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Pain Management & Spine (Algology)October 1, 2024INVAMED Medical Affairs

Iliosakralgelenkschmerzen: Diagnose und Behandlungsoptionen

Die Behandlung von Iliosakralgelenkschmerzen erklärt – von der Diagnose der ISG-Dysfunktion über konservative Therapie bis zu ISG-Injektionen und ISG-Fusion.

Schmerzen im unteren Rücken und Gesäß, die sich in der Standardbildgebung nicht erklären lassen, werden mitunter auf eine kleine, aber wichtige Struktur zurückgeführt: das Iliosakralgelenk. Die Behandlung von Iliosakralgelenkschmerzen hat sich erheblich weiterentwickelt, da Kliniker bessere diagnostische Werkzeuge entwickelt haben, um dieses Gelenk als Schmerzquelle zu identifizieren – über die Annahme hinaus, dass alle unteren Rückenschmerzen von der Wirbelsäule selbst ausgehen. Dieser Artikel erläutert, wie eine ISG-Dysfunktion typischerweise identifiziert wird und welches allgemeine Spektrum an Behandlungsansätzen Ärztinnen und Ärzte in Betracht ziehen können.

Warum ist die ISG-Dysfunktion schwer zu diagnostizieren?

Die ISG-Dysfunktion ist bekanntermaßen schwer einzugrenzen, da sich das Gelenk am Übergang von Wirbelsäule und Becken befindet und dort entstehende Schmerzen in Mustern ausstrahlen können, die sich mit lumbaler Bandscheiben- oder Hüftpathologie überschneiden. Es gibt keinen einzelnen Bildgebungsbefund, der das Iliosakralgelenk in jedem Fall definitiv als Schmerzquelle bestätigt, weshalb sich die Diagnose im Allgemeinen auf eine Kombination aus klinischer Anamnese, körperlichen Untersuchungsmanövern zur gezielten Belastung des Gelenks und häufig einer diagnostischen Injektion stützt, mit der geprüft wird, ob eine vorübergehende Betäubung des Gelenks die Schmerzen des Patienten lindert. Aufgrund dieser diagnostischen Komplexität wird die ISG-Dysfunktion mitunter unterschätzt oder anderen Strukturen fälschlich zugeschrieben.

Wie gehen Ärztinnen und Ärzte typischerweise bei einem Verdacht auf ISG-Diagnose vor?

Ein strukturierter diagnostischer Ansatz beginnt in der Regel mit einer detaillierten Anamnese mit Fokus auf Schmerzlokalisation, verschlimmernde Bewegungen und vorherige Verletzungen, gefolgt von körperlichen Untersuchungstests, die versuchen, die Symptome durch spezifische Gelenkbelastungsmanöver zu reproduzieren. Deutet das klinische Bild auf das Iliosakralgelenk hin, werden häufig bildgesteuerte diagnostische Injektionen als bestätigender Schritt eingesetzt, da eine Schmerzreduktion nach einer Lokalanästhesie-Injektion in das Gelenk die Diagnose stützt. Dieser schrittweise Prozess spiegelt das allgemeine Prinzip wider, dass Behandlungsentscheidungen einer klaren diagnostischen Begründung folgen sollten, statt allein anhand der Symptome direkt zu einer Intervention überzugehen.

Was umfassen konservative Therapie und ISG-Injektionen?

Die Erstbehandlung einer bestätigten oder vermuteten ISG-Dysfunktion beginnt häufig mit konservativen Maßnahmen, einschließlich Physiotherapie mit Fokus auf Beckenstabilität und Bewegungsmuster, Aktivitätsanpassung und oraler Schmerzbehandlungsstrategien. Wenn die konservative Therapie allein keine ausreichende Linderung bringt, können ISG-Injektionen – in der Regel Kortikosteroid-Injektionen, die unter Bildsteuerung direkt in oder um das Gelenk platziert werden – sowohl als diagnostischer als auch potenziell therapeutischer Schritt erwogen werden. Diese Injektionen sollen im Allgemeinen Entzündungen und die damit verbundene Schmerzsignalübertragung im Gelenk verringern, wobei die Wirkdauer zwischen Patienten variiert und nicht als dauerhaft garantiert werden kann.

Wann kann eine ISG-Fusion in Betracht gezogen werden?

Bei Patienten mit einer gut bestätigten Iliosakralgelenk-Diagnose, deren Schmerzen trotz konservativer Therapie und Injektionen anhalten, ist die ISG-Fusion eine Option, die Ärztinnen und Ärzte besprechen können. Dieser chirurgische Ansatz soll das Gelenk im Allgemeinen durch Förderung einer knöchernen Fusion über das Gelenk hinweg stabilisieren und Schmerzen behandeln, die vermutlich durch Mikrobewegung oder Instabilität des Gelenks entstehen. Die ISG-Fusion ist typischerweise sorgfältig ausgewählten Patienten nach einer gründlichen diagnostischen Abklärung vorbehalten, da sie einen invasiveren Schritt als Injektionen oder konservative Therapie darstellt. Wie bei jedem chirurgischen Eingriff hängt die Entscheidung für eine ISG-Fusion von der individuellen Anatomie, der diagnostischen Bestätigung und einem ausführlichen Gespräch zwischen Patient und Chirurgin bzw. Chirurg über die erwartete Erholung und realistische Ziele ab.

Wie fügt sich die Behandlung von Iliosakralgelenkschmerzen in die umfassendere Wirbelsäulenversorgung ein?

Die Behandlung von Iliosakralgelenkschmerzen wird häufig gemeinsam mit einer Beurteilung der Lendenwirbelsäule und der Hüften betrachtet, da diese Regionen zu ISG-bezogenen Symptomen beitragen oder gleichzeitig mit ihnen bestehen können. Eine umfassende Untersuchung trägt dazu bei, dass die Behandlung – ob konservativ, injektionsbasiert oder chirurgisch – auf die tatsächliche(n) Quelle(n) der Schmerzen eines Patienten gerichtet ist und nicht allein aufgrund der Symptomlokalisation angenommen wird. Ärztinnen und Ärzte, die komplexe Rücken- und Beckenschmerzen behandeln, koordinieren sich häufig fachübergreifend, um zu einem individuellen Plan zu gelangen.

Ist eine ISG-Fusion ein üblicher nächster Schritt nach erfolglosen Injektionen?

Eine ISG-Fusion wird im Allgemeinen erst nach einer gut dokumentierten Diagnose in Betracht gezogen und nachdem konservative Maßnahmen und Injektionen keine ausreichende, anhaltende Linderung erbracht haben. Sie ist kein automatischer nächster Schritt für jeden Patienten und erfordert eine sorgfältige Beurteilung durch eine qualifizierte Chirurgin oder einen qualifizierten Chirurgen zur Bestimmung der Eignung.


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Geprüft von: INVAMED Medical Affairs

Dieser Inhalt dient der Fortbildung von medizinischem Fachpersonal und stellt keine medizinische Beratung dar. Beachten Sie stets die klinischen Leitlinien und die Gebrauchsanweisung.

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