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Varicose VeinAugust 5, 2021INVAMED Medical Affairs

Tumeszenzanästhesie bei der Venenablation: Warum sie eingesetzt wird

Tumeszenzanästhesie erklärt: Wie die perivenöse Flüssigkeitsinfiltration bei thermischen Venenablationsverfahren betäubt und Gewebe schützt.

Wer sich auf eine endovenöse Lasertherapie oder Radiofrequenzablation vorbereitet, wird im Beratungsgespräch wahrscheinlich den Begriff Tumeszenzanästhesie hören. Tumeszenzanästhesie bezeichnet die Infiltration eines großen Volumens verdünnter Lokalanästhesieflüssigkeit um eine Vene, bevor thermische Energie angewendet wird, und spielt eine zentrale Rolle dabei, diese Verfahren sowohl angenehmer als auch sicherer für das umliegende Gewebe zu machen. Diese Flüssigkeitsschicht ist kein untergeordnetes verfahrenstechnisches Detail, sondern erfüllt mehrere eigenständige klinische Zwecke, die es sich zu verstehen lohnt, bevor man sich einer thermischen Ablation unterzieht.

Was genau ist Tumeszenzanästhesie?

Bei der Tumeszenzanästhesie wird unter Ultraschallkontrolle eine verdünnte Lösung – typischerweise ein Lokalanästhetikum, gemischt mit Kochsalzlösung und mitunter weiteren Zusätzen – in das Gewebe um die Zielvene injiziert. Der Begriff „tumeszent" bezieht sich auf das geschwollene, feste Erscheinungsbild, das das Gewebe nach der Flüssigkeitsinfiltration annimmt. Diese Technik wurde ursprünglich in anderen medizinischen Fachgebieten entwickelt, bevor sie für den Einsatz bei der endovenösen thermischen Ablation angepasst wurde, wo sie heute ein fester Bestandteil des Verfahrens ist und kein optionales Zusatzelement. Volumen und Verteilung der Flüssigkeit werden an Länge und Tiefe der zu behandelnden Vene angepasst.

Warum ist die Betäubung des Bereichs bei Venenverfahren wichtig?

Der offensichtlichste Zweck der Tumeszenzanästhesie ist die Schmerzkontrolle. Da die Flüssigkeit direkt um die Vene herum infiltriert wird, statt sich auf eine einzelne Injektionsstelle zu verlassen, sorgt sie für eine gleichmäßigere und länger anhaltende Betäubung über die gesamte Länge des zu behandelnden Gefäßes. Dies ermöglicht die Durchführung des Verfahrens am wachen, sich wohlfühlenden Patienten und macht in der Regel eine Vollnarkose überflüssig. Eine ausreichende Betäubung erlaubt es dem Arzt zudem, die gesamte Behandlungslänge zu bearbeiten, ohne die Anästhesie wiederholt neu setzen zu müssen, was einen gleichmäßigeren Verfahrensablauf unterstützt.

Wie schützt die perivenöse Infiltration umliegendes Gewebe vor Wärme?

Über die Schmerzkontrolle hinaus erfüllt die perivenöse Infiltration während der thermischen Ablation eine wichtige Schutzfunktion. Die Flüssigkeitsschicht wirkt als Puffer beziehungsweise Wärmesenke, die thermische Energie absorbiert und verteilt, die sich sonst über die Venenwand hinaus auf benachbarte Haut, Nerven oder anderes Gewebe ausbreiten könnte. Diese Schutzbarriere ist einer der Gründe, warum thermische Ablationsverfahren wie Laser- und Radiofrequenzablation bei korrekter Tumeszenztechnik im Allgemeinen als lokal sicherheitsgünstig gelten. Die Flüssigkeit komprimiert außerdem die Vene gegen den Behandlungskatheter, was den Kontakt zwischen Energiequelle und Gefäßwand verbessern und eine gleichmäßigere Behandlung entlang ihrer Länge unterstützen kann.

Benötigt jede Venenablationstechnik eine Tumeszenzanästhesie?

