Tumorablation bezeichnet eine Gruppe minimal-invasiver Verfahren, mit denen Tumorgewebe direkt zerstört wird — typischerweise durch Anwendung extremer Hitze oder Kälte statt durch chirurgische Entfernung oder systemische Arzneimitteltherapie. Diese perkutanen Ablationsverfahren werden bildgesteuert durchgeführt — üblicherweise per Ultraschall, CT oder MRT —, wodurch Ärzte eine Sonde oder einen Applikator präzise im Tumor platzieren können, während kritische umliegende Strukturen geschont werden. Die Tumorablation wird bei einer Vielzahl von Tumorarten und -lokalisationen eingesetzt, darunter Leber-, Nieren-, Lungen- und Knochenläsionen, häufig bei Patienten, für die eine klassische chirurgische Resektion nicht infrage kommt. Dieser Artikel bietet einen allgemeinen Überblick über die drei am häufigsten diskutierten Ablationsverfahren: Radiofrequenz-, Mikrowellen- und Kryoablation.
Was ist bildgesteuerte Ablationstherapie und wie wird sie durchgeführt?
Die bildgesteuerte Therapie zur Tumorablation umfasst typischerweise das Einführen einer dünnen Sonde oder eines nadelartigen Applikators durch die Haut in den Tumor unter kontinuierlicher oder intermittierender Bildgebungskontrolle. Nach der Positionierung gibt die Sonde Energie ab — Hitze bei Radiofrequenz- und Mikrowellensystemen oder extreme Kälte bei der Kryoablation —, um das Zielgewebe durch einen als koagulative Nekrose bezeichneten Prozess (bei hitzebasierten Verfahren) oder durch Zelltod infolge Einfrierens (bei der Kryoablation) zu zerstören. Da das Verfahren perkutan erfolgt, ist im Vergleich zur offenen chirurgischen Resektion in der Regel ein kleinerer Zugang und eine kürzere Erholungsphase erforderlich, wobei es jedoch nicht für jede Tumorart, -größe oder -lokalisation geeignet ist. Ob eine perkutane Ablation für einen bestimmten Tumor infrage kommt, entscheidet ein multidisziplinäres Behandlungsteam anhand der Tumoreigenschaften, der Lokalisation und des klinischen Gesamtbilds des Patienten.
Wie zerstört die Radiofrequenzablation (RFA) Tumorgewebe?
Die Radiofrequenzablation nutzt hochfrequenten elektrischen Wechselstrom, der über eine im Tumor platzierte Elektrode abgegeben wird. Dieser Strom erzeugt Reibungswärme im Gewebe rund um die Elektrode und erhöht die lokale Temperatur auf ein Niveau, das eine koagulative Nekrose der Zielzellen bewirkt. RFA-Systeme überwachen während des Eingriffs üblicherweise Gewebeimpedanz und Temperatur, um die Energieabgabe zu steuern und die Größe der Ablationszone zu kontrollieren. Elektrodendesigns variieren und umfassen einfache Einzelnadelelektroden sowie expandierbare Multi-Tine-Arrays, die für die Behandlung größerer Tumorvolumina vorgesehen sind. Die RFA wird häufig im Zusammenhang mit der Behandlung des hepatozellulären Karzinoms, von Nierentumoren und bestimmten Knochen- oder Weichteilläsionen diskutiert, bei denen eine perkutane Therapie als geeignet erachtet wird.
Was unterscheidet die Mikrowellenablation von anderen hitzebasierten Verfahren?
Auch die Mikrowellenablation (MWA) erzeugt Hitze zur Zerstörung von Tumorgewebe, jedoch mittels elektromagnetischer Mikrowellenenergie statt durch elektrischen Strom, der durch das Gewebe geleitet wird. Diese Energiequelle wird laut allgemeiner Literatur zur interventionellen Onkologie im Allgemeinen mit der Fähigkeit in Verbindung gebracht, schneller höhere Temperaturen zu erreichen und in manchen Fällen im Vergleich zu Radiofrequenzsystemen eine größere Ablationszone pro Sonde zu erzeugen. Die Mikrowellenablation ist weniger stark von der elektrischen Leitfähigkeit des Gewebes abhängig als die RFA, was manche Kliniker mit einer vorhersehbareren Erwärmung in der Nähe von Blutgefäßen assoziieren, da fließendes Blut andernfalls Wärme aus der Behandlungszone abtransportieren kann. Wie bei der RFA hängt die Eignung für die Mikrowellenablation von Tumorgröße, -lokalisation und -eigenschaften ab, die vom behandelnden Arzt beurteilt werden.
Wie unterscheidet sich die Kryoablation von hitzebasierten Ablationsverfahren?
Die Kryoablation verfolgt den gegenteiligen thermischen Ansatz: Eine oder mehrere Sonden geben extrem niedrige Temperaturen ab, um das Zielgewebe einzufrieren und einen sogenannten „Eisball" um die Sondenspitze zu bilden. Die Zerstörung der Tumorzellen erfolgt über Mechanismen wie direkte Zellschädigung durch Eiskristallbildung und Gefäßeffekte während wiederholter Gefrier-Auftau-Zyklen. Die Kryoablation wird häufig bei der Behandlung von Nierentumoren und bestimmten anderen Läsionen diskutiert, unter anderem, weil sich der Eisball während des Eingriffs häufig direkt in der Bildgebung darstellen lässt, was manche Kliniker zur Bestätigung der Behandlungsränder als nützlich empfinden. Wie bei hitzebasierten Verfahren wird die Eignung der Kryoablation fallweise vom behandelnden Team festgelegt.
Wahl zwischen Ablationsverfahren: Welche Faktoren sind entscheidend?
Kein einzelnes Ablationsverfahren ist universell vorzuziehen; Radiofrequenz-, Mikrowellen- und Kryoablation weisen jeweils Eigenschaften auf, die sie für einen bestimmten Tumor mehr oder weniger geeignet erscheinen lassen. Häufig berücksichtigte Faktoren sind Tumorgröße und -lokalisation, Nähe zu Blutgefäßen oder empfindlichen Strukturen, die zugrunde liegende Tumorart sowie die Erfahrung des Arztes mit einer bestimmten Technologie. Da diese Faktoren zwischen Patienten erheblich variieren, ist die Wahl des Ablationsverfahrens eine klinische Entscheidung, die gemeinsam vom interventionellen Radiologen, dem Onkologen und dem Patienten anhand des konkreten Falls getroffen wird.
Ist die Tumorablation ein Ersatz für eine Operation?
Die Tumorablation wird mitunter als Alternative zur chirurgischen Resektion eingesetzt, insbesondere bei Patienten, die keine Operationskandidaten sind oder kleinere, gut abgrenzbare Tumoren aufweisen, ist jedoch nicht in allen Fällen ein universeller Ersatz für eine Operation. Ob Ablation, Operation oder ein anderer Behandlungsansatz geeignet ist, hängt von den Tumoreigenschaften, der Lokalisation und dem allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten ab. Diese Entscheidung wird von einem multidisziplinären Behandlungsteam getroffen und nicht durch eigenständige Wahl einer Behandlungsmethode.
Was geschieht mit dem Tumorgewebe nach der Ablation?
Abladiertes Gewebe durchläuft eine Nekrose und wird im Allgemeinen nicht chirurgisch entfernt; stattdessen resorbiert der Körper den behandelten Bereich mit der Zeit allmählich oder es bildet sich Narbengewebe. Eine Verlaufsbildgebung wird typischerweise eingesetzt, um die behandelte Zone zu beurteilen und auf verbliebenes oder rezidivierendes Tumorgewebe zu überwachen. Der konkrete Nachsorgeplan und die Bildgebungsmethode werden vom behandelnden Arzt anhand der Tumorart und des anfänglichen Therapieansprechens festgelegt.
Bestehen Risiken bei der perkutanen Tumorablation?
Wie bei jedem medizinischen Eingriff birgt die perkutane Ablation Risiken, die Blutungen, Infektionen, Verletzungen benachbarter Strukturen oder eine unvollständige Behandlung des Tumors umfassen können. Diese Risiken variieren je nach Tumorlokalisation, -größe und patientenspezifischen Faktoren. Patienten sollten das vollständige, für ihren individuellen Fall relevante Risikoprofil vor jedem Ablationsverfahren mit ihrem behandelnden Arzt besprechen.
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