurgischen Literatur berichtet über Zusammenhänge zwischen starrer Plattenfixierung und niedrigeren Dehiszenzraten in bestimmten Hochrisikogruppen, wobei die Ergebnisse je nach Studienpopulation und OP-Technik variieren und von vielen Faktoren jenseits des Fixationsmaterials allein abhängen, darunter Wundversorgung, Ernährungszustand und postoperative Aktivität des Patienten. Keine Fixationsmethode schließt das Dehiszenzrisiko vollständig aus, und jegliche bedenklichen Wundsymptome nach einer Sternotomie erfordern eine umgehende Beurteilung durch das OP-Team.
Kann eine Person mit sternaler Platte sicher eine MRT-Untersuchung durchführen lassen?
Titanimplantate gelten im Allgemeinen als MRT-kompatibel, wobei die Sicherheit vom spezifischen Implantat und den Scannerparametern abhängt. Patienten sollten das bildgebende Zentrum vor einer geplanten MRT-Untersuchung über jegliches implantiertes Material informieren, damit geeignete Vorsichtsmaßnahmen bestätigt werden können.
Geräteverfügbarkeit und Regulierungsstatus variieren je nach Land. Bitte wenden Sie sich an INVAMED oder Ihren autorisierten Händler vor Ort, um aktuelle Informationen zu den für Ihre Region geltenden Vorschriften zu erhalten.
