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Neuro, Spine & CranialFebruary 18, 2022INVAMED Medical Affairs

Minimal-invasive vs. offene Wirbelsäulenfixation: Verfahren im Vergleich

Vergleich von minimal-invasiver Wirbelsäulenchirurgie und offener Fixation — mit Fokus auf perkutane Schraubenplatzierung, Muskelschonung und Unterschiede in der Genesung.

Patienten, die vor einer Wirbelsäulenfusion stehen, fragen ihr OP-Team häufig, ob im Vergleich zwischen minimal-invasiver Wirbelsäulenchirurgie und offenem Vorgehen der bessere Weg vorliegt. Beide Techniken verfolgen dasselbe grundlegende Ziel — die Stabilisierung eines instabilen oder degenerierten Wirbelsäulensegments mit Schrauben und Stäben —, unterscheiden sich jedoch darin, wie der Chirurg Zugang zur Wirbelsäule erhält und wie stark das umliegende Gewebe dabei beeinträchtigt wird. Kein Ansatz ist grundsätzlich überlegen; die geeignete Wahl hängt von der individuellen Anatomie des Patienten, der Komplexität der Wirbelsäulenerkrankung und der klinischen Einschätzung des behandelnden Chirurgen ab.

Was unterscheidet minimal-invasive Wirbelsäulenchirurgie tatsächlich von der offenen Fixation?

Die offene Wirbelsäulenfixation erfolgt über eine einzelne, durchgehende Inzision, die die gesamte Länge des zu behandelnden Wirbelsäulensegments freilegt. Diese großflächige Freilegung verschafft dem Chirurgen eine direkte Sicht auf die Anatomie, was bei komplexen Deformitäten oder Revisionseingriffen wertvoll sein kann, bei denen anatomische Landmarken durch vorangegangene Eingriffe verändert wurden. Die minimal-invasive Wirbelsäulenchirurgie nutzt dagegen eine oder mehrere kleinere Inzisionen sowie spezialisierte röhrenförmige Retraktoren oder Navigationsunterstützung, um dieselben Wirbelsegmente zu erreichen, ohne die paraspinale Muskulatur vollständig freizulegen. Die zugrunde liegende Instrumentation — Schrauben, Stäbe und Interbody-Implantate — ist zwischen beiden Ansätzen häufig vergleichbar; verändert wird vor allem der chirurgische Zugangsweg, über den sie platziert wird.

Wie perkutane Schraubenplatzierung den chirurgischen Zugang verändert

Perkutane Schrauben werden mittels Führungsdrähten und kleinen Dilatationsinstrumenten durch Haut und Muskulatur eingebracht, statt über ein vollständig eröffnetes OP-Feld. Diese Technik steht im Zentrum der meisten Vergleiche zwischen minimal-invasiver und offener Wirbelsäulenchirurgie, da sie es ermöglicht, Schrauben unter Bildsteuerung im Pedikel zu platzieren, während die Muskelansätze weitgehend unversehrt bleiben. Einige MIS-orientierte Pedikelschraubensysteme, wie das SpineNav MIS Pedicle Screw System von INVAMED, sind gezielt für die perkutane Platzierung über kleinere Zugangspunkte konzipiert. Bei entsprechend ausgewählten Fällen kann dies das Ausmaß der während der Operation erforderlichen Gewebe-Retraktion verringern, wobei die technischen Anforderungen an das OP-Team im Allgemeinen höher sind als bei einem offenen Vorgehen.

Muskelschonung gegenüber direkter Sichtbarkeit abwägen

Muskelschonung wird häufig als Vorteil minimal-invasiver Techniken angeführt, da der Erhalt der paraspinalen Muskulatur und ihrer Blutversorgung im Vergleich zur breiten subperiostalen Präparation bei offenen Operationen das lokale Gewebetrauma verringern kann. Die offene Freilegung bietet dem Chirurgen jedoch eine ungehinderte, direkte Sicht auf Nervenwurzeln, knöcherne Landmarken und angrenzende Strukturen, was insbesondere bei ausgeprägten Deformitäten, dichtem Narbengewebe nach Voroperationen oder durch Tumor oder Trauma veränderter Anatomie von Bedeutung sein kann. Keiner der beiden Faktoren allein bestimmt den richtigen Ansatz; die Entscheidung wägt den Wert der Gewebeschonung gegen den Wert der vollständigen anatomischen Übersicht für die jeweilige Erkrankung des Patienten ab.

