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Neuro, Spine & CranialMay 16, 2024INVAMED Medical Affairs

Perkutane Bandscheibendekompression: Druckreduktion im Bandscheibeninneren

Perkutane Bandscheibendekompression erklärt: Wie dieses minimal-invasive Wirbelsäulenverfahren den intradiskalen Druck bei gedeckten Bandscheibenvorfällen senkt.

Nicht jedes Bandscheibenproblem erfordert eine offene Operation. Für sorgfältig ausgewählte Patienten mit einem gedeckten Bandscheibenvorfall bietet die perkutane Bandscheibendekompression eine minimal-invasive Option der Wirbelsäulenbehandlung, die darauf abzielt, den Druck im Inneren der Bandscheibe selbst zu senken, anstatt Bandscheibenmaterial über einen chirurgischen Schnitt zu entfernen. Diese Technik erfolgt nadelbasiert durch die Haut und ist einer eigenen Kategorie zuzuordnen, die sich von der klassischen Diskektomie oder Fusionsoperation unterscheidet. Im Folgenden finden Sie einen Überblick darüber, wie die perkutane Bandscheibendekompression funktioniert, für welche Erkrankung sie im Allgemeinen vorgesehen ist und wie sie sich in das breitere Spektrum der Wirbelsäulenversorgung einfügt.

Was ist ein gedeckter Bandscheibenvorfall, und warum ist das hier relevant?

Ein gedeckter Bandscheibenvorfall liegt vor, wenn das gallertartige innere Material einer Bandscheibe, der Nucleus pulposus, nach außen gegen den festeren äußeren Ring der Bandscheibe, den Anulus fibrosus, drückt, ohne dass dieser äußere Ring vollständig reißt. Da der äußere Anulus bei einem gedeckten Bandscheibenvorfall intakt bleibt, verbleibt das vorgewölbte Material weitgehend innerhalb der eigenen Struktur der Bandscheibe, statt frei in den Wirbelkanal auszutreten. Diese Unterscheidung ist relevant, da sich die perkutane Bandscheibendekompression im Allgemeinen gezielt auf genau diesen Typ von Vorfall richtet: Sie wirkt, indem sie den Innendruck einer Bandscheibe mit noch intakter Außenwand senkt, statt ein bereits abgelöstes Bandscheibenfragment zu behandeln.

Wie senkt die perkutane Bandscheibendekompression den intradiskalen Druck?

Die allgemeine Technik besteht darin, unter Bildwandlerkontrolle, typischerweise Fluoroskopie, eine dünne Nadel oder Sonde durch die Haut in die betroffene Bandscheibe einzuführen, um die korrekte Platzierung zu bestätigen. Sobald die Position innerhalb des Nucleus erreicht ist, kann eine von mehreren Methoden angewendet werden, um eine geringe Menge Bandscheibenmaterial zu entfernen oder auf andere Weise Volumen und Druck im Inneren der Bandscheibe zu reduzieren. Mechanische Methoden entfernen physisch einen Teil des Nucleus-Materials, während radiofrequenzbasierte Methoden mit kontrollierter Energie eine geringe Menge Gewebe innerhalb der Bandscheibe abladieren. In beiden Fällen gilt dasselbe zugrunde liegende Prinzip: Die Reduktion des Innenvolumens der Bandscheibe senkt den nach außen gerichteten Druck auf den vorgewölbten Anulus, was wiederum den Grad verringern kann, in dem die Bandscheibe auf eine nahegelegene Nervenwurzel drückt.

Was ist Nukleoplastie, und wie steht sie zu dieser Technik?

Die Nukleoplastie ist eine spezifische Methode innerhalb der Kategorie der perkutanen Bandscheibendekompression und bezeichnet üblicherweise einen radiofrequenzbasierten Ansatz, bei dem eine spezielle Sonde Gewebe aus dem Inneren des Nucleus mittels kontrollierter Ablation entfernt. Der Begriff wird im allgemeinen Sprachgebrauch mitunter synonym mit perkutaner Bandscheibendekompression verwendet, obwohl er technisch gesehen eine bestimmte Technik unter mehreren mechanischen und radiofrequenzbasierten Optionen für diesen Zweck beschreibt. Unabhängig von der jeweils angewendeten Methode wird der Eingriff im Allgemeinen ambulant durchgeführt, wobei der Patient unter örtlicher Betäubung oder leichter Sedierung steht – dies entspricht der Einordnung als minimal-invasives Wirbelsäulenverfahren.

