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Aortic Aneurysm & Dissection RepairDecember 17, 2023INVAMED Medical Affairs

Seitenasterhalt: Flow Modulatoren vs. fenestrierte Prothesen

Ein ausgewogener Blick auf den Seitenasterhalt bei Aortenbehandlung: Wie Multilayer Flow Modulatoren und fenestrierte Endoprothesen den Schutz viszeraler Gefäße jeweils angehen.

Wenn ein Aneurysma das Aortensegment betrifft, an dem die Nieren-, Mesenterial- oder Zöliakalarterien abgehen, muss die Behandlungsplanung ein spezifisches Problem lösen: Wie kann der Aneurysmasack vom arteriellen Druck ausgeschlossen werden, ohne die Blutversorgung dieser Äste zu unterbrechen? Der Seitenasterhalt bei der Aortenbehandlung wird im Allgemeinen auf eine von zwei strukturell unterschiedlichen Arten angegangen – eine fenestrierte oder verzweigte gecoverte Endoprothese mit präzise positionierten Öffnungen oder ein Multilayer Flow Modulator mit permeabler geflochtener Wand. Kein Ansatz ist grundsätzlich überlegen; jeder spiegelt eine andere technische Lösung für dieselbe anatomische Herausforderung wider, und die richtige Wahl hängt vom Einzelfall ab.

Wie erhalten fenestrierte Prothesen den Fluss zu viszeralen Gefäßen?

Die fenestrierte endovaskuläre Aneurysmareparatur (fenestrierte EVAR) basiert auf einer gecoverten Prothese – einem undurchlässigen Gewebegerüst –, in das Öffnungen, sogenannte Fenestrierungen, präzise ausgeschnitten und exakt auf die Ursprungspunkte der viszeralen Äste jedes Patienten ausgerichtet werden. Da sich die Anatomie der Seitenäste bei jedem Patienten geringfügig in Winkel, Abstand und Durchmesser unterscheidet, werden fenestrierte Prothesen typischerweise individuell gefertigt oder anhand detaillierter präoperativer Bildgebung konfiguriert. Diese Individualisierung ist eine Stärke: Einmal korrekt platziert, schaffen die Fenestrierungen einen direkten, abgedichteten Zugang zu jedem angesteuerten Ast. Sie ist zugleich ein Planungsfaktor, da individuelles Fenestrierungsdesign und die Fertigung in der Regel eine gewisse Vorlaufzeit und präzise Vermessung erfordern, bevor der Eingriff terminiert werden kann.

Wie erreicht ein Flow Modulator dasselbe Ziel auf anderem Weg?

Ein Multilayer Flow Modulator versucht dagegen gar nicht erst, einzelne Öffnungen auf einzelne Äste auszurichten. Seine poröse, geflochtene Multilayer-Wand soll die Flussgeschwindigkeit und Turbulenz beim Eintritt in den Aneurysmasack reduzieren, während Blut weiterhin durch die Wand zu den jeweils darunterliegenden Seitenästen gelangen kann. Da kein Schritt zur Ausrichtung von Fenestrierungen erforderlich ist, gilt dieser Ansatz im Allgemeinen als eher „von der Stange" verfügbare Option, die nicht von einer individuellen Fertigung zur Anpassung an die spezifische Astgeometrie eines Patienten abhängt. Diese Flexibilität ist ein bedeutsamer praktischer Vorteil in Fällen mit komplexer Anatomie oder wenn die Zeit bis zur Behandlung ein Faktor ist, geht jedoch mit einem anderen Mechanismus des Sackausschlusses einher als eine vollständig abgedichtete Prothese.

Was sollte bei komplexer Aneurysmaanatomie abgewogen werden?

Komplexe Aneurysmafälle – insbesondere solche mit mehreren eng beieinanderliegenden viszeralen Ästen, thorakoabdominaler Ausdehnung oder ungünstiger Angulation – führen häufig zu einem detaillierten Vergleich dieser Ansätze. Zu den üblichen Erwägungen zählen die Anzahl und Position der beteiligten Seitenäste, die verfügbare Vorlaufzeit bis zur Behandlung, das Ausmaß der anatomischen Variabilität zwischen den Ästen sowie die Erfahrung des behandelnden Teams mit der jeweiligen Devicekategorie. Fenestrierte und verzweigte Prothesentechnologie – hier generisch beschrieben, ohne Bezug auf einen bestimmten Hersteller – bleibt für viele komplexe Fälle eine etablierte Option. Ein Multilayer Flow Modulator stellt eine anders konstruierte Alternative dar, die auf einer permeablen statt einer abgedichteten Wand basiert.

Wo INVAMEDs Flow Modulator in dieser Diskussion einzuordnen ist

INVAMED fertigt den STENA Multi-Layer Flow Modulator for Peripheral, ein Beispiel für die oben beschriebene Flow-Modulator-Kategorie. Als herstellerseitig berichtete Daten gibt INVAMED eine technische Erfolgsrate von 98,2 % in einer Studie mit 55 Patienten an, wobei keine perioperative Paraplegie beobachtet wurde und bislang mehr als 243 Patienten behandelt wurden. Dies wird als eine berichtete klinische Erfahrung dargestellt, nicht als Vergleichsstudie gegenüber fenestrierter Prothesentechnologie, und sollte gemeinsam mit der unabhängigen ärztlichen Beurteilung der Anatomie betrachtet werden. Weiterführende Informationen zu dieser Behandlungskategorie finden Sie auf der Kategorieseite Aortenaneurysma- und Dissektionsbehandlung von INVAMED.

Hat einer der beiden Ansätze einen nachgewiesenen Vorteil gegenüber dem anderen?

Ein genereller Sieger ist hier nicht etabliert; jeder Ansatz spiegelt eine andere technische Lösung wider – abgedichtet und präzise fenestriert versus porös und flussmodulierend – und die geeignete Wahl hängt von der individuellen Anatomie, der verfügbaren Planungszeit und der ärztlichen Erfahrung ab, nicht von einer universellen Rangfolge.


Geräteverfügbarkeit und Regulierungsstatus variieren je nach Land. Bitte wenden Sie sich an INVAMED oder Ihren autorisierten Händler vor Ort, um aktuelle Informationen zu den für Ihre Region geltenden Vorschriften zu erhalten.

Geprüft von: INVAMED Medical Affairs

Dieser Inhalt dient der Fortbildung von medizinischem Fachpersonal und stellt keine medizinische Beratung dar. Beachten Sie stets die klinischen Leitlinien und die Gebrauchsanweisung.

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