Die Schaumsklerotherapie ist eine weit verbreitete Technik zur Behandlung von Krampfadern (Varizen), retikulären Venen und kleineren Venennetzwerken, die nicht immer ideale Kandidaten für eine thermische Ablation darstellen. Anstelle einer reinen Flüssiglösung wandelt der Arzt ein Verödungsmittel in einen Schaum um und injiziert diesen unter visueller oder Ultraschallkontrolle direkt in die betroffene Vene. Der Schaum verdrängt das Blut im Gefäß, sodass das Sklerosierungsmittel großflächiger mit der Venenwand in Kontakt kommt, was eine gleichmäßigere Verschlussreaktion entlang des behandelten Abschnitts unterstützt. Dieser Artikel erläutert, wie die Technik vorbereitet und durchgeführt wird und wo sie typischerweise innerhalb eines umfassenderen Venenbehandlungsplans zum Einsatz kommt.
Woraus besteht Verödungsschaum?
Verödungsschaum entsteht durch das Mischen eines flüssigen chemischen Sklerosierungsmittels mit einem Gas, üblicherweise Luft oder einem schwer löslichen Gasgemisch, in einem festgelegten Verhältnis. Der entstehende Schaum besitzt eine Konsistenz, die einen längeren Kontakt mit der Gefäßwand ermöglicht als eine reine Flüssiginjektion, da er weniger leicht durch den zirkulierenden Blutstrom verdünnt oder ausgespült wird. Diese physikalische Eigenschaft ist einer der Gründe, warum schaumbasierte Verfahren häufig als nützlich für Venen unterschiedlichen Durchmessers beschrieben werden – von feinen retikulären Venen und Besenreisern bis hin zu größeren Seitenastvarizen. Die konkrete Konzentration des Sklerosierungsmittels sowie das Verhältnis von Schaum zu Flüssigkeit werden vom behandelnden Arzt anhand von Venengröße, Lage und patientenindividuellen Faktoren festgelegt.
Wie funktioniert die Tessari-Methode?
Die Tessari-Methode zählt zu den am häufigsten beschriebenen Techniken zur Herstellung von Verödungsschaum im klinischen Alltag. Dabei werden zwei über einen Dreiwegehahn verbundene Spritzen verwendet, zwischen denen das flüssige Sklerosierungsmittel und das Gas wiederholt hin- und hergeführt werden. Diese schnelle Mischbewegung schert die Flüssigkeit in kleine, relativ gleichmäßige Mikrobläschen auf und erzeugt so eine stabile Schaumkonsistenz. Ein stabiler, homogener Schaum gilt allgemein als wichtig, da er beeinflusst, wie gleichmäßig sich das Mittel entlang des behandelten Venenabschnitts verteilt. Es gibt Varianten dieses manuellen Mischverfahrens, und manche Praxen verwenden standardisierte Kits, doch das zugrunde liegende Prinzip der mechanischen Durchmischung von Flüssigkeit und Gas bleibt gleich.
Injektion von Schaum in Krampfadern und retikuläre Venen
Nach der Herstellung wird der Schaum über eine feine Nadel oder einen Katheter injiziert, häufig unter Ultraschallkontrolle bei tiefer liegenden oder größeren Venen bzw. unter direkter Sicht bei oberflächlichen retikulären Venen und Besenreisern. Die Ultraschallkontrolle ermöglicht es dem Arzt, die korrekte Nadellage im Venenlumen zu bestätigen und den Schaum in Echtzeit zu verfolgen, während er den behandelten Abschnitt ausfüllt. Nach der Injektion wird üblicherweise eine leichte Kompression auf den Bereich ausgeübt, und Kompressionsstrümpfe werden häufig für eine gewisse Zeit danach empfohlen, um den Gefäßverschluss zu unterstützen und die Wahrscheinlichkeit von eingeschlossenem Blut in der behandelten Vene zu verringern. Die Anzahl der erforderlichen Sitzungen variiert je nach Ausmaß und Muster der Venenerkrankung.
Wo ordnet sich die Schaumsklerotherapie unter den Venenbehandlungen ein?
