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Oncology AblationJuly 17, 2022INVAMED Medical Affairs

Ablation vs. Operation bei kleinen Tumoren: Entscheidungsfaktoren

Wie die Entscheidung zwischen Ablation und Operation bei kleinen Tumoren getroffen wird: Anatomie, Tumorgröße und Einfluss des Tumorboards.

Wird ein kleiner Tumor in Leber, Niere, Lunge oder einem anderen soliden Organ entdeckt, stehen Patienten und ihre Behandlungsteams oft vor der Wahl zwischen zwei grundsätzlichen Strategien: perkutaner Ablation oder chirurgischer Resektion. Die Entscheidung zwischen Ablation und Operation ist selten einfach und hängt von einer Kombination aus Tumoreigenschaften, Gesundheitszustand des Patienten und institutioneller Expertise ab. Dieser Artikel stellt die wichtigsten Faktoren dar, die in diese Entscheidung einfließen, ohne nahezulegen, dass ein Ansatz dem anderen grundsätzlich überlegen wäre.

Was gilt bei der Behandlungsplanung als „kleiner" Tumor?

Kriterien zur Tumorgröße gehören zu den ersten Variablen, die ein Behandlungsteam prüft. In der allgemeinen onkologischen Literatur werden Läsionen unter etwa 3 Zentimetern häufig als grundsätzlich geeignete Kandidaten für die thermische Ablation diskutiert, während größere oder multifokale Tumoren eher zu einer Resektion oder einem kombinierten Ansatz tendieren lassen. Diese Angaben werden häufig als allgemeine Orientierungswerte und nicht als feste Regeln zitiert, da auch Tumorlage, Nähe zu Blutgefäßen und Organfunktion eine Rolle spielen. Ein Tumor in der Nähe eines großen Gefäßes, eines Gallengangs oder eines Nervenbündels kann selbst bei geringer Größe schwerer vollständig zu abladieren sein – unter anderem aufgrund von Effekten wie dem sogenannten Heat-Sink-Effekt in der Nähe fließenden Blutes.

Wie verhält sich die chirurgische Resektion im Vergleich zur perkutanen Ablation?

Bei der chirurgischen Resektion wird der Tumor zusammen mit einem Saum umliegenden Gewebes physisch entfernt, üblicherweise unter Vollnarkose. Sie gilt seit Langem als Standardansatz, da sie es Pathologen ermöglicht, das gesamte Präparat zu untersuchen und den Status der Resektionsränder zu bestätigen. Die Resektion ist jedoch invasiver, erfordert in der Regel einen längeren Krankenhausaufenthalt und eine längere Erholungsphase und ist möglicherweise nicht geeignet für Patienten mit eingeschränkter Organreserve, erheblichen Begleiterkrankungen oder vorausgegangenen Bauchoperationen.

Die perkutane Ablation, die über eine nadelartige Elektrode oder Sonde unter Bildgebungskontrolle verabreicht wird, stellt eine Alternative zur Resektion dar, bei der ein großer Schnitt vermieden wird. Die Erholung ist in der Regel kürzer, und der Eingriff kann häufig unter Sedierung statt Vollnarkose durchgeführt werden. Der Kompromiss besteht darin, dass sich die Ablation zur Bestätigung der Behandlungsränder auf die Bildgebung stützt statt auf eine direkte pathologische Untersuchung, und ein örtliches Rezidiv an der Ablationsstelle stellt eine anerkannte Möglichkeit dar, die eine fortlaufende Überwachung erfordert.

