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Pain Management & Spine (Algology)December 6, 2020INVAMED Medical Affairs

Neuropathischer vs. nozizeptiver Schmerz: Unterschiede

Neuropathischer vs. nozizeptiver Schmerz: die wichtigsten Unterschiede in Ursache und Charakter – und warum dies für die ärztliche Beurteilung zählt.

Das Verständnis von neuropathischem vs. nozizeptivem Schmerz kann Patienten dabei helfen, ihre Symptome bei der ärztlichen Untersuchung präziser zu beschreiben, was wiederum eine genauere Diagnose unterstützt. Beide Kategorien beschreiben zwar chronische Schmerzen, entstehen jedoch durch unterschiedliche Mechanismen und sprechen häufig unterschiedlich auf verschiedene Interventionen an. Dieser Artikel stellt die allgemeinen Unterschiede in verständlicher Sprache dar.

Was ist nozizeptiver Schmerz?

Nozizeptiver Schmerz entsteht durch die Aktivierung von Schmerzrezeptoren (Nozizeptoren) als Reaktion auf tatsächliche oder mögliche Gewebeschädigung, wie Entzündungen, mechanische Belastung oder Verletzungen von Muskeln, Gelenken, Bändern oder Organen. Dies wird oft als der „normale" Schmerzsignalweg beschrieben, der wie erwartet auf einen physischen Reiz reagiert. Häufig diskutierte Beispiele sind:

  • Schmerzen durch Facettengelenkarthropathie oder Arthrose
  • Schmerzen nach einer muskuloskelettalen Verletzung
  • Schmerzen im Zusammenhang mit einer Entzündung in einem Gelenk oder Weichteilgewebe

Nozizeptiver Schmerz wird von Patienten oft als dumpf, pochend oder stechend beschrieben und korreliert häufig mit Bewegung, mechanischer Belastung oder Palpation der betroffenen Struktur.

Was ist neuropathischer Schmerz?

Neuropathischer Schmerz entsteht durch eine Schädigung oder Funktionsstörung innerhalb des Nervensystems selbst — der Nerven, des Rückenmarks oder des Gehirns — statt durch eine fortbestehende Gewebeverletzung. Dies kann durch Nervenkompression, Stoffwechselerkrankungen, eine vorangegangene Operation oder ein Trauma mit Nervenbeteiligung oder andere neurologische Faktoren verursacht werden. Patienten beschreiben neuropathischen Schmerz oft mit anderen Begriffen als nozizeptiven Schmerz, darunter:

  • Brennende oder elektrisierende, stromschlagartige Empfindungen
  • Kribbeln, Taubheitsgefühl oder Ameisenlaufen
  • Schmerzen, die unverhältnismäßig zu einer sichtbaren Gewebeverletzung erscheinen
  • Schmerzen, die einem bestimmten Nervenverlaufsmuster folgen

Warum ist diese Unterscheidung klinisch bedeutsam?

Da nozizeptiver und neuropathischer Schmerz unterschiedliche zugrunde liegende Mechanismen betreffen, ziehen Ärzte je nach vorliegendem Muster oft unterschiedliche diagnostische und therapeutische Vorgehensweisen in Betracht — wichtig ist zudem, dass Patienten beide Schmerzarten gleichzeitig erleben können (manchmal als gemischter Schmerz bezeichnet). Die Erkennung des vorherrschenden Schmerzmusters kann helfen bei:

  • Der Art der körperlichen Untersuchung und diagnostischen Testung, die durchgeführt wird
  • Der Frage, ob Medikamentenklassen, die typischerweise mit Nervenschmerzen assoziiert werden, von einem Arzt besprochen werden können
  • Der Frage, ob interventionelle Verfahren — wie diagnostische Nervenblockaden, RF-basierte Nervenbehandlungen oder Neuromodulationsansätze wie die Rückenmarkstimulation — für als Schmerzgenerator identifizierte Strukturen relevante Erwägungen sein könnten

Dies ist einer der Gründe, warum eine gründliche Untersuchung durch eine qualifizierte medizinische Fachkraft, statt einer Selbstdiagnose, für die Entwicklung eines geeigneten Behandlungsplans wichtig ist.

Wie könnte diese Unterscheidung mit interventionellen Schmerzoptionen zusammenhängen?

Manche interventionellen Ansätze werden häufiger im Zusammenhang mit spezifischen Schmerzmechanismen diskutiert. Zum Beispiel wird die Radiofrequenzablation der Medial-Branch-Nerven im Allgemeinen bei nozizeptivem Schmerz erwogen, der nachweislich von einem Facettengelenk ausgeht, während die Rückenmarkstimulation eine Form der Neuromodulation darstellt, die mitunter bei bestimmten chronischen neuropathischen Schmerzmustern besprochen wird, die auf andere Maßnahmen nicht angesprochen haben. Dies sind allgemeine Zusammenhänge und keine festen Regeln, und der geeignete Weg für jeden Einzelnen hängt von einer umfassenden ärztlichen Untersuchung ab.

Häufig gestellte Fragen

Kann eine Person gleichzeitig neuropathische und nozizeptive Schmerzen haben?

Ja, dies wird oft als gemischter Schmerz bezeichnet und ist eine häufige Erscheinungsform bei chronischen Schmerzzuständen. Eine ärztliche Untersuchung hilft, den relativen Beitrag jedes Mechanismus zu bestimmen.

Verändert die Schmerzart, welche Untersuchungen ein Arzt anordnen könnte?

Das ist möglich. Das Verständnis, ob ein Schmerz eher einem nozizeptiven oder neuropathischen Muster entspricht, kann beeinflussen, ob ein Arzt Bildgebung, Nervenleitgeschwindigkeitsmessungen, diagnostische Blockaden oder andere Untersuchungsinstrumente in Betracht zieht.

Gilt eine Schmerzart als schwerwiegender als die andere?

Keine der beiden Kategorien ist von sich aus schwerwiegender oder weniger schwerwiegend; beide können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Schweregrad und Auswirkungen werden individuell von einer qualifizierten medizinischen Fachkraft beurteilt und nicht allein anhand der Schmerzart.

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Medizinischer Haftungsausschluss: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und Aufklärung und stellt keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlungsempfehlung dar. Er ersetzt nicht die Konsultation einer qualifizierten medizinischen Fachkraft. Indikationen, Verfügbarkeit und regulatorischer Status der Produkte variieren je nach Land. Beachten Sie stets die offizielle Gebrauchsanweisung (IFU) und konsultieren Sie für eine auf Ihre Situation bezogene Beratung einen zugelassenen Arzt. INVAMED-Produkte sind für die Verwendung durch geschultes medizinisches Fachpersonal bestimmt.

Geprüft von: INVAMED Medical Affairs

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