Periphere arterielle Verschlusskrankheit: Eine wachsende globale Epidemie
Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) stellt eine bedeutende und zunehmende globale Gesundheitsherausforderung dar, die durch die Verengung peripherer Arterien, am häufigsten in den Beinen, gekennzeichnet ist. Dieser Zustand schränkt die Durchblutung ein, was zu Schmerzen, eingeschränkter Beweglichkeit und in schweren Fällen zur Amputation von Gliedmaßen führt. Jüngste Prognosen unterstreichen die alarmierende Entwicklung der pAVK und positionieren sie als eine sich schnell ausbreitende Epidemie mit tiefgreifenden Auswirkungen auf die öffentlichen Gesundheitssysteme weltweit [1].
Laut einer umfassenden bevölkerungsbasierten Studie wird die weltweite Belastung durch pAVK voraussichtlich dramatisch ansteigen. Schätzungen zufolge wird die Zahl der pAVK-Fälle weltweit zwischen 2021 und 2050 um erstaunliche 220 % ansteigen und potenziell 360 Millionen Menschen betreffen. Dieser Anstieg spiegelt nicht nur das Bevölkerungswachstum wider, sondern ist auch ein Anstieg der altersstandardisierten Prävalenzraten, die im gleichen Zeitraum voraussichtlich um 164 % steigen werden. Gleichzeitig wird prognostiziert, dass sich die altersstandardisierte Sterblichkeit verdoppelt und die behinderungsbereinigten Lebensjahre (DALYs) um 68 % ansteigen werden [1]. Diese Zahlen verdeutlichen die zunehmende Morbidität und Mortalität im Zusammenhang mit pAVK, insbesondere bei älteren Erwachsenen, und überproportionale Auswirkungen auf Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen (LMICs), in denen voraussichtlich mehr als die Hälfte der künftigen Fälle auftreten werden [1].
Die Haupttreiber dieser wachsenden Epidemie sind vielfältig, wobei veränderbare Risikofaktoren eine entscheidende Rolle spielen. Stoffwechselerkrankungen, insbesondere Diabetes, gelten als die Hauptverursacher der steigenden pAVK-Belastung. Prognosen zufolge werden allein bis zum Jahr 2050 weltweit 1,31 Milliarden Menschen von Diabetes betroffen sein, wodurch die Prävalenz und Schwere der pAVK deutlich zunimmt [1, 2]. Zu den weiteren kritischen modifizierbaren Risikofaktoren gehören Rauchen, Fettleibigkeit, Bluthochdruck und Hyperlipidämie, die zusammen etwa 70 % der pAVK-Fälle ausmachen [2]. Nicht-traditionelle Risikofaktoren wie chronische Nierenerkrankungen (CKD) tragen ebenfalls erheblich dazu bei, da CKD-Patienten einem erhöhten Risiko für Gliedmaßenamputationen und kardiovaskuläre Ereignisse ausgesetzt sind [1]. Während Anti-Raucher-Initiativen einige Erfolge gezeigt haben, werden ihre Vorteile zunehmend durch die steigende Prävalenz metabolischer Risiken und eine alternde Weltbevölkerung zunichte gemacht [1].
Trotz der zunehmenden Prävalenz wird pAVK weiterhin unzureichend erkannt und behandelt. Ein begrenztes öffentliches und professionelles Bewusstsein, gepaart mit einer atypischen Symptomdarstellung bei vielen Patienten (nur 10–30 % leiden unter klassischer Claudicatio intermittens), führt häufig zu einer verzögerten Diagnose [1, 3]. Diagnoseinstrumente wie der Knöchel-Arm-Index (ABI) sind für die Früherkennung von entscheidender Bedeutung, doch der Zugang zu solchen nicht-invasiven Tests und anschließenden leitlinienempfohlenen Therapien bleibt insbesondere in ressourcenbeschränkten Umgebungen suboptimal [1, 4]. Die überwachte Bewegungstherapie, eine Erstlinienbehandlung, hat eine mit endovaskulären Interventionen vergleichbare Wirksamkeit gezeigt, steht jedoch aufgrund der unzureichenden Gesundheitsinfrastruktur vor Herausforderungen bei der Umsetzung [1].
Die Bekämpfung dieser aufkeimenden Epidemie erfordert eine konzertierte globale Anstrengung. Ein proaktives Management von metabolischen Risikofaktoren, insbesondere Diabetes, könnte die prognostizierte pAVK-Belastung erheblich reduzieren. Schätzungen gehen von einer Reduzierung der altersstandardisierten Prävalenz um 36 %, einer Reduzierung der Mortalität um 17 % und einer Reduzierung der DALYs um 10 % bis 2050 durch wirksame Interventionen aus [1]. Dies unterstreicht das Potenzial, durch gezieltes Risikofaktormanagement über 30 % der pAVK-Fälle zu verhindern. Strategien müssen sich darauf konzentrieren, das Bewusstsein der Öffentlichkeit und der Gesundheitsdienstleister zu schärfen, den Zugang zu Diagnosediensten zu verbessern und eine gerechte Verteilung der Ressourcen für die PAD-Behandlung weltweit sicherzustellen. Staatliche Gesundheitsbehörden müssen bei der Stärkung der PAD-bezogenen Richtlinien und der Erweiterung der Behandlungsmöglichkeiten eine Vorreiterrolle spielen, insbesondere in Regionen mit begrenzter Gesundheitsinfrastruktur [1].
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich die periphere arterielle Verschlusskrankheit rasch zu einer großen globalen Gesundheitskrise entwickelt, die auf eine alternde Bevölkerung und die zunehmende Prävalenz metabolischer Risikofaktoren zurückzuführen ist. Der prognostizierte Anstieg der Fälle, der Sterblichkeit und der Invalidität erfordert dringende und umfassende Interventionen im Bereich der öffentlichen Gesundheit. Durch die Priorisierung des Bewusstseins, der frühzeitigen Diagnose und des aggressiven Managements veränderbarer Risikofaktoren kann der Verlauf dieser wachsenden Epidemie verändert werden, was zu besseren Gesundheitsergebnissen und einer geringeren Gesundheitsbelastung weltweit führt.
Referenzen
[1] Deng, L., Du, C., Liu, L., Wang, Y., Gu, H., Armstrong, D. G., ... & Deng, W. (2025). Prognose der globalen Belastung durch periphere Arterienerkrankungen von 2021 bis 2050: Eine bevölkerungsbasierte Studie. *Forschung (Wash D C)*, *8*, 0702. [https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC12209533/](https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC12209533/) [2] GBD 2019 Peripheral Artery Disease Collaborators. (2023). Globale Belastung durch periphere arterielle Verschlusskrankheit und ihre Risikofaktoren, 1990–2019: Eine systematische Analyse für die Global Burden of Disease Study 2019. *Lancet Glob Health*, *11*(10), e1553–e1565. [3] Polonsky, T. S. & McDermott, M. M. (2021). Periphere Arterienerkrankung der unteren Extremität ohne chronische, die Gliedmaßen bedrohende Ischämie: Eine Übersicht. *JAMA*, *325*(21), 2188–2198. [4] Bauersachs, R., Zeymer, U., Brière, J. B., Marre, C., Bowrin, K. & Huelsebeck, M. (2019). Belastung durch koronare Herzkrankheit und periphere arterielle Verschlusskrankheit: Eine Literaturübersicht. *Cardiovasc Ther*, *2019*, 8295054.