Warum ein interdisziplinäres Tumorboard bei dieser Entscheidung wichtig ist

Da beide Optionen jeweils eigene Vorteile und Abwägungen mit sich bringen, leiten viele Krebszentren Fälle mit kleinen Tumoren an ein interdisziplinäres Tumorboard weiter, dem interventionelle Radiologen, chirurgische Onkologen, medizinische Onkologen und mitunter Strahlentherapeuten angehören. Diese Gruppe prüft Bildgebung, Biopsiebefunde, Tumorlage und die allgemeine Eignung des Patienten für einen Eingriff. Ziel ist es, die Behandlung dem individuellen Fall anzupassen, anstatt standardmäßig auf einen einzigen Ansatz zurückzugreifen. Ein interdisziplinäres Tumorboard hilft zudem, Patienten zu identifizieren, die von einer Kombinationsstrategie profitieren könnten, etwa einer Ablation in Verbindung mit einer Embolisation bei bestimmten Lebertumoren – ein Thema, das an anderer Stelle auf dieser Website ausführlicher behandelt wird.

Patientenspezifische Faktoren, die die Entscheidung beeinflussen

Neben der Tumorgröße berücksichtigt das Behandlungsteam üblicherweise:

  • das allgemeine operative Risiko, einschließlich Herz- und Lungenfunktion
  • die Leber- oder Nierenreserve, insbesondere bei Patienten mit zugrunde liegender Erkrankung
  • Anzahl und Verteilung der Tumoren
  • ob der Tumor nach einer vorangegangenen Behandlung erneut aufgetreten ist
  • die Präferenz des Patienten hinsichtlich Erholungszeit und Invasivität

Keiner dieser Faktoren wirkt isoliert, und es bedarf klinischer Beurteilung, um sie gemeinsam abzuwägen. Das Onkologie-Ablation-Portfolio von INVAMED, einschließlich der bei perkutanen Verfahren eingesetzten Radiofrequenzablationssysteme, unterstützt die Ablationsseite dieser Entscheidung, sofern ein Arzt dies für angemessen hält. Weitere Informationen zur übergeordneten Kategorie der bei diesen Verfahren eingesetzten Geräte finden Sie auf der INVAMED-Produktseite für Onkologie-Ablation.

Wird Ablation immer nur bei kleinen Tumoren eingesetzt?

Ablation wird in der Literatur am häufigsten für kleinere, gut abgrenzbare Tumoren diskutiert, doch der geeignete Größengrenzwert variiert je nach Organ, Tumortyp und Technik. Manche größeren Läsionen können weiterhin mittels Multi-Sonden- oder Multi-Tine-Ansätzen für eine Ablation infrage kommen. Ein qualifizierter Arzt beurteilt die Eignung anhand der Bildgebung und des gesamten klinischen Bildes.

Bedeutet die Wahl der Ablation, dass eine spätere Operation nicht mehr möglich ist?

Nicht zwangsläufig. In vielen Fällen schließen sich Ablation und Operation im Verlauf der Behandlung eines Patienten nicht gegenseitig aus, und ein Tumor, der nach einer Ablation erneut auftritt, kann weiterhin für eine Resektion oder eine erneute Ablation infrage kommen. Das interdisziplinäre Tumorboard bewertet den Fall in der Regel bei jedem Behandlungsschritt erneut.

Wer entscheidet letztlich zwischen Ablation und Operation?

Die Entscheidung wird gemeinsam von Patient und behandelnden Ärzten getroffen, gestützt auf die Einschätzung des interdisziplinären Tumorboards, die Bildbefunde sowie die individuelle Anatomie und den allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten. Kein einzelner Test und keine einzelne Kennzahl bestimmt automatisch den richtigen Ansatz.


Geräteverfügbarkeit und Regulierungsstatus variieren je nach Land. Bitte wenden Sie sich an INVAMED oder Ihren autorisierten Händler vor Ort, um aktuelle Informationen zu den für Ihre Region geltenden Vorschriften zu erhalten.

Geprüft von: INVAMED Medical Affairs

Dieser Inhalt dient der Fortbildung von medizinischem Fachpersonal und stellt keine medizinische Beratung dar. Beachten Sie stets die klinischen Leitlinien und die Gebrauchsanweisung.

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