Nasenpolypen sind weiche, gutartige Wucherungen, die sich in der Schleimhaut von Nase und Nasennebenhöhlen bilden. Die Behandlung von Nasenpolypen folgt üblicherweise einem stufenweisen Vorgehen, das mit Medikamenten beginnt und nur bei Bedarf zu einer Operation führt. Da Polypen eng mit einer chronischen Entzündung zusammenhängen, richtet sich die Behandlung in der Regel sowohl auf die sichtbaren Wucherungen als auch auf den zugrunde liegenden Entzündungsprozess, nicht allein auf deren Entfernung.
Was sind Nasenpolypen und warum entstehen sie?
Nasenpolypen entstehen durch eine chronische Entzündung der Nasen- und Nasennebenhöhlenschleimhaut, meist im Zusammenhang mit einer chronischen Rhinosinusitis – einer Erkrankung mit anhaltender Schwellung der Nasennebenhöhlen über zwölf Wochen oder länger. Sie stehen zudem in Verbindung mit Asthma, Aspirinunverträglichkeit und allergischen Erkrankungen. Polypen können eine nasale Obstruktion, ein vermindertes Geruchsempfinden, Druckgefühl im Gesicht und postnasalen Schleimfluss verursachen. Da die zugrunde liegenden entzündlichen Auslöser auch nach Entfernung der Polypen bestehen bleiben, ist ein Rezidiv ein bekanntes Merkmal dieser Erkrankung und kein Zeichen eines Behandlungsversagens.
Welche medikamentösen Behandlungen werden zuerst versucht?
Bei den meisten Patientinnen und Patienten beginnt die Behandlung von Nasenpolypen mit einer medikamentösen Therapie. Intranasale Kortikosteroid-Sprays sind üblicherweise die Erstlinientherapie und zielen darauf ab, Entzündung und Polypengröße über Wochen bis Monate zu reduzieren. Wenn Sprays nicht ausreichen, können Ärztinnen und Ärzte eine kurze Kur mit oralen Kortikosteroiden, eine Kochsalzspülung zur Unterstützung beim Entfernen von Schleim und Allergenen oder, in ausgewählten Fällen, Biologika erwägen, die gezielt bestimmte an der Polypenbildung beteiligte Entzündungswege beeinflussen. Diese medikamentösen Ansätze können Polypen bei vielen Patientinnen und Patienten verkleinern und Symptome verbessern, ganz ohne operativen Eingriff, und werden häufig auch nach einer Operation fortgeführt, um die zugrunde liegende Entzündung zu kontrollieren.
Wann wird eine Polypenentfernung zur Option?
Eine Polypektomie, die chirurgische Entfernung von Nasenpolypen, wird im Allgemeinen erwogen, wenn Polypen die Atmung erheblich behindern, nicht ausreichend auf die medikamentöse Therapie ansprechen oder wiederholt Nasennebenhöhlenentzündungen verursachen. Bei der endoskopischen Nasennebenhöhlenchirurgie können Chirurginnen und Chirurgen Polypen entfernen und blockierte Nasennebenhöhlen über Instrumente öffnen, die durch das Nasenloch eingeführt werden, ohne äußere Schnitte. Einige Ansätze der Weichgewebeablation nutzen kontrollierte thermische oder Radiofrequenzenergie, um bei diesen Eingriffen obstruierendes Gewebe zu verkleinern oder zu entfernen. Die Operation kann bei vielen Patientinnen und Patienten den Luftstrom durch die Nase und das Geruchsempfinden spürbar verbessern, gilt jedoch nicht als dauerhafte Heilung, da die Schleimhaut weiterhin für dieselben Entzündungsprozesse anfällig bleibt, die die ursprünglichen Polypen verursacht haben.
Warum kehren Nasenpolypen nach der Behandlung zurück?
Ein Rezidiv nach der Behandlung von Nasenpolypen, auch nach einer Polypektomie, wird häufig berichtet und hängt eher mit der anhaltenden zugrunde liegenden Entzündung als mit einer unvollständigen chirurgischen Entfernung zusammen. Patientinnen und Patienten mit Asthma, Aspirin-Exacerbated-Respiratory-Disease oder schwererer chronischer Rhinosinusitis weisen tendenziell höhere berichtete Rezidivraten auf. Deshalb wird eine fortlaufende medizinische Betreuung, etwa die weitere Anwendung von Nasensteroiden und regelmäßige Kontrolluntersuchungen, üblicherweise auch nach einer erfolgreichen Operation empfohlen, und ein einzelner chirurgischer Eingriff wird nicht als dauerhafte Beseitigung der Erkrankung dargestellt.
Wie entscheiden Ärztinnen und Ärzte über einen Behandlungsplan?
Da Nasenpolypen in Schweregrad, Begleiterkrankungen und Ansprechen auf vorherige Behandlungen variieren, entscheidet ein qualifizierter Arzt individuell über den geeigneten Plan für jede Patientin bzw. jeden Patienten. Berücksichtigte Faktoren sind Größe und Lage der Polypen, Ansprechen auf vorherige Behandlungen, begleitendes Asthma oder allergische Erkrankungen sowie die Präferenz der Patientin bzw. des Patienten hinsichtlich fortlaufender medikamentöser Therapie versus operativem Eingriff. Viele Patientinnen und Patienten benötigen eine Kombination von Ansätzen, die über die Zeit aufrechterhalten wird, statt eines einmaligen Behandlungsschritts.