Die interventionelle Medizin bringt ihr eigenes Fachvokabular mit, das für Patienten, die diese Begriffe zum ersten Mal hören, verwirrend sein kann. Dieses Glossar interventioneller Medizinbegriffe erläutert mehr als 40 gängige Wörter und Wendungen in verständlicher Sprache und bietet Patienten und Angehörigen ein hilfreiches Nachschlagewerk vor oder nach einem Arztgespräch.
Diagnostik- und Bildgebungsbegriffe
Angiographie (Angiography) — Bildgebung zur Darstellung von Blutgefäßen, häufig unter Verwendung von Kontrastmittel und Röntgenstrahlen (Fluoroskopie).
Duplexsonographie (Duplex ultrasound) — Nicht-invasiver Ultraschall in Kombination mit Doppler-Technik zur Beurteilung von Blutfluss und Gefäßstruktur.
Fluoroskopie (Fluoroscopy) — Kontinuierliche Röntgenbildgebung in Echtzeit, die zur Steuerung von Kathetern während eines Eingriffs eingesetzt wird.
Knöchel-Arm-Index (Ankle-brachial index, ABI) — Ein Vergleich des Blutdrucks am Knöchel mit dem Blutdruck am Arm, der zur Beurteilung einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (PAVK) beiträgt.
Venographie (Venography) — Eine bildgebende Untersuchung zur Darstellung von Venen, in der Regel unter Verwendung von Kontrastmittel.
Kontrastmittel (Contrast dye) — Eine Substanz, die in Gefäße injiziert wird, um sie in der Röntgen- oder CT-Bildgebung sichtbar zu machen.
CT-Angiographie (CT angiography, CTA) — Eine CT-Untersuchung in Kombination mit Kontrastmittel zur detaillierten Darstellung von Blutgefäßen.
Zugangs- und Zufuhrbegriffe
Katheter (Catheter) — Ein dünner, flexibler Schlauch, der zum Zugang und zur Navigation innerhalb von Blutgefäßen verwendet wird.
Führungsdraht (Guidewire) — Ein dünner Draht, der Katheter und Geräte zur Behandlungsstelle führt.
Schleuse (Sheath) — Ein kurzer Schlauch an der Gefäßzugangsstelle, der den Austausch von Geräten ermöglicht.
Perkutan (Percutaneous) — Durch die Haut mittels Nadelpunktion durchgeführt, nicht über einen offenen Schnitt.
Tumeszenzanästhesie (Tumescent anesthesia) — Große Mengen verdünnten Lokalanästhetikums, die bei manchen Veneneingriffen eingesetzt werden.
Mikrokatheter (Microcatheter) — Ein Katheter mit sehr kleinem Durchmesser zur Navigation in distalen Gefäßen, etwa im Gehirn.
Begriffe zur Gefäßbehandlung
Angioplastie (Angioplasty) — Erweiterung eines verengten oder verschlossenen Blutgefäßes mittels eines Ballons.
Stent (Stent) — Ein kleines Gittergerüst, das in ein Gefäß eingesetzt wird, um es offenzuhalten.
Medikamentenfreisetzender Stent (Drug-eluting stent, DES) — Ein Stent mit einer Medikamentenbeschichtung, die eine erneute Verengung verringern soll.
Unbeschichteter Metallstent (Bare metal stent, BMS) — Ein Stent ohne Medikamentenbeschichtung, hergestellt aus einer Metalllegierung.
Restenose (Restenosis) — Erneute Verengung eines Gefäßes nach Angioplastie oder Stent-Implantation.
Atherektomie (Atherectomy) — Mechanische Entfernung oder Modifikation von Plaqueablagerungen innerhalb einer Arterie.
Embolisation (Embolization) — Gezieltes Blockieren des Blutflusses zu einem Zielbereich mittels Coils, Plugs oder flüssiger Wirkstoffe.
Thrombektomie (Thrombectomy) — Ein Eingriff, bei dem ein Blutgerinnsel (Thrombus) aus einem Gefäß entfernt wird.
Thrombolyse (Thrombolysis) — Gerinnselauflösende Medikation, die zum Abbau eines Blutgerinnsels eingesetzt wird.
Pharmakomechanische Thrombolyse (Pharmacomechanical thrombolysis) — Mechanische Gerinnselauflösung in Kombination mit lokalisierter thrombolytischer Medikation.
Endovenöse Ablation (Endovenous ablation) — Laser- oder Radiofrequenzverfahren, die eine erkrankte Vene mittels thermischer Energie verschließen.
Cyanoacrylat-Verschluss (Cyanoacrylate closure) — Eine nicht-thermische Venenbehandlung, bei der die Vene mit medizinischem Klebstoff verschlossen wird.
Sklerotherapie (Sclerotherapy) — Injektion einer Lösung oder eines Schaums in eine Vene, um deren Verschluss herbeizuführen.
Geräte und Strukturen
Gefäßplug (Vascular plug) — Ein Gerät zum Verschluss (Okklusion) eines Blutgefäßes, häufig bei der Embolisation eingesetzt.
Coil (Coil) — Ein kleiner, flexibler, oft platinbasierter Draht, der zum Verschluss von Gefäßen oder Aneurysmasäcken verwendet wird.
Flüssiges Embolisat (Liquid embolic agent) — Eine Flüssigkeit, die nach der Injektion erstarrt, um den Fluss innerhalb eines Gefäßnetzwerks zu blockieren.
Vena-cava-Filter (IVC filter) — Ein Gerät in der unteren Hohlvene, das Gerinnselfragmente auffangen soll.
Stentgraft (Stent graft) — Ein Stent in Kombination mit einer Gewebeummantelung, der zur Verstärkung einer Gefäßwand eingesetzt wird, häufig an der Aorta.
Stent-Retriever (Stent retriever) — Ein Gerät, das bei der mechanischen Thrombektomie zum Erfassen und Entfernen eines Gerinnsels eingesetzt wird.
Flow-Modulator (Flow modulator) — Ein Gerät, das den Blutfluss beeinflussen soll, ohne Astgefäße vollständig zu bedecken.
Häufig referenzierte Erkrankungen
Periphere arterielle Verschlusskrankheit (Peripheral arterial disease, PAD/PAVK) — Verengung der Beinarterien durch Plaqueablagerungen.
Tiefe Venenthrombose (Deep vein thrombosis, DVT/TVT) — Ein Blutgerinnsel, das sich in einer tiefen Vene bildet, am häufigsten im Bein.
Lungenembolie (Pulmonary embolism, PE) — Eine Verlegung einer Lungenarterie, häufig durch ein wanderndes Gerinnsel verursacht.
Chronische venöse Insuffizienz (Chronic venous insufficiency, CVI) — Beeinträchtigter venöser Rückfluss, der einen erhöhten Venendruck im Bein verursacht.
Aneurysma (Aneurysm) — Eine abnorme Ausbuchtung oder Erweiterung einer Blutgefäßwand.
Dissektion (Dissection) — Ein Einriss in der inneren Schicht einer Gefäßwand.
Arteriovenöse Malformation (Arteriovenous malformation, AVM) — Ein abnormes Knäuel, das Arterien direkt mit Venen verbindet.
Großgefäßverschluss (Large vessel occlusion, LVO) — Eine Verlegung einer großen Hirnarterie, die häufig mittels Thrombektomie behandelt wird.
Claudicatio (Claudication) — Krampfartige Beinschmerzen bei Belastung, häufig verbunden mit einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (PAVK).
Regulatorische und allgemeine Begriffe
europäische Marktzulassung (europäische Marktzulassung) — Zertifizierung, die bestätigt, dass ein Gerät den EU-Anforderungen gemäß die geltenden europäischen Medizinprodukte-Vorschriften entspricht.
international anerkannte Qualitätsmanagementstandards (international anerkannte Qualitätsmanagementstandards) — Ein internationaler Qualitätsstandard speziell für die Herstellung von Medizinprodukten.
Gebrauchsanweisung (Instructions for Use, IFU) — Das Herstellerdokument, das den zugelassenen Gebrauch und die Handhabung eines Geräts detailliert beschreibt.
Biokompatibilität (Biocompatibility) — Die Fähigkeit eines Materials, im Körper zu funktionieren, ohne eine nachteilige biologische Reaktion hervorzurufen.
Häufig gestellte Fragen
Warum verwenden interventionelle Eingriffe so viel Fachterminologie?
Die interventionelle Medizin greift auf Vokabular aus Radiologie, Ingenieurwesen und Chirurgie zurück. Das Verständnis zentraler Begriffe kann Patienten helfen, Gesprächen mit ihrem Behandlungsteam sicherer zu folgen.
Wo finde ich die Bedeutung eines Begriffs, der nicht in diesem Glossar aufgeführt ist?
Ihr Arzt oder die Gebrauchsanweisung (IFU) des jeweiligen Eingriffs sind die zuverlässigsten Quellen für Terminologie, die speziell zu Ihrer Behandlung gehört.
Werden diese Begriffe in allen Ländern einheitlich verwendet?
Die Terminologie ist in der englischsprachigen medizinischen Fachliteratur im Allgemeinen einheitlich, wenngleich regionale Abweichungen bestehen. Auch die Verfügbarkeit von Geräten kann je nach Land variieren.
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