Wenn eine Ärztin oder ein Arzt eine PE-Thrombektomie empfiehlt, wirft das oft viele Fragen auf, insbesondere wenn die Diagnose Lungenembolie plötzlich kam. Sich vor Augen zu führen, was tatsächlich passiert – von der initialen Abklärung bis zur Erholungsphase – kann den Ablauf weniger unbekannt erscheinen lassen. Dieser Leitfaden beschreibt den allgemeinen Ablauf einer mechanischen Lungenembolie-Thrombektomie, damit Patientinnen, Patienten und Angehörige ungefähr wissen, was sie in jeder Phase erwarten können – wobei stets zu beachten ist, dass die genauen Schritte immer von der behandelnden Ärztin bzw. dem behandelnden Arzt anhand der individuellen Umstände festgelegt werden.
Was geschieht vor einer PE-Thrombektomie?
Bevor ein Kathetereingriff geplant wird, bestätigt das Behandlungsteam üblicherweise die Diagnose mittels Bildgebung wie einer CT-Pulmonalisangiografie und beurteilt, wie das Gerinnsel die Herzfunktion und den Sauerstoffgehalt beeinträchtigt. Bluttests, eine Echokardiografie und eine Durchsicht der Medikamentenanamnese – insbesondere bereits eingenommener Blutverdünner – gehören üblicherweise zu dieser Abklärung. Das Team bespricht zudem das allgemeine Blutungsrisiko und weitere Vorerkrankungen der Patientin bzw. des Patienten, da diese Faktoren beeinflussen, ob eine Thrombektomie, eine thrombolytische Therapie, eine alleinige Antikoagulation oder eine Kombination der geeignete Weg ist. Patientinnen und Patienten werden in der Regel zu kürzlicher Nahrungsaufnahme, aktuellen Medikamenten und Allergien befragt, und die informierte Einwilligung wird eingeholt, nachdem die Ärztin bzw. der Arzt den vorgesehenen Ansatz, Alternativen und allgemeine Risiken erläutert hat.
Wie wird eine Lungenembolie-Thrombektomie durchgeführt?
Eine mechanische Lungenembolie-Thrombektomie wird typischerweise in einem Angiografielabor unter Sedierung der Patientin bzw. des Patienten durchgeführt. Die interventionelle Ärztin bzw. der interventionelle Arzt punktiert eine große Vene, meist am Hals oder in der Leiste, und führt einen Katheter durch das venöse System und die rechten Herzkammern unter fluoroskopischer (Live-Röntgen-)Kontrolle bis in die Pulmonalarterie vor. Sobald der Katheter das Gerinnsel erreicht, werden Aspirationsthrombektomie-Geräte eingesetzt, um Gerinnselmaterial mechanisch zu extrahieren, häufig in mehreren Schritten, um Gerinnsel aus mehreren betroffenen Gefäßen zu entfernen. Eine Kategorie von Geräten, die in diesem Setting verwendet wird, ist ein handbetriebener mechanischer Aspirationskatheter wie der AngioHAND Clot Removal Catheter, der über eine manuell erzeugte Vakuumwirkung mittels einer Spritze oder eines Griffmechanismus arbeitet und keine kapitalintensive Vakuumpumpe erfordert, mit geflochtenen, ballonförmigen Strukturen an der Katheterspitze, die darauf ausgelegt sind, Gerinnselmaterial während der Entnahme zu umschließen. Die Ärztin bzw. der Arzt überwacht während des gesamten Eingriffs den Pulmonalarteriendruck und die Gerinnselextraktion und entscheidet, wann eine ausreichende Gerinnsellast behandelt wurde.
Welche Empfindungen oder Überwachungsmaßnahmen treten während des Eingriffs auf?
Da eine Sedierung eingesetzt wird, nehmen die meisten Patientinnen und Patienten den Eingriff selbst nur eingeschränkt wahr, wobei manche Zentren diese Eingriffe je nach klinischem Schweregrad unter Vollnarkose durchführen. Während des gesamten Eingriffs überwacht das Team fortlaufend Herzrhythmus, Blutdruck und Sauerstoffsättigung, da sich diese Parameter verändern können, während die Gerinnsellast reduziert wird und sich der Blutfluss durch die Lunge verbessert. Kontrastmittel wird üblicherweise in Intervallen injiziert, damit die Ärztin bzw. der Arzt die Pulmonalarterien darstellen und die Katheterposition bestätigen kann, was manche Patientinnen und Patienten als kurzes Wärmegefühl beschreiben.
Wie sieht die Erholungsphase nach einer PE-Thrombektomie aus?
Nach dem Eingriff werden Patientinnen und Patienten üblicherweise engmaschig überwacht, häufig auf einer Intensivstation oder Intermediate-Care-Station, um Veränderungen von Herzfrequenz, Blutdruck und Atmung zu erfassen. Die Zugangsstelle – meist in der Leiste oder am Hals – wird auf Blutungen kontrolliert, und in den ersten Stunden danach ist üblicherweise eine Bettruhe vorgesehen. Die Antikoagulation wird nach dem Eingriff im Allgemeinen wieder aufgenommen oder fortgesetzt, um die Bildung neuer Gerinnsel zu verhindern; das spezifische Schema und die Dauer werden von der Ärztin bzw. dem Arzt festgelegt. Die Dauer des Krankenhausaufenthalts variiert je nachdem, wie stark die Lungenembolie die Herz- und Lungenfunktion vor der Behandlung beeinträchtigt hat, und in den folgenden Wochen können Verlaufsbildgebung oder Echokardiografie eingesetzt werden, um die Erholung der Herzfunktion zu beurteilen.
Wie lange dauert ein PE-Thrombektomie-Eingriff üblicherweise?
Die Dauer des Eingriffs variiert je nach Gerinnsellast, Anzahl der betroffenen Gefäße und individueller Anatomie und wird am besten vom behandelnden interventionellen Team eingeschätzt und nicht anhand eines allgemeinen Zeitrahmens. Komplexe Fälle oder Eingriffe an mehreren Gefäßen dauern im Allgemeinen länger als begrenztere Eingriffe.
Ist die PE-Thrombektomie dasselbe wie eine thrombolytische Medikamententherapie?
Nein. Die Thrombektomie bezeichnet die mechanische Entfernung von Gerinnselmaterial mittels eines katheterbasierten Geräts, während die thrombolytische Therapie gerinnselauflösende Medikamente einsetzt. Manche Verfahren kombinieren beide Ansätze; die Wahl hängt von klinischen Faktoren ab, die eine qualifizierte Ärztin bzw. ein qualifizierter Arzt für jede Patientin bzw. jeden Patienten individuell beurteilt.
Muss ich nach einer Lungenembolie-Thrombektomie weiterhin Blutverdünner einnehmen?
Die meisten Patientinnen und Patienten setzen die Antikoagulationstherapie nach dem Eingriff fort, um das Risiko einer erneuten Gerinnselbildung zu verringern, wobei das spezifische Medikament und die Dauer individuell festgelegt werden. Nur eine qualifizierte Ärztin bzw. ein qualifizierter Arzt kann das geeignete Schema nach dem Eingriff anhand der zugrunde liegenden Ursache der Embolie und weiterer Gesundheitsfaktoren bestimmen.
Weitere Informationen zum breiteren Spektrum interventioneller Optionen bei gerinnselbedingten Lungenerkrankungen finden Sie auf der Kategorieseite Lungenembolie-Management.
Geräteverfügbarkeit und Regulierungsstatus variieren je nach Land. Bitte wenden Sie sich an INVAMED oder Ihren autorisierten Händler vor Ort, um aktuelle Informationen zu den für Ihre Region geltenden Vorschriften zu erhalten.
