Muss ein großer Teil der Leber chirurgisch entfernt werden — häufig zur Behandlung von Lebertumoren oder Metastasen anderer Krebserkrankungen —, besteht eines der größten Risiken darin, dass das verbleibende Lebergewebe, das sogenannte future liver remnant (funktionelle Restleber), nach der Operation möglicherweise nicht groß genug ist, um eine ausreichende Leberfunktion aufrechtzuerhalten. Die Portalvenenembolisation ist ein vorbereitender interventionell-radiologischer Eingriff, der genau dieses Risiko adressieren soll, indem er die funktionelle Restleber bereits vor der eigentlichen Resektion zu einem größeren Wachstum anregt.
Warum ist die Größe der funktionellen Restleber so entscheidend?
Die Leber erfüllt zahlreiche essenzielle Funktionen. Wird bei einer einzigen Operation zu viel Lebergewebe entfernt, kann ein unzureichendes Volumen an funktionsfähigem Lebergewebe zurückbleiben — eine schwerwiegende Komplikation, die allgemein als postoperatives Leberversagen (post-hepatectomy liver failure) bezeichnet wird. Chirurgen und interventionelle Radiologen nutzen üblicherweise volumetrische Bildgebungsberechnungen, um abzuschätzen, ob die funktionelle Restleber — der Leberanteil, der nach der Resektion voraussichtlich verbleibt — im Verhältnis zur Körpergröße des Patienten groß genug ist, um diesen anschließend sicher zu versorgen. Deuten die Berechnungen auf eine grenzwertige oder unzureichende Restleber hin, wird die Portalvenenembolisation als Möglichkeit in Betracht gezogen, diese Sicherheitsmarge vor der Operation zu vergrößern.
Wie regt die Portalvenenembolisation das Leberwachstum an?
Die Leber wird über zwei Hauptquellen mit Blut versorgt: die Leberarterie (Arteria hepatica) und die Pfortader (Vena portae), wobei die Pfortader den Großteil der Leberdurchblutung liefert und nährstoffreiches Blut aus dem Darm transportiert. Die Portalvenenembolisation wirkt, indem sie die Pfortaderäste verschließt, die den zur Resektion vorgesehenen Leberanteil versorgen, und den portalen Blutfluss stattdessen in Richtung der funktionellen Restleber umleitet. Dieser verstärkte Blutfluss zur Restleber wird mit einer kompensatorischen Wachstumsreaktion in Verbindung gebracht, die üblicherweise als Hypertrophie bezeichnet wird und bei der sich das verbleibende Lebergewebe in den folgenden Wochen vergrößert.
Was umfasst der Eingriff selbst?
Die Portalvenenembolisation wird typischerweise perkutan durchgeführt, wobei eine Nadel und ein Katheter unter Bildgebungskontrolle in das Pfortadersystem vorgeschoben werden — häufig über eine kleine Punktion der Leber selbst, in manchen Fällen auch über einen transjugulären Zugang. Sobald ein Katheterzugang zu den relevanten Pfortaderästen erreicht ist, wird embolisches Material — häufig Partikel, Coils oder eine Kombination von Embolisaten — appliziert, um die Äste zu verschließen, die den zur Entfernung vorgesehenen Lebersegment versorgen.
Wie lange dauert es, bis die Leber vor der Operation ausreichend gewachsen ist?
Nach der Portalvenenembolisation erfolgt bei den Patienten üblicherweise einige Wochen später eine erneute volumetrische Bildgebung, um das Ausmaß der erreichten Hypertrophie der funktionellen Restleber zu messen. Wird das Wachstum anhand dieser Berechnungen als ausreichend eingeschätzt, wird die Operation fortgesetzt; ist das Wachstum unzureichend, können zusätzliche Zeit oder in manchen Fällen weitere interventionelle oder chirurgische Schritte in Betracht gezogen werden. Diese Warte- und Neubeurteilungsphase ist ein standardmäßiger, erwarteter Bestandteil des gesamten Behandlungspfads und keine Verzögerung oder Komplikation.
Was geschieht, wenn die funktionelle Restleber nicht ausreichend wächst?
Bei einem Teil der Patienten erreicht die funktionelle Restleber nach alleiniger Portalvenenembolisation keine ausreichende Hypertrophie. Dies kann das chirurgische und interventionelle Team veranlassen, den gesamten Behandlungsplan neu zu bewerten — einschließlich der Prüfung zusätzlicher Techniken, einer Anpassung des geplanten Resektionsumfangs oder in manchen Fällen der Feststellung, dass eine Resektion nicht sicher durchführbar ist. Diese Möglichkeit unterstreicht, warum die volumetrische Neubeurteilung vor der Operation als wesentlicher Sicherheitscheck und nicht als bloße Formalität gilt.
Wie viel Leberwachstum wird im Allgemeinen vor der Operation benötigt?
Der als ausreichend geltende volumetrische Schwellenwert hängt vom allgemeinen Gesundheitszustand der Leber, der Körpergröße des Patienten und dem Umfang der geplanten Resektion ab und wird vom chirurgischen und interventionell-radiologischen Team individuell berechnet. Es gibt keine einzige universelle Zahl, die für jeden Patienten gilt; diese Bestimmung erfolgt im Rahmen einer sorgfältigen präoperativen Untersuchung.
Ist die Portalvenenembolisation selbst ein risikoreicher Eingriff?
Die Portalvenenembolisation wird in der interventionell-radiologischen Fachliteratur im Allgemeinen als gut verträglicher vorbereitender Eingriff mit einer im Vergleich zur eigentlichen großen Leberoperation relativ niedrigen Komplikationsrate beschrieben. Wie bei jedem interventionellen Eingriff hängt das individuelle Risiko vom allgemeinen Gesundheitszustand ab und sollte mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.
Kann die Portalvenenembolisation mit anderen leberbezogenen Behandlungen kombiniert werden?
In manchen Behandlungspfaden kann die Portalvenenembolisation je nach Tumortyp und der vom multidisziplinären Team festgelegten Gesamtbehandlungsstrategie mit anderen leberbezogenen Therapien kombiniert oder zeitlich abgestimmt werden. Dies ist eine individuelle Entscheidung auf Grundlage der jeweiligen klinischen Situation.
Embolisationsgeräte zur Vorbereitung von Leberoperationen
Die Portalvenenembolisation ist auf Embolisationsgeräte und Katheter angewiesen, die eine selektive, kontrollierte Okklusion von Pfortaderästen ermöglichen, um den Blutfluss effektiv umzuleiten. INVAMED stellt eine Reihe von Embolisationstechnologien her, die in der interventionellen Radiologie und in hepatobiliären Anwendungen eingesetzt werden; weitere Informationen finden Sie auf der INVAMED-Produktseite für Embolisation. Verfügbarkeit und Indikationen variieren je nach Land; die Gebrauchsanweisung (IFU) ist stets zu beachten.
Geräteverfügbarkeit und Regulierungsstatus variieren je nach Land. Bitte wenden Sie sich an INVAMED oder Ihren autorisierten Händler vor Ort, um aktuelle Informationen zu den für Ihre Region geltenden Vorschriften zu erhalten.
