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Deep Vein Thrombosis (DVT)November 24, 2022INVAMED Medical Affairs

Postthrombotisches Syndrom: Warum frühe Thrombusentfernung wichtig ist

Wie das postthrombotische Syndrom nach einer TVT entsteht und warum der Zeitpunkt der Thrombusentfernung als vorbeugender Faktor diskutiert wird.

Das postthrombotische Syndrom ist eine Langzeitkomplikation, die nach einer tiefen Venenthrombose (TVT) auftreten kann – selbst wenn sich der ursprüngliche Thrombus bereits aufgelöst hat oder behandelt wurde. Es entsteht, wenn die Vene und ihre Klappen während des Thromboseereignisses bleibende Schäden davontragen, was zu chronischen Symptomen führt, die über Jahre bestehen können. Das Verständnis der Entstehungsmechanismen erklärt, warum Zeitpunkt und Vorgehen bei der initialen TVT-Behandlung ein so häufiges Thema klinischer Diskussionen sind.

Was geschieht tatsächlich mit der Vene?

Wenn eine tiefe Vene thrombosiert, können die Gefäßwand und die empfindlichen Venenklappen im Zuge der körpereigenen Auflösung des Thrombus entzündlich verändert und vernarbt werden. Selbst nachdem der Thrombus selbst verschwunden ist, schließen diese Klappen mitunter nicht mehr richtig, sodass Blut rückwärts fließt (Reflux), anstatt effizient in Richtung Herz transportiert zu werden. Dieser Rückstau erhöht mit der Zeit den Druck im venösen System des Beins, was den zugrunde liegenden Mechanismus des postthrombotischen Syndroms darstellt.

Symptome erkennen

Zu den typischen Merkmalen zählen chronische Beinschwellungen, ein schmerzendes oder schweres Gefühl, Hautverfärbungen und in fortgeschritteneren Fällen Hautveränderungen oder Ulzerationen im Knöchelbereich. Die Symptome verschlechtern sich in der Regel bei längerem Stehen oder Sitzen und bessern sich etwas durch Hochlagern des Beins, was den zugrunde liegenden druckbedingten Mechanismus widerspiegelt. Zur Beurteilung des Schweregrads und zur Verlaufskontrolle nutzen Ärzte häufig ein strukturiertes Instrument, den sogenannten Villalta-Score.

Warum wird frühe Thrombusentfernung als vorbeugende Strategie diskutiert?

Die Überlegung hinter der frühen Thrombusentfernung lautet: Je länger der Thrombus in Kontakt mit Gefäßwand und Klappen bleibt, desto mehr Gelegenheit besteht für die Anhäufung entzündlicher Schäden. Verfahren, die die Thrombuslast schneller reduzieren, wie die mechanische Thrombektomie, werden im Zusammenhang mit einer möglichen Verringerung des Ausmaßes an Klappenschäden diskutiert – im Vergleich dazu, abzuwarten, bis die alleinige Antikoagulation einen ausgedehnten Thrombus allmählich auflöst. Dies bleibt ein Gebiet aktiver klinischer Forschung, und die Ergebnisse variieren zwischen einzelnen Patienten.

Wer trägt ein höheres Risiko?

Zu den Risikofaktoren, die häufig mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für ein postthrombotisches Syndrom in Verbindung gebracht werden, zählen eine ausgedehntere oder proximalere TVT (insbesondere mit iliofemoraler Beteiligung), ein erneuter Thrombus im selben Bein sowie ein verzögerter Behandlungsbeginn. Übergewicht und eine bestehende venöse Insuffizienz unabhängig vom TVT-Ereignis werden in der klinischen Literatur ebenfalls häufig als beitragende Faktoren genannt.

Umgang mit einem bereits bestehenden postthrombotischen Syndrom

Bei Patienten, die bereits ein postthrombotisches Syndrom entwickelt haben, steht die Behandlung in der Regel im Zeichen von Kompressionsstrümpfen mit abgestufter Kompression, Hochlagern des Beins, regelmäßiger Bewegung und Hautpflege zur Reduktion von Komplikationen. In manchen Fällen kann eine venöse Stentimplantation erwogen werden, wenn die Bildgebung eine anhaltende Obstruktion zeigt, die zu den Symptomen beiträgt. Ein qualifizierter Arzt legt die geeignete Kombination von Maßnahmen anhand des individuellen Schweregrads und der zugrunde liegenden Anatomie fest.

Das Gesamtbild zur Prävention

Auch wenn kein Vorgehen eine Verhinderung des postthrombotischen Syndroms garantiert, sind eine rasche TVT-Diagnose, eine angemessene Antikoagulation und – in ausgewählten Fällen – die Erwägung thrombusreduzierender Eingriffe Teil einer umfassenderen Strategie zum Schutz der langfristigen Venengesundheit. Die Entscheidung, welches Vorgehen für einen individuellen Patienten am besten geeignet ist, wird gemeinsam mit einem Gefäßspezialisten nach Prüfung von Thrombusausdehnung und Gesamtrisikofaktoren getroffen.

Entwickelt jeder, der eine TVT hatte, ein postthrombotisches Syndrom?

Nein. Viele Menschen erholen sich von einer TVT, ohne diese Komplikation zu entwickeln, insbesondere wenn der Thrombus kleiner war, rasch behandelt wurde und die größeren proximalen Venen nicht betroffen waren. Das individuelle Risiko hängt von mehreren Faktoren ab, die mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.


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Geprüft von: INVAMED Medical Affairs

Dieser Inhalt dient der Fortbildung von medizinischem Fachpersonal und stellt keine medizinische Beratung dar. Beachten Sie stets die klinischen Leitlinien und die Gebrauchsanweisung.

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