Die Tumeszenzanästhesie ist speziell mit thermischen Ablationstechniken wie der endovenösen Lasertherapie und der Radiofrequenzablation verbunden, da diese Verfahren Wärme erzeugen, die einen schützenden Puffer erfordert. Nicht-thermische Techniken, wie die Cyanacrylat-basierte Venenverklebung, benötigen im Allgemeinen nicht dieselbe umfangreiche Flüssigkeitsinfiltration, da keine Wärme entsteht, die abgeleitet werden müsste. Dieser Unterschied ist einer der Gründe, warum nicht-thermische und thermische Ansätze bei der Abwägung von Behandlungsoptionen durch Ärzte und Patienten häufig als getrennte Kategorien behandelt werden. INVAMEDs LaserBLOCK Krampfader-Lasersystem führt beispielsweise Begleiterkrankungen, die eine Tumeszenzanästhesie ausschließen, unter seinen vom Hersteller angegebenen Kontraindikationen auf, was unterstreicht, wie zentral diese Technik für eine sichere thermische Ablation ist.

Was sollten Patienten während des Anästhesieschritts erwarten?

Patienten, die sich auf ein thermisches Ablationsverfahren vorbereiten, können im Allgemeinen davon ausgehen, dass die Tumeszenzinfiltration erfolgt, nachdem der Behandlungskatheter in der Vene positioniert wurde, jedoch bevor die Energieabgabe beginnt. Während der Infiltration wird häufig ein gewisser Druck oder ein Völlegefühl im Bein berichtet, was jedoch typischerweise als erträglich beschrieben wird und nicht als schmerzhaft, sobald das Anästhetikum wirkt. Der Arzt überwacht die Flüssigkeitsverteilung per Ultraschall, um vor der Fortsetzung des Verfahrens eine ausreichende Abdeckung entlang der Behandlungslänge zu bestätigen. Patienten mit Fragen dazu, ob eine Tumeszenzanästhesie für ihre Situation geeignet ist, einschließlich etwaiger Begleiterkrankungen, die die Eignung beeinflussen könnten, sollten dies direkt mit ihrem behandelnden Arzt besprechen. Allgemeine Informationen zu ablationsbasierten Technologien finden sich auf der INVAMED-Produktseite für Krampfadern.

Ist die Tumeszenzanästhesie dasselbe wie eine Vollnarkose?

Nein. Die Tumeszenzanästhesie ist eine Form der Lokalanästhesie, die direkt um den Behandlungsbereich verabreicht wird und es dem Patienten ermöglicht, während des gesamten Eingriffs wach und ansprechbar zu bleiben. Dies unterscheidet sich von der Vollnarkose, die mit vollständiger Bewusstlosigkeit einhergeht und bei einer standardmäßigen endovenösen thermischen Ablation in der Regel nicht erforderlich ist.

Tut die Infiltration der Tumeszenzanästhesie weh?

Patienten berichten häufig von einem Druck- oder Spannungsgefühl während der Flüssigkeitsinfiltration sowie von einem kurzen Nadelunbehagen an den Injektionsstellen. Sobald das Anästhetikum wirkt, ist der Behandlungsbereich für den Rest des Verfahrens im Allgemeinen betäubt, wobei die individuelle Empfindlichkeit unterschiedlich ausfällt.

Warum können manche Patienten keine Tumeszenzanästhesie erhalten?

Bestimmte Begleiterkrankungen oder medizinische Zustände können die bei der Tumeszenzanästhesie eingesetzte großvolumige Flüssigkeitsinfiltration für einen bestimmten Patienten ungeeignet machen, weshalb sie bei manchen thermischen Ablationssystemen unter den vom Hersteller angegebenen Kontraindikationen aufgeführt wird. Ein qualifizierter Arzt beurteilt die Krankengeschichte jedes Patienten, um festzustellen, ob eine tumeszenzbasierte thermische Ablation oder eine alternative, nicht-thermische Technik besser geeignet ist.


Geräteverfügbarkeit und Regulierungsstatus variieren je nach Land. Bitte wenden Sie sich an INVAMED oder Ihren autorisierten Händler vor Ort, um aktuelle Informationen zu den für Ihre Region geltenden Vorschriften zu erhalten.

Geprüft von: INVAMED Medical Affairs

Dieser Inhalt dient der Fortbildung von medizinischem Fachpersonal und stellt keine medizinische Beratung dar. Beachten Sie stets die klinischen Leitlinien und die Gebrauchsanweisung.

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