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Coronary Artery Disease & Cardiac InterventionsApril 9, 2024INVAMED Medical Affairs

Sirolimus-freisetzende Stents: Wie der Wirkstoff Restenose verhindert

Ein Sirolimus-freisetzender Stent begrenzt das Wachstum glatter Muskelzellen nach der Angioplastie. Erfahren Sie, wie mTOR-Hemmung und kontrollierte Wirkstofffreisetzung Restenose reduzieren.

Wenn eine Koronararterie mit einem Stent eröffnet wird, reagiert die Gefäßwand auf diese mechanische Verletzung so, wie Gewebe generell überall im Körper auf eine Verletzung reagiert: Es versucht zu heilen, mitunter zu übereifrig. Ein Sirolimus-freisetzender Stent ist speziell dafür konzipiert, diese Heilungsreaktion so zu steuern, dass sich die Arterie nicht erneut verengt. Zu verstehen, wie Sirolimus auf zellulärer Ebene wirkt, erklärt, warum medikamentenfreisetzende Stents unbeschichtete Metalldesigns als dominierende Technologie in der perkutanen Koronarintervention abgelöst haben, und warum die Beschichtungschemie ein aktives Feld der Gerätetechnik bleibt.

Was verursacht Restenose nach einer Stentimplantation?

Restenose ist die allmähliche erneute Verengung eines behandelten Arteriensegments, die im Allgemeinen einem Prozess namens neointimale Hyperplasie zugeschrieben wird. Nach der Entfaltung eines Stents wird die Gefäßwand gedehnt und in manchen Fällen leicht verletzt. Glatte Muskelzellen in der Arterienwand reagieren mit Migration und Proliferation und lagern neues Gewebe über den Stentstreben ab. Ein Teil dieses Gewebewachstums ist erwünscht, da es dem Stent hilft, sich in die Gefäßwand zu integrieren. Übermäßiges Wachstum kann jedoch das Lumen erneut verengen und den Blutfluss einschränken – genau dieses Anliegen sollte die Technologie medikamentenfreisetzender Stents adressieren.

Wie begrenzt Sirolimus die Zellproliferation?

Sirolimus gehört zu einer Wirkstoffklasse, die allgemein als mTOR-Inhibitoren bezeichnet wird. mTOR (mechanistic target of rapamycin) ist ein Protein, das das Zellwachstum und die Zellteilung mitreguliert. Durch die Hemmung dieses Signalwegs verlangsamt Sirolimus nach aktuellem Verständnis die Proliferation und Migration glatter Muskelzellen an der Behandlungsstelle, was wiederum die Menge des sich im Laufe der Zeit bildenden neointimalen Gewebes begrenzen soll. Dies ist ein lokalisierter, gezielter Effekt und kein systemischer, da der Wirkstoff direkt von der Stentoberfläche an die angrenzende Gefäßwand abgegeben wird und nicht über orale oder intravenöse Verabreichung.

Kontrollierte Wirkstofffreisetzung aus der Stentbeschichtung

Ein medikamentenfreisetzender Stent besteht aus einem Metallgerüst mit einer Polymerbeschichtung, die den antiproliferativen Wirkstoff enthält und ihn nach der Implantation allmählich freisetzt. Das Freisetzungsprofil, also wie viel Wirkstoff über welchen Zeitraum abgegeben wird, ist so konzipiert, dass an der Gefäßwand während der Wochen, in denen das Risiko einer neointimalen Proliferation generell als am höchsten gilt, therapeutische Wirkstoffspiegel aufrechterhalten werden. Beschichtungschemie, Wirkstoffdosis pro Flächeneinheit der Stentoberfläche und Polymerzusammensetzung beeinflussen alle dieses Freisetzungskinetik-Profil, weshalb Hersteller diese Parameter als Teil der technischen Spezifikation eines Geräts angeben.