Die Schaumsklerotherapie wird häufig bei retikulären Venen, Besenreisern sowie bei verbliebenen oder wiederkehrenden Varizen eingesetzt, einschließlich kleinerer Seitenastvenen, die nach der Behandlung einer größeren insuffizienten Stammvene wie der Vena saphena magna zurückbleiben können. Sie gilt allgemein als flexible Option, da sie sich an geschlängelte oder verzweigte Gefäße anpassen lässt, die mit einem geraden Katheter unter Umständen schwerer zugänglich sind. In vielen Behandlungspfaden wird die Schaumsklerotherapie zusammen mit anderen Verfahren eingesetzt; so kann beispielsweise eine größere Stammvene zunächst mit einem endovenösen thermischen oder nicht-thermischen Verschlusssystem behandelt werden, während die Schaumsklerotherapie kleineren verbliebenen Seitenästen vorbehalten bleibt. Ein qualifizierter Arzt bestimmt anhand der Venenkartierung und der individuellen Anatomie, welche Kombination von Techniken – falls überhaupt – angemessen ist.
Welche Aspekte sollten Patienten mit einem Arzt besprechen?
Wie bei jedem injektionsbasierten Gefäßeingriff gibt es bei der Schaumsklerotherapie Aspekte, die im Rahmen eines Vorgesprächs besprochen werden sollten, darunter Venengröße und -lage, Hautempfindlichkeit sowie frühere Reaktionen auf Sklerosierungsmittel. Vorübergehende Blutergüsse, leichte Verfärbungen oder ein Spannungsgefühl entlang der behandelten Vene werden in der Erholungsphase häufig berichtet und klingen in der Regel im Laufe der Zeit ab. Da sich klinische Befunde stark unterscheiden können, beurteilt ein qualifizierter Arzt die venöse Anatomie und die Krankengeschichte jedes einzelnen Patienten, bevor eine Schaumsklerotherapie oder ein alternatives Verfahren empfohlen wird. Patienten, die sich einen Überblick über weitere Optionen zur Behandlung von Krampfadern verschaffen möchten, können sich auf der INVAMED-Produktseite für Krampfadern über die verschiedenen Behandlungsmodalitäten und deren Zusammenhänge informieren.
Ist die Schaumsklerotherapie dasselbe wie die Flüssigsklerotherapie?
Nein. Bei der Flüssigsklerotherapie wird eine Verödungslösung direkt injiziert, während bei der Schaumsklerotherapie diese Lösung zunächst mithilfe eines Gases in einen Schaum umgewandelt wird. Die Schaumform steht allgemein im Ruf, länger in Kontakt mit der Venenwand zu bleiben, weshalb sie häufig für größere oder ausgedehntere Venennetzwerke gewählt wird als die reine Flüssigkeit.
Tut Schaumsklerotherapie weh?
Patienten berichten häufig von einem kurzen Brennen oder Druckgefühl während der Injektion, wobei die Erfahrungen je nach Person und Venenlage unterschiedlich ausfallen. Etwaige Beschwerden werden in der Regel als kurzzeitig beschrieben. Ein qualifizierter Arzt kann im Vorfeld erläutern, welche Empfindungen bei den konkret zu behandelnden Venen zu erwarten sind.
Wie viele Sitzungen Schaumsklerotherapie sind normalerweise erforderlich?
Die Anzahl der Sitzungen hängt vom Ausmaß der Venenerkrankung, der Venengröße und dem Ansprechen der Venen auf die erste Behandlung ab. Manche Patienten benötigen nur eine einzige Sitzung bei begrenzten retikulären Venen, während ausgedehntere Venennetzwerke mehrere, zeitlich gestaffelte Sitzungen erfordern können, wie vom behandelnden Arzt festgelegt.
Geräteverfügbarkeit und Regulierungsstatus variieren je nach Land. Bitte wenden Sie sich an INVAMED oder Ihren autorisierten Händler vor Ort, um aktuelle Informationen zu den für Ihre Region geltenden Vorschriften zu erhalten.