Wer kommt für dieses minimal-invasive Wirbelsäulenverfahren infrage?

Da die perkutane Bandscheibendekompression im Allgemeinen für gedeckte Bandscheibenvorfälle und nicht für vollständig ausgetretene oder sequestrierte Bandscheibenfragmente vorgesehen ist, kommt der sorgfältigen Patientenauswahl eine wichtige Bedeutung bei der Bestimmung der Eignung zu. Vor Erwägung dieser Technik als Option wird eine diagnostische Bildgebung, typischerweise MRT, eingesetzt, um den Typ des Vorfalls zu charakterisieren. Zu den Patienten, bei denen dieser Ansatz möglicherweise erwogen wird, zählen jene mit Symptomen einer Nervenwurzelreizung durch eine gedeckte Bandscheibenvorwölbung, die durch konservative Maßnahmen keine ausreichende Linderung erfahren haben. Ein qualifizierter Arzt bestimmt die Eignung für diesen oder jeden anderen Wirbelsäuleneingriff auf Grundlage einer umfassenden klinischen Untersuchung, da nicht jede Bandscheibenerkrankung auf ein dekompressionsbasiertes Verfahren anspricht.

Wie verläuft die Genesung typischerweise?

Die Genesung nach einer perkutanen Bandscheibendekompression ist im Allgemeinen kürzer als nach einer offenen Diskektomie oder Fusionsoperation, was auf den nadelbasierten, ambulanten Charakter der Technik und das Fehlen eines chirurgischen Schnitts zurückzuführen ist. Dennoch variieren die individuellen Genesungszeiträume und Ergebnisse erheblich je nach Ausmaß des Vorfalls, allgemeiner Wirbelsäulengesundheit und Einhaltung der vom behandelnden Arzt vorgegebenen Aktivitätsempfehlungen nach dem Eingriff. Instrumentarium und Bildgebungsgeräte, die zur Planung und Steuerung dieser Eingriffe eingesetzt werden, fallen häufig in dieselbe breitere Kategorie spinaler Technologie wie die Produkte auf der INVAMED-Produktseite neuro-spine-cranial.

Ist die perkutane Bandscheibendekompression dasselbe wie eine Wirbelsäulenfusionsoperation?

Nein. Die perkutane Bandscheibendekompression ist eine nadelbasierte Technik, die darauf abzielt, den Druck innerhalb eines gedeckten Bandscheibenvorfalls zu senken, während die Wirbelsäulenfusion die chirurgische Stabilisierung der Wirbelkörper mittels Instrumentierung und Knochentransplantat umfasst. Es handelt sich um unterschiedliche Verfahren für unterschiedliche klinische Situationen, und ein Arzt entscheidet, welches davon – falls überhaupt eines – für einen bestimmten Patienten geeignet ist.

Kann die perkutane Bandscheibendekompression bei einem vollständig rupturierten Bandscheibenvorfall eingesetzt werden?

Im Allgemeinen richtet sich diese Technik an gedeckte Bandscheibenvorfälle, bei denen der äußere Anulus intakt bleibt, statt an vollständig ausgetretene oder sequestrierte Bandscheibenfragmente. Vor dem Eingriff wird eine bildgebende Untersuchung durchgeführt, um den vorliegenden Vorfalltyp zu charakterisieren, und die Eignung wird von einem qualifizierten Arzt im Einzelfall bestimmt.

Welche Symptome könnten dazu veranlassen, sich wegen eines gedeckten Bandscheibenvorfalls untersuchen zu lassen?

Symptome wie ausstrahlende Schmerzen, Taubheitsgefühl oder Schwäche entlang einer Nervenbahn in Arm oder Bein werden häufig im Zusammenhang mit einer Nervenwurzelreizung durch einen Bandscheibenvorfall berichtet. Ein plötzlicher Verlust der Blasen- oder Darmkontrolle sowie fortschreitende Schwäche sind Alarmsymptome, die eine umgehende medizinische Versorgung erfordern, anstatt auf einen regulären Termin zu warten.


Geräteverfügbarkeit und Regulierungsstatus variieren je nach Land. Bitte wenden Sie sich an INVAMED oder Ihren autorisierten Händler vor Ort, um aktuelle Informationen zu den für Ihre Region geltenden Vorschriften zu erhalten.

Geprüft von: INVAMED Medical Affairs

Dieser Inhalt dient der Fortbildung von medizinischem Fachpersonal und stellt keine medizinische Beratung dar. Beachten Sie stets die klinischen Leitlinien und die Gebrauchsanweisung.

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