Die Sirolimus-Beschichtung des ATLAS-Systems

Das von INVAMED hergestellte ATLAS Drug Eluting Coronary Stent System basiert auf einer Kobalt-Chrom-Plattform und trägt eine vom Hersteller angegebene Sirolimus-Beschichtung von 1 µg/mm² Stentoberfläche. Das Gerät kombiniert diese Beschichtung mit einem dünnstrebigen Kobalt-Chrom-L605-Legierungsgerüst, das laut Herstellerangaben eine dauerhafte Radialkraft und Trackability in komplexen oder verkalkten Koronarläsionen unterstützen soll. Weitere technische Details sowie die vollständige Gebrauchsanweisung (IFU) finden Sie auf der Produktseite des ATLAS Drug Eluting Coronary Stent Systems. Verfügbarkeit und konkrete Indikationen variieren je nach Land, und Kliniker sollten vor der Anwendung stets die IFU konsultieren.

Sirolimus im Vergleich zu anderen antiproliferativen Wirkstoffen

Sirolimus ist einer von mehreren antiproliferativen Wirkstoffen, die in der Kategorie der medikamentenfreisetzenden Stents zum Einsatz kommen. Weitere Limus-Verbindungen werden in verschiedenen kommerziellen DES-Plattformen verwendet, und Paclitaxel, ein andersartiger antiproliferativer Wirkstoff, kommt ebenfalls in manchen Koronarstent- und Ballontechnologien zum Einsatz. Jeder Wirkstoff hat seine eigenen Nuancen im Wirkmechanismus und Freisetzungseigenschaften, und die Geräteauswahl in der klinischen Praxis hängt von Läsionseigenschaften, Gefäßgröße und der Einschätzung des behandelnden Arztes ab, nicht davon, dass eine einzelne Wirkstoffklasse universell bevorzugt würde. Ein qualifizierter Arzt legt fest, welche Geräte- und Wirkstoffplattform für die Koronaranatomie eines individuellen Patienten geeignet ist.

Ist Sirolimus dasselbe wie andere in Stents verwendete Limus-Wirkstoffe?

Sirolimus ist die ursprüngliche Verbindung einer größeren Familie verwandter mTOR-Inhibitoren, die mitunter kollektiv als „Limus"-Wirkstoffe bezeichnet werden. Diese Verbindungen teilen einen ähnlichen allgemeinen Wirkmechanismus zur Begrenzung der Zellproliferation, können sich jedoch je nach konkreter Stentplattform in Molekülstruktur, Wirkstärke und Freisetzungseigenschaften unterscheiden.

Wie lange setzt ein Stent seine Wirkstoffbeschichtung fort frei?

Die Freisetzungszeiträume variieren je nach Gerät und werden durch das Beschichtungsdesign und die Polymerzusammensetzung des jeweiligen Herstellers festgelegt. Die konkrete Freisetzungsdauer für einen bestimmten Stent sollte stets in der Gebrauchsanweisung dieses Produkts bestätigt werden, statt aus allgemeinen Kategorieinformationen angenommen zu werden.

Beseitigt ein Sirolimus-freisetzender Stent das Restenoserisiko vollständig?

Kein Gerät beseitigt das Restenoserisiko vollständig. Medikamentenfreisetzende Stents sind darauf ausgelegt, die Wahrscheinlichkeit eines signifikanten neointimalen Überwuchses im Vergleich zu unbeschichteten Metalldesigns zu verringern, doch individuelle Ergebnisse hängen von Faktoren wie Läsionskomplexität, Gefäßgröße und patientenspezifischer Heilungsreaktion ab. Ein qualifizierter Arzt berücksichtigt diese Faktoren bei der Empfehlung eines Behandlungsansatzes.


Geräteverfügbarkeit und Regulierungsstatus variieren je nach Land. Bitte wenden Sie sich an INVAMED oder Ihren autorisierten Händler vor Ort, um aktuelle Informationen zu den für Ihre Region geltenden Vorschriften zu erhalten.

Geprüft von: INVAMED Medical Affairs

Dieser Inhalt dient der Fortbildung von medizinischem Fachpersonal und stellt keine medizinische Beratung dar. Beachten Sie stets die klinischen Leitlinien und die Gebrauchsanweisung.

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