Welchen Genesungsunterschied sollten Patienten erwarten?

Der Genesungsunterschied ist eines der am häufigsten diskutierten Themen beim Vergleich dieser Ansätze, und allgemeine Muster werden in der klinischen Literatur häufig beschrieben, wobei individuelle Erfahrungen erheblich variieren können. Kleinere Inzisionen und eine geringere Muskelbeeinträchtigung bei MIS-Verfahren werden bei entsprechend ausgewählten Patienten häufig mit kürzeren Krankenhausaufenthalten und einer schnelleren initialen Erholungsphase in Verbindung gebracht. Offene Verfahren können aufgrund der größeren Weichteilfreilegung mit einem längeren initialen Erholungsfenster einhergehen. Dennoch wird die Genesung von zahlreichen Faktoren jenseits des chirurgischen Zugangs selbst beeinflusst, darunter die Anzahl der behandelten Segmente, der allgemeine Gesundheitszustand und die Einhaltung postoperativer Anweisungen des Behandlungsteams. Ein qualifizierter Arzt legt fest, welcher Ansatz und welche Genesungserwartungen für den jeweiligen Patienten angemessen sind.

Ist minimal-invasive Wirbelsäulenchirurgie immer anstelle einer offenen Operation möglich?

Nicht zwingend. Manche Wirbelsäulenerkrankungen, insbesondere ausgeprägte Deformitäten, mehrsegmentale Revisionseingriffe oder Fälle mit erheblich veränderter Anatomie, sind unter Umständen besser für einen offenen Ansatz geeignet, der eine vollständige direkte Sicht ermöglicht. Die Eignung für die jeweilige Technik wird vom behandelnden chirurgischen Team im Einzelfall festgelegt.

Verwenden MIS- und offene Wirbelsäulenfixation unterschiedliche Implantate?

Nicht immer. Viele Pedikelschraubensysteme, einschließlich polyaxialer Designs, lassen sich sowohl in offener als auch in perkutaner Technik einsetzen, wobei dasselbe grundlegende Schrauben-Stab-Konstrukt die Stabilisierung erreicht. Der wesentliche Unterschied liegt in vielen Fällen eher im chirurgischen Zugangsweg als im Implantat selbst.

Welcher Ansatz weist eine niedrigere Komplikationsrate auf?

Es gibt keine allgemeingültige Antwort, da sich die Komplikationsprofile je nach Erkrankung, individueller Anatomie und der Erfahrung des Chirurgen mit der jeweiligen Technik unterscheiden. Beide Ansätze bergen die allgemeinen Risiken, die mit Wirbelsäuleninstrumentationseingriffen verbunden sind, und ein qualifizierter Arzt kann die relevanten Überlegungen für den individuellen Fall besprechen.

Die richtige Wahl für die spinale Fixation treffen

Letztlich ist die Wahl zwischen minimal-invasiver Wirbelsäulenchirurgie und offener Fixation keine Frage einer grundsätzlichen Überlegenheit der einen gegenüber der anderen Technik. Es handelt sich um eine klinische Entscheidung, die von der Anatomie des Patienten, der Komplexität der behandelten Erkrankung und der Erfahrung des OP-Teams mit einer bestimmten Technik geprägt wird. Produkte, die in beiden Ansätzen eingesetzt werden, einschließlich Pedikelschraubensystemen aus der Produktlinie neuro-spine-cranial von INVAMED, sind darauf ausgelegt, Chirurgen unabhängig vom gewählten Zugangsweg im jeweiligen Fall zu unterstützen.


Geräteverfügbarkeit und Regulierungsstatus variieren je nach Land. Bitte wenden Sie sich an INVAMED oder Ihren autorisierten Händler vor Ort, um aktuelle Informationen zu den für Ihre Region geltenden Vorschriften zu erhalten.

Geprüft von: INVAMED Medical Affairs

Dieser Inhalt dient der Fortbildung von medizinischem Fachpersonal und stellt keine medizinische Beratung dar. Beachten Sie stets die klinischen Leitlinien und die Gebrauchsanweisung.

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