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Coronary Artery Disease & Cardiac InterventionsDecember 4, 2021INVAMED Medical Affairs

Dünnstrebige Stents: Die klinische Begründung für 60 Mikrometer

Warum spielt die Strebendicke bei Koronarstents eine Rolle? Ein Blick auf die Designbegründung dünnstrebiger Stents, Deliverability und die diskutierte Endothelialisierung.

Strebendicke klingt nach einer technischen Randnotiz, hat der interventionellen Kardiologie-Literatur der vergangenen zwei Jahrzehnte jedoch überraschend viel Aufmerksamkeit abverlangt. Ein dünnstrebiger Stent wird im Allgemeinen als einer mit Streben deutlich unter 100 Mikrometern definiert – eine Kategorie, die mit der Weiterentwicklung der Legierungstechnologie gewachsen ist. Dieser Wandel geschah nicht aus kosmetischen Gründen. Dünnere Streben werden in der Literatur häufig mit praktischen Vorteilen sowohl bei der Zufuhr des Geräts als auch bei der anschließenden Heilungsreaktion des Gefäßes in Verbindung gebracht, wobei das Ausmaß des Nutzens je nach Gerät und klinischem Umfeld variieren kann.

Warum ist die Strebendicke zu einer Designpriorität geworden?

Frühe unbeschichtete Metallstents und Stents der ersten Generation medikamentenfreisetzender Designs verwendeten häufig Streben im Bereich von 100 bis 140 Mikrometern, größtenteils weil die damals verfügbaren Metalle diese Dicke zum Erreichen ausreichender Radialkraft benötigten. Mit der Weiterentwicklung der Legierungstechnologie, insbesondere durch Kobalt-Chrom- und Platin-Chrom-Plattformen, stellten Hersteller fest, dass sie die Strebendicke erheblich reduzieren konnten, ohne die Gerüstkraft zu beeinträchtigen. Das war bedeutsam, da ein dünneres Strebenprofil einen Stent in der Regel flexibler und niedriger im Profil macht, was den Durchgang durch gewundene oder stark verkalkte Koronarsegmente erleichtern kann, wie sie bei Patienten mit fortgeschrittener koronarer Herzkrankheit häufig vorkommen.

Was ist Endothelialisierung, und warum wird sie so oft diskutiert?

Endothelialisierung bezeichnet den Prozess, bei dem die innere Auskleidung der Arterie, das Endothel, nach der Implantation über die Stentstreben wächst und diese bedeckt. Dieser Prozess wird in der Literatur häufig als über dünneren Streben rascher ablaufend beschrieben als über dickeren, da eine dünnere Strebe für das umliegende Gewebe ein geringeres physisches Hindernis zum Überwachsen darstellt. Eine schnellere Strebenbedeckung gilt generell als relevant, weil freiliegende Metallstreben zu den mehreren Faktoren zählen, die mit dem Bedarf an verlängerter Thrombozytenaggregationshemmung nach Stentimplantation in Verbindung gebracht werden. Es sei angemerkt, dass dies weiterhin ein Feld laufender Forschung ist und die Ergebnisse je nach Stentdesign, Wirkstoffbeschichtung und individueller Patientenheilung variieren können.

Wie beeinflusst die Strebendicke die Deliverability durch schwierige Anatomie?

Deliverability ist die praktische, handwerkliche Seite des Stentdesigns: Kann das Gerät die Zielläsion erreichen und durchqueren, ohne übermäßigen Widerstand zu überwinden. Dünnere Streben werden häufig mit verbesserter Flexibilität und einem niedrigeren Durchquerungsprofil in Verbindung gebracht, was beides in der Literatur als hilfreich beim Navigieren durch abgewinkelte Gefäße oder Läsionen mit signifikanter Verkalkung beschrieben wird. Dies ist eine bedeutsame Überlegung für Ärzte, die komplexe Koronaranatomie behandeln, wo ein schwer zuzuführender Stent die Eingriffsdauer verlängern oder zusätzliche unterstützende Techniken erfordern kann.

Die 60-Mikrometer-Strebenplattform des ATLAS-Systems

Das von INVAMED hergestellte ATLAS Drug Eluting Coronary Stent System verwendet eine dünnstrebige Kobalt-Chrom-L605-Plattform mit einer vom Hersteller angegebenen Strebendicke von 60 µm. Der Hersteller beschreibt dieses Design als Unterstützung für dauerhafte Radialkraft neben verbesserter Trackability in komplexen oder verkalkten Koronarläsionen, und der Stent trägt zudem eine Sirolimus-Wirkstoffbeschichtung zur Begrenzung der Restenose. Detaillierte Spezifikationen und die Gebrauchsanweisung (IFU) sind auf der Produktseite des ATLAS Drug Eluting Coronary Stent Systems veröffentlicht. Indikationen und Verfügbarkeit variieren je nach Land und sollten anhand der aktuellen IFU bestätigt werden.

Bestimmt die Strebendicke allein die Stentergebnisse?

Die Strebendicke ist ein Faktor unter mehreren, die die Leistung eines Stents mitbestimmen, neben Wirkstoffbeschichtung, Polymertyp, Stentgeometrie und der konkret behandelten Läsion. Keine einzelne Spezifikation bestimmt die Ergebnisse isoliert, und Geräte allein anhand der Strebendicke-Werte zu vergleichen, ohne den vollständigen Designkontext zu berücksichtigen, hat nur begrenzten praktischen Nutzen. Ein qualifizierter Arzt berücksichtigt das vollständige Geräteprofil gemeinsam mit der Gefäßanatomie des Patienten bei der Auswahl eines geeigneten Stents für eine gegebene Koronarläsion.

Ist eine dünnere Strebe für jede Koronarläsion immer besser?

Nicht zwangsläufig, da die Strebendicke nur einer von mehreren Geräteeigenschaften ist, die die Leistung beeinflussen. Gefäßgröße, Verkalkung und Läsionslage spielen ebenfalls eine Rolle, und ein qualifizierter Arzt wägt all dies bei der Geräteauswahl für einen bestimmten Patienten ab.

Verringert ein dünnstrebiges Design den Bedarf an Thrombozytenaggregationshemmung?

Die Dauer der Thrombozytenaggregationshemmer-Therapie wird vom Arzt anhand mehrerer Faktoren festgelegt, einschließlich Stenttyp, Läsionseigenschaften sowie individuellem Blutungs- und Gerinnungsrisiko des Patienten. Die Strebendicke wird in der Literatur als ein relevanter Faktor diskutiert, bestimmt jedoch nicht eigenständig eine bestimmte Therapiedauer.

Wie wird die Strebendicke gemessen und von Herstellern angegeben?

Die Strebendicke wird typischerweise in Mikrometern gemessen und von Herstellern als Spezifikation innerhalb der technischen Dokumentation und Gebrauchsanweisung des Geräts angegeben. Dieser Wert beschreibt die Querschnittsdimension der Metallstrebe selbst, unabhängig vom Gesamtdurchmesser oder der Länge des Stents.


Geräteverfügbarkeit und Regulierungsstatus variieren je nach Land. Bitte wenden Sie sich an INVAMED oder Ihren autorisierten Händler vor Ort, um aktuelle Informationen zu den für Ihre Region geltenden Vorschriften zu erhalten.

Geprüft von: INVAMED Medical Affairs

Dieser Inhalt dient der Fortbildung von medizinischem Fachpersonal und stellt keine medizinische Beratung dar. Beachten Sie stets die klinischen Leitlinien und die Gebrauchsanweisung.

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