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Coronary Artery Disease & Cardiac InterventionsNovember 22, 2020INVAMED Medical Affairs

Chronischer Verschluss (CTO): Ein Patientenratgeber

Was ist ein chronischer Gefäßverschluss? Erfahren Sie, warum CTOs schwer zu behandeln sind, wie spezielle Techniken helfen und warum ein Kardiologe entscheidet.

Ein chronischer Gefäßverschluss, häufig als CTO (Chronic Total Occlusion) abgekürzt, ist eine Herzkranzarterie, die vollständig verschlossen ist, in der Regel für einen Zeitraum von drei Monaten oder länger. Da der Verschluss bereits über einen längeren Zeitraum besteht, stellt eine CTO im Vergleich zu neueren, teilweisen Verengungen besondere Behandlungsherausforderungen dar. Dieser Ratgeber erklärt, was eine CTO ist, warum diese Verschlüsse als komplex gelten und warum die Beurteilung durch einen erfahrenen Kardiologen für jeden, bei dem eine CTO diagnostiziert wurde, unerlässlich ist.

Was genau ist ein chronischer Gefäßverschluss?

Eine CTO entsteht, wenn eine Herzkranzarterie vollständig verschlossen wird, typischerweise durch eine allmähliche Plaque-Ablagerung über einen längeren Zeitraum, und über einen anhaltenden Zeitraum verschlossen bleibt, üblicherweise definiert als drei Monate oder länger. Dies unterscheidet eine CTO von einem akuten Verschluss, der plötzlich auftritt, etwa im Rahmen eines Herzinfarkts.

Über die Monate und Jahre, in denen eine CTO besteht, kann der Körper kleine Kollateralgefäße ausbilden, die einen Teil des Blutflusses um den Verschluss herumleiten. Diese Kollateralen können den Herzmuskel bis zu einem gewissen Grad mitversorgen, ersetzen jedoch im Allgemeinen nicht vollständig den Blutfluss, den die ursprüngliche Arterie einst lieferte.

Warum gelten CTOs als schwer zu behandeln?

Mehrere Faktoren machen chronische Gefäßverschlüsse technisch anspruchsvoller in der Behandlung als viele andere Koronarverengungen.

  • Alter und Beschaffenheit des Verschlusses – im Laufe der Zeit kann das verschlossene Segment fibröser oder verkalkter werden, was es für einen Führungsdraht schwieriger macht, es zu passieren.
  • Unklare Anatomie – da die Arterie vollständig verschlossen ist, können Ärzte das verschlossene Segment in der Standard-Angiographie nicht wie bei einer teilweisen Verengung durchleuchten, was die Verfahrensplanung zusätzlich erschwert.
  • Länge und Lage – manche CTOs erstrecken sich über ein längeres Arteriensegment oder treten an anatomisch schwierigen Stellen auf, was den technischen Ansatz beeinflussen kann.

Aufgrund dieser Komplexität werden CTO-Eingriffe in der Regel von interventionellen Kardiologen mit spezifischer Ausbildung und Erfahrung auf diesem Gebiet durchgeführt, häufig in Zentren mit eigens dafür ausgerichteten CTO-Programmen.

Welche Techniken werden zur Behandlung von CTOs eingesetzt?

Die Behandlung einer CTO umfasst im Allgemeinen den Versuch, das verschlossene Segment mit einem speziellen Führungsdraht zu passieren und anschließend einen Kanal wiederherzustellen, über den eine Ballonangioplastie und häufig eine Stentimplantation durchgeführt werden können. Ärzte können dabei eine Reihe spezieller Führungsdrähte mit unterschiedlichen Spitzeneigenschaften einsetzen und je nach Reaktion der Läsion während des Eingriffs von weicheren zu steiferen, für das Durchdringen widerstandsfähigerer Verschlüsse ausgelegten Drähten übergehen.

In Fällen mit erheblicher Verkalkung innerhalb oder in der Nähe des Verschlusses kann ein rotationales Atherektomiesystem eingesetzt werden, um die Plaque zu modifizieren und die Drahtpassage oder eine anschließende Ballondilatation zu unterstützen. Die konkrete Kombination von Techniken und Geräten bei einem CTO-Eingriff wird vom behandelnden Arzt anhand der individuellen Bildgebung und Anatomie des Patienten festgelegt.

Nicht jeder CTO-Versuch führt zu einer erfolgreichen Passage, und sowohl die Entscheidung zur Fortsetzung als auch die gewählte Technik obliegen ausschließlich dem interventionellen Kardiologie-Team.

Wie entscheiden Ärzte, wer für eine CTO-Behandlung infrage kommt?

Ärzte berücksichtigen bei der Beurteilung, ob ein Patient für eine CTO-Intervention infrage kommt, typischerweise mehrere Faktoren, darunter die Symptome des Patienten, die allgemeine Herzfunktion, das Vorhandensein einer Kollateralzirkulation und die anatomischen Merkmale des Verschlusses selbst. Manche Patienten mit CTOs werden allein medikamentös behandelt, wenn ein Behandlungsversuch für ihre Situation nicht als geeignet erachtet wird.

Da CTO-Eingriffe technisch komplexer sind als viele Standard-Koronarinterventionen, sind sie zudem mit eigenen Erwägungen und Risiken verbunden, die ausführlich mit einem Kardiologen besprochen werden sollten, der mit der vollständigen Krankengeschichte des Patienten vertraut ist. Alle Eingriffe bergen Risiken, und jede Entscheidung über eine CTO-Behandlung sollte gemeinsam von Patient und Behandlungsteam getroffen werden.

Häufig gestellte Fragen

Wie unterscheidet sich eine CTO von einer gewöhnlichen Koronarverengung?

Eine CTO ist eine Herzkranzarterie, die vollständig verschlossen ist und über einen längeren Zeitraum, im Allgemeinen drei Monate oder mehr, verschlossen geblieben ist, während viele andere Koronarverengungen teilweise Verengungen und keine vollständigen Verschlüsse sind.

Kann ein chronischer Gefäßverschluss ohne Operation behandelt werden?

Viele CTOs werden mit kathetergestützten Techniken behandelt, die einer Standard-Angioplastie ähneln, allerdings mit speziellen Führungsdrähten und mitunter zusätzlichen Instrumenten. Ob ein kathetergestützter Ansatz, eine Operation oder eine medikamentöse Behandlung am geeignetsten ist, hängt vom einzelnen Patienten ab und wird vom behandelnden Arzt festgelegt.

Ist die CTO-Behandlung bei jedem erfolgreich?

Die Ergebnisse variieren je nach den individuellen Merkmalen des Verschlusses, der Anatomie des Patienten und weiteren gesundheitlichen Faktoren. Ein qualifizierter interventioneller Kardiologe kann nach Prüfung des jeweiligen Falls und der Bildgebung realistische Erwartungen besprechen.

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Geprüft von: INVAMED Medical Affairs

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