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Aortic Aneurysm & Dissection RepairJune 4, 2024INVAMED Medical Affairs

EVAR vs. offene Operation: Ein ausgewogener Vergleich

Ein ausgewogener Vergleich von EVAR und offener Operation bei Aortenaneurysmen, mit endovaskulärer Behandlung, offener Chirurgie und Unterschieden in der Genesung.

Zwei Patienten mit einem ähnlich großen Bauchaortenaneurysma können auf völlig unterschiedlichen Behandlungswegen landen – der eine hin zu einem kathetergestützten Eingriff, der andere hin zur klassischen Operation –, und die Gründe dafür beruhen auf einer echten klinischen Abwägung und nicht darauf, dass eine Option grundsätzlich besser wäre. Der Vergleich EVAR versus offene Operation bedeutet, zwei etablierte Ansätze zur Behandlung desselben zugrunde liegenden Problems gegeneinander abzuwägen: ein Aneurysma, das eine Größe oder Wachstumsrate erreicht hat, bei der ein Gefäßchirurg zu einem Eingriff rät. Keiner der beiden Ansätze wird grundsätzlich bevorzugt; die geeignete Wahl hängt von der Anatomie des Patienten, dem OP-Risiko und der klinischen Einschätzung des behandelnden chirurgischen Teams ab.

Was ist die endovaskuläre Aneurysma-Behandlung (EVAR)?

Die endovaskuläre Aneurysma-Behandlung, kurz EVAR, ist ein minimalinvasiver Eingriff, der über kleine Zugänge in der Leiste durchgeführt wird. Dabei wird eine ummantelte Stentprothese mithilfe kathetergestützter Techniken und Röntgenkontrolle bis zur Stelle des Aneurysmas vorgeschoben. Nach der Positionierung wird die Stentprothese entfaltet, um einen neuen Kanal für den Blutfluss zu schaffen, wodurch der Aneurysmasack vom direkten Blutdruck ausgeschlossen und das Risiko einer weiteren Ausdehnung oder Ruptur verringert werden soll. Da bei EVAR der Bauchraum nicht eröffnet werden muss, ist der Eingriff im Allgemeinen mit kleineren Schnitten und einem weniger invasiven Zugang verbunden als die klassische Operation.

Was umfasst die offene chirurgische Behandlung?

Bei der offenen chirurgischen Behandlung setzt der Chirurg einen Bauchschnitt, um die Aorta direkt zugänglich zu machen, klemmt den Blutfluss oberhalb und unterhalb des Aneurysmas vorübergehend ab, entfernt oder überbrückt den erkrankten Abschnitt und näht eine Gefäßprothese aus Kunststoffgewebe ein, um diesen zu ersetzen. Dieser Ansatz verfügt über eine lange klinische Erfahrung und erlaubt es dem Chirurgen, den erkrankten Gefäßabschnitt direkt einzusehen und zu behandeln. Die offene Behandlung ist im Allgemeinen eine längere Operation mit ausgedehnterer Gewebepräparation als EVAR, was ihren invasiveren chirurgischen Charakter widerspiegelt.

Wie unterscheiden sich Krankenhausaufenthalt und Genesung?

Der Unterschied in der Genesung gehört zu den am häufigsten diskutierten Unterschieden zwischen den beiden Ansätzen. EVAR ist im Allgemeinen mit einem kürzeren anfänglichen Krankenhausaufenthalt und einer schnelleren Rückkehr zur normalen Aktivität verbunden, da die kleineren Zugänge in der Regel mit weniger unmittelbarem postprozeduralem Unwohlsein und Gewebetrauma einhergehen als ein vollständiger Bauchschnitt. Die offene Operation ist demgegenüber im Allgemeinen mit einem längeren Krankenhausaufenthalt und einer ausgedehnteren Erholungsphase in den ersten Wochen verbunden, bedingt durch den größeren Schnitt und die physiologischen Anforderungen einer offenen Bauchoperation. Dies sind allgemeine, in der Fachwelt beschriebene Muster und keine Garantien für den Einzelfall, da die Genesung auch vom allgemeinen Gesundheitszustand, vom Alter und von der konkreten Durchführung des jeweiligen Eingriffs abhängt.

Welche längerfristigen Aspekte sind bei den beiden Ansätzen zu beachten?

Über die unmittelbare Erholungsphase hinaus bringt jeder Ansatz eigene längerfristige Aspekte mit sich. Nach EVAR ist in der Regel eine fortlaufende Überwachungsbildgebung erforderlich, um zu bestätigen, dass die Stentprothese weiterhin wie vorgesehen funktioniert und der Aneurysmasack weiterhin vom Blutfluss ausgeschlossen bleibt – dies stellt eine lebenslange Überwachungsverpflichtung dar. Die offene Operation ist, sobald die anfängliche Genesung abgeschlossen ist, historisch bei manchen Patienten mit dauerhaften Langzeitergebnissen verbunden und bringt nicht dieselbe Notwendigkeit regelmäßiger postprozeduraler Überwachungsbildgebung mit sich, da der erkrankte Abschnitt direkt ersetzt und nicht intern überbrückt wurde. Die Wahl zwischen einem Verfahren mit geringerer anfänglicher Invasivität, aber fortlaufender Überwachung, und einem Verfahren mit größerer anfänglicher Invasivität, aber potenziell geringerer langfristiger Überwachung, ist Teil der individuellen Abwägung zwischen Patient und Chirurg.

Wie entscheidet ein Chirurg, welcher Ansatz für einen bestimmten Patienten geeignet ist?

Die Entscheidung zwischen EVAR und offener Operation gründet auf Anatomie, OP-Risiko und klinischer Einschätzung und nicht auf einer festen Präferenz für eine Methode. Die Anatomie der Aorta und der Beckenarterien muss geeignet sein, damit eine Stentprothese korrekt abdichten und verankern kann, damit EVAR überhaupt infrage kommt; manche anatomischen Gegebenheiten eignen sich besser für die offene Operation. Auch Patientenfaktoren wie Alter, kardiovaskuläre und pulmonale Gesundheit sowie die allgemeine Belastbarkeit für eine längere Operation fließen in die Entscheidung ein, da ein Patient mit erheblichen OP-Risikofaktoren eher zur weniger invasiven Option tendieren könnte, sofern die Anatomie dies zulässt, während ein Patient mit günstigem OP-Risiko, aber einer für eine Stentprothese weniger geeigneten Anatomie mit der offenen Operation besser versorgt sein könnte. Letztlich beurteilt ein Gefäßchirurg die Eignung für den jeweiligen Ansatz im Einzelfall. Geräte, die beim endovaskulären Ansatz zum Einsatz kommen, wie die Atlas Aortic Stent Graft, werden ausführlicher in der Produktkategorie Aortenaneurysma- und Dissektionsbehandlung beschrieben.

Kann sich ein Patient allein aufgrund persönlicher Präferenz zwischen EVAR und offener Operation entscheiden?

Die Präferenz des Patienten wird im Rahmen der Gesamtabwägung berücksichtigt, doch die endgültige Empfehlung hängt maßgeblich von der anatomischen Eignung und dem gesamten OP-Risiko ab, die vom gefäßchirurgischen Team beurteilt werden. Ein qualifizierter Arzt legt fest, welcher Ansatz medizinisch geeignet ist, bevor die persönliche Präferenz zum entscheidenden Faktor wird.


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Geprüft von: INVAMED Medical Affairs

Dieser Inhalt dient der Fortbildung von medizinischem Fachpersonal und stellt keine medizinische Beratung dar. Beachten Sie stets die klinischen Leitlinien und die Gebrauchsanweisung.

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