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Cardiac Surgery InstrumentsFebruary 2, 2023INVAMED Medical Affairs

CPB-Kanülen: Venöse und arterielle Typen erklärt

Kanülentypen für die Herz-Lungen-Maschine reichen von einstufigen venösen Kanülen bis zu arteriellen Kanülen. So funktioniert jeder Typ im Bypasskreislauf.

Die Herz-Lungen-Maschine (HLM) ermöglicht es dem OP-Team, während einer offenen Herzoperation vorübergehend die Funktion von Herz und Lunge zu übernehmen – und nichts davon funktioniert ohne Kanülen, die Schläuche, die den Kreislauf des Patienten mit der HLM verbinden. Die Wahl der richtigen HLM-Kanüle für den jeweiligen Eingriff bedeutet, das Kanülendesign auf das spezifische Verfahren, die Patientenanatomie und die Drainageanforderungen abzustimmen. Dieser Überblick erklärt die wichtigsten venösen und arteriellen Kanülentypen und deren Unterscheidungsmerkmale.

Welche Rolle spielen venöse Kanülen im Bypasskreislauf?

Venöse Kanülen sind dafür zuständig, sauerstoffarmes Blut aus dem venösen System des Patienten in den Bypasskreislauf abzuleiten, wo es oxygeniert wird, bevor es dem Körper wieder zugeführt wird. Da dieser Drainageschritt von Schwerkraft oder vakuumunterstütztem Fluss abhängt, wirkt sich Design und Platzierung der venösen Kanüle direkt darauf aus, wie vollständig das Herz entleert werden kann und wie reibungslos die HLM läuft. Eine unzureichende venöse Drainage kann die Arbeit des Chirurgen an einem ruhigen, dekomprimierten Herzen erschweren, weshalb die Wahl der venösen Kanüle keineswegs eine Nebensächlichkeit ist.

Wie unterscheiden sich einstufige und zweistufige venöse Kanülen?

Eine einstufige venöse Kanüle verfügt über Drainageöffnungen, die an einem einzigen Punkt entlang ihrer Länge konzentriert sind, und wird typischerweise direkt im rechten Vorhof oder in einer einzelnen großen Vene platziert. Sie ist eine gängige Wahl, wenn sowohl die obere als auch die untere Hohlvene einzeln kanüliert werden müssen, etwa bei Eingriffen, die eine Eröffnung des Herzens erfordern. Eine zweistufige venöse Kanüle hingegen verfügt über zwei Gruppen von Drainageöffnungen an unterschiedlichen Punkten entlang ihrer Länge, sodass sie sowohl den rechten Vorhof als auch die untere Hohlvene gleichzeitig über eine einzige, durch das Vorhofohr eingeführte Kanüle drainieren kann. Zweistufige Kanülen werden häufig bei Eingriffen bevorzugt, bei denen eine einzelne venöse Leitung das OP-Feld vereinfacht, etwa bei vielen koronaren Bypassoperationen, während die einstufige, bikavale Kanülierung im Allgemeinen bevorzugt wird, wenn der rechte Vorhof eröffnet werden muss, da sie das einzelne Abklemmen der Hohlvenen ermöglicht.

Was zeichnet arterielle Kanülen im Kreislauf aus?

Arterielle Kanülen führen oxygeniertes Blut von der HLM zurück in das arterielle System des Patienten, meist über die Aorta ascendens, wobei femorale oder axilläre arterielle Kanülierung in bestimmten Situationen wie Reoperationen oder bestimmten Aorteneingriffen zum Einsatz kommt. Das Design arterieller Kanülen muss dem hohen Druck und der hohen Flussgeschwindigkeit des dem Körper zurückgeführten Blutes Rechnung tragen, da eine fehlplatzierte oder falsch dimensionierte arterielle Kanüle einen turbulenten Strahlfluss erzeugen kann, der das Risiko einer Aortenwandverletzung oder embolischer Komplikationen erhöht. Sowohl gerade als auch gebogene Spitzenkonfigurationen kommen zum Einsatz, wobei die Wahl vom Zielgefäß und der Präferenz des Chirurgen für die jeweilige Kanülierungsstelle abhängt.

Warum ist die Kanülengröße so wichtig?

Sowohl venöse als auch arterielle Kanülen werden entsprechend der für den Eingriff erforderlichen Flussrate dimensioniert, die von der Körpergröße des Patienten, dem angestrebten Bypassfluss und den jeweils kanülierten Gefäßen beeinflusst wird. Eine zu klein dimensionierte Kanüle kann den Fluss einschränken und übermäßigen Widerstand im Kreislauf erzeugen, während eine zu groß dimensionierte Kanüle möglicherweise schwer sicher zu platzieren ist oder nicht angemessen in das Zielgefäß passt. OP-Teams orientieren sich in der Regel an etablierten Größentabellen, die Kanülendurchmesser mit erwarteten Flussraten korrelieren, und passen diese an die individuelle Physiologie des Patienten und die Anforderungen des jeweiligen Eingriffs an. Zugehöriges Instrumentarium für Bypass- und minimal-invasive Herzeingriffe wird auf der Kategorieseite Herzchirurgie-Instrumente beschrieben.

Wie verhält sich die ECMO-Kanülierung zu Standard-CPB-Kanülen?

Die extrakorporale Membranoxygenierung (ECMO) weist konzeptionelle Ähnlichkeiten mit der Herz-Lungen-Maschine auf, doch ihre Kanülen sind im Allgemeinen für einen längeren Verbleib und häufig für eine perkutane statt direkte chirurgische Insertion ausgelegt. Standard-CPB-Kanülen im OP-Saal sind typischerweise für kurzfristige Unterstützung mit hohem Fluss während eines einzelnen Eingriffs optimiert, während ECMO-Kanülen einen kontinuierlichen Einsatz über mehrere Tage tolerieren und unterschiedliche Zugangsstrategien ermöglichen müssen. Das zugrunde liegende Ziel – Blut sicher aus dem Kreislauf heraus- und wieder hineinzuführen – ist bei beiden Anwendungen dasselbe, auch wenn sich die konkreten Kanülendesigns unterscheiden.

Wie wird die Kanülengröße für einen bestimmten Patienten bestimmt?

Die Kanülengröße wird im Allgemeinen anhand der angestrebten Bypass-Flussrate gewählt, die von der Körpergröße des Patienten, dem spezifischen Eingriff und den kanülierten Gefäßen beeinflusst wird. OP-Teams orientieren sich an etablierten Größenrichtlinien und passen diese an die individuelle Physiologie des Patienten an.


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Geprüft von: INVAMED Medical Affairs

Dieser Inhalt dient der Fortbildung von medizinischem Fachpersonal und stellt keine medizinische Beratung dar. Beachten Sie stets die klinischen Leitlinien und die Gebrauchsanweisung.

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