Die meisten Lungenembolien (PE) werden nur mit Antikoagulation behandelt, die neue Blutgerinnsel verhindert, während der Körper das bestehende auflöst. Aber wenn eine LE groß genug ist, um das rechte Herz zu belasten oder zu destabilisieren, ist das Warten nicht immer sicher – und das Gerinnsel selbst muss möglicherweise entfernt oder verkleinert werden. Die Lungenembolektomie in ihrer modernen katheterbasierten Form bewirkt genau das: Sie entfernt Thromben aus den Lungenarterien, um die rechtsventrikuläre Belastung schnell zu lindern. In diesem Artikel wird erläutert, wie PE risikostratifiziert wird, wann die Entfernung von Blutgerinnseln indiziert ist und welche Katheter- und chirurgischen Optionen verfügbar sind.
Risikostratifizierung bestimmt alles
PE-Management hängt vom Schweregrad ab. Eine (massive) PE mit hohem Risiko – mit Hypotonie oder Schock – führt zu einer hohen Frühmortalität und erfordert eine schnelle Reperfusion: systemische Thrombolyse, katheterbasierte Therapie oder chirurgische Embolektomie. PE mit mittlerem Risiko (submassiv) – rechtsventrikuläre Belastung mit erhaltenem Blutdruck – ist der expandierende Bereich für Katheterinterventionen, die gewählt werden, um das rechte Herz zu entlasten und gleichzeitig das Blutungsrisiko einer vollständigen systemischen Lyse zu vermeiden. PE mit geringem Risiko wird mit Antikoagulation behandelt. Die Anpassung der Intervention an die Risikostufe ist die zentrale klinische Entscheidung.
Katheterbasierte Thrombektomie
Zwei Katheterstrategien dominieren. Bei der Aspirationsthrombektomie werden Thromben durch einen Katheter mit großem Durchmesser mechanisch aus den Lungenarterien abgesaugt. Dadurch werden Blutgerinnsel ohne ein thrombolytisches Medikament entfernt, was attraktiv ist, wenn das Blutungsrisiko hoch ist oder eine Lyse kontraindiziert ist. Kathetergesteuerte und ultraschallunterstützte Thrombolyse (behandelt in unserem CDT-Artikel) löst stattdessen Gerinnsel mit einer niedrigen lokalen Medikamentendosis auf. Die beiden Philosophien – Extrahieren oder Auflösen – werden manchmal kombiniert, und die Wahl hängt von der Stabilität, dem Blutungsrisiko und der Gerinnselbelastung ab.
Chirurgische Embolektomie
Die chirurgische Lungenembolektomie – die offene Entfernung eines Blutgerinnsels über einen kardiopulmonalen Bypass – behält eine definierte Rolle: Hochrisiko-PE, wenn die Thrombolyse fehlgeschlagen ist oder kontraindiziert ist, ein Blutgerinnsel beim Transport durch das Herz eingeschlossen ist oder wenn Katheteroptionen nicht verfügbar oder ungeeignet sind. Früher als letzter Ausweg betrachtet, haben sich die Ergebnisse in erfahrenen Zentren verbessert, und es sollte am besten als Teil einer koordinierten Reaktion und nicht als Ausweichlösung betrachtet werden.
Das PERT-Modell und die Geräte-Toolchain
Da diese Entscheidungen zeitkritisch und multidisziplinär sind, setzen viele Zentren ein Pulmonary Embolism Response Team (PERT) ein – Kardiologie, interventionelle Radiologie, Chirurgie und Intensivpflege laufen in einem einzigen Fall zusammen. Die interventionelle Werkzeugkette umfasst Aspirationssysteme mit großem Durchmesser wie den DOVI-Aspirationskatheter und das Rotationsthrombektomie- und Aspirationssystem Mantis Pro sowie Thrombolysekatheter und, wo angegeben, abrufbare IVC-Filter – die die Portfolios Lungenemboliemanagement und DVT von INVAMED umfassen. Die Auswahl richtet sich nach der Risikostufe und der Gebrauchsanweisung.
Häufig gestellte Fragen
Wann wird ein Lungenemboliegerinnsel entfernt und nicht nur verdünnt?
Wenn die LE ein hohes Risiko (mit Schock) oder ein mittleres bis hohes Risiko mit rechtsventrikulärer Belastung aufweist – Situationen, in denen die Beseitigung der Obstruktion die Ergebnisse schnell verändert und über das hinausgeht, was eine Antikoagulation allein bietet.
Was ist eine Katheteraspirationsthrombektomie bei PE?
Mechanische Entfernung von Lungenarteriengerinnseln durch einen Katheter mit großem Durchmesser, ohne ein thrombolytisches Medikament – nützlich, wenn das Blutungsrisiko eine Lyse unerwünscht macht.
Wird eine chirurgische Embolektomie noch durchgeführt?
Ja, in ausgewählten Hochrisikofällen, in denen die Thrombolyse fehlschlägt oder kontraindiziert ist oder wenn sich ein Blutgerinnsel beim Transport im Herzen verfängt. Die Ergebnisse in erfahrenen Zentren haben sich verbessert.
Was ist ein PERT?
Ein Lungenembolie-Reaktionsteam – eine multidisziplinäre Gruppe, die schnell über die beste Therapie für eine schwere LE entscheidet.
Verwandt mit INVAMED
Begleiter: kathetergesteuerte Thrombolyse, IVC-Filter. Patienten-Hub: Lungenembolie.
Geräteverfügbarkeit und Regulierungsstatus variieren je nach Land. Bitte wenden Sie sich an INVAMED oder Ihren autorisierten Händler vor Ort, um aktuelle Informationen zu den für Ihre Region geltenden Vorschriften zu erhalten.
