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Cardiac Surgery InstrumentsApril 18, 2026INVAMED Medical Affairs

Sternumverschluss: Drahtcerclage vs. starre Plattenfixierung

Der Sternumverschluss nach Herzoperationen kann mittels Drahtcerclage oder starrer Plattenfixierung erfolgen. Dieser Vergleich stellt beide Methoden neutral gegenüber.

Nach Abschluss einer offenen Herzoperation steht das OP-Team vor einer oft unterschätzten Aufgabe: das Brustbein so sicher wieder zusammenzufügen, dass es korrekt verheilt, während der Patient wochenlang atmet, hustet und sich bewegt. Der Sternumverschluss stützte sich traditionell auf eine Drahtcerclage aus Edelstahl, doch die starre Plattenfixierung hat sich in den letzten Jahren zu einer zunehmend sichtbaren Alternative entwickelt. Keine der beiden Methoden ist grundsätzlich richtig; die Wahl hängt von den Risikofaktoren des Patienten, der Einschätzung des Chirurgen und der jeweiligen Klinikpraxis ab.

Wie funktioniert die Drahtcerclage?

Bei der Drahtcerclage werden Edelstahldrähte durch oder um die beiden Sternumhälften geführt und verdrillt, um die Knochenränder zusammenzupressen, üblicherweise in einer Serie von Schlingen entlang der gesamten Sternotomielänge. Diese Technik wird seit Jahrzehnten angewandt, ist praktisch jedem herzchirurgischen Team vertraut und erfordert außer Standarddraht und Drahtzwirngerät kein spezielles Instrumentarium. Drähte verteilen die Verschlusskraft über mehrere Punkte entlang des Sternums, was bei vielen Patienten gut funktioniert, jedoch in Fällen, in denen das Brustbein ungewöhnlich fragil ist oder der Patient hohe mechanische Belastung auf den Verschluss ausübt – etwa durch starken Husten –, eine Mikrobewegung an den Knochenrändern zulassen kann.

Was umfasst die starre Plattenfixierung?

Bei der starren Plattenfixierung werden Platten aus Titan oder Titanlegierung mit Schrauben über beide Sternumhälften befestigt, wodurch die Last ähnlich verteilt wird wie bei einem internen Fixationssystem, wie es auch andernorts in der Orthopädie eingesetzt wird. Da die Platten die Sternotomie überbrücken und beidseitig starr im Knochen verschraubt sind, soll dieser Ansatz die geringen Bewegungen an der Knochengrenzfläche reduzieren, die bei einem Drahtverschluss auftreten können, was bei entsprechend ausgewählten Patienten stabilere Heilungsbedingungen unterstützen kann. Plattensysteme erfordern im Allgemeinen mehr spezielles Instrumentarium zum Konturieren der Platte und zur Schraubenplatzierung als der Drahtverschluss und erhöhen die Materialkosten des Eingriffs.

Welche Patienten könnten von welchem Ansatz profitieren?

Chirurgen erwägen eine starre Plattenfixierung häufig bei Patienten, die als Risikogruppe für sternale Komplikationen gelten, etwa bei osteoporotischem Knochen, Diabetes, Adipositas, chronischer Steroideinnahme oder vorbestehenden Problemen mit der Sternumwunde, da diese Faktoren mit einem herstellerseitig und in der Literatur höher berichteten Risiko für Dehiszenz oder Pseudarthrose assoziiert sind. Die klassische Drahtcerclage bleibt für viele Patienten ohne diese Risikofaktoren eine etablierte, wirksame Option. Die Entscheidung liegt letztlich beim operierenden Chirurgen, der die Knochenqualität, die Begleiterkrankungen des Patienten und die Besonderheiten der Sternotomie gegen die zusätzliche Komplexität und Kosten eines Plattensystems abwägt.

Führt eine Methode zu schnellerer Heilung?

Beide Ansätze verfolgen denselben biologischen Endpunkt: die knöcherne Konsolidierung des Sternums, die unabhängig von der verwendeten Fixationsmethode im Allgemeinen mehrere Wochen in Anspruch nimmt. Ein Teil der veröffentlichten Literatur hat untersucht, ob eine starre Fixierung in bestimmten Hochrisikogruppen mit niedrigeren Raten sternaler Komplikationen assoziiert ist, doch die Ergebnisse werden von vielen Variablen jenseits der Verschlussmethode selbst beeinflusst, darunter Infektionskontrolle, Ernährungszustand des Patienten und postoperative Aktivitätseinschränkungen. Weder Draht- noch Plattenverschluss garantieren einen bestimmten Heilungsverlauf für den einzelnen Patienten, und Vergleiche sollten eher als allgemeine Tendenzen denn als Prognose für einen Einzelfall verstanden werden.

Was nehmen Patienten bei den beiden Methoden unterschiedlich wahr?

Aus Patientensicht ähnelt sich die äußere Erfahrung – Brustempfindlichkeit, sternale Vorsichtsmaßnahmen mit Einschränkung des Hebens schwerer Lasten und die schrittweise Rückkehr zur normalen Aktivität – weitgehend unabhängig davon, welche interne Fixationsmethode verwendet wurde. Starre Platten sind mitunter tastbar oder gelegentlich als permanenter radiologischer Befund im Röntgenbild des Brustkorbs sichtbar, was Patienten auffallen und bei Nachuntersuchungen zu Fragen führen kann. Weder Draht- noch Plattenmaterial müssen in der Regel entfernt werden, es sei denn, es entwickelt sich eine spezifische Komplikation. Weitere Hintergrundinformationen zu Fixationssystemen in der Herzchirurgie finden Sie auf der Kategorieseite Herzchirurgie-Instrumente.

Können Sternaldrähte oder -platten bei Sicherheitskontrollen am Flughafen erkannt werden?

Metallisches Sternum-Fixationsmaterial kann gelegentlich Metalldetektoren bei Flughafenkontrollen auslösen. Patienten mit implantiertem Metallmaterial wird im Allgemeinen empfohlen, das Sicherheitspersonal darüber zu informieren, und viele chirurgische Teams stellen hierfür eine entsprechende Dokumentation des Implantats aus.


Geräteverfügbarkeit und Regulierungsstatus variieren je nach Land. Bitte wenden Sie sich an INVAMED oder Ihren autorisierten Händler vor Ort, um aktuelle Informationen zu den für Ihre Region geltenden Vorschriften zu erhalten.

Geprüft von: INVAMED Medical Affairs

Dieser Inhalt dient der Fortbildung von medizinischem Fachpersonal und stellt keine medizinische Beratung dar. Beachten Sie stets die klinischen Leitlinien und die Gebrauchsanweisung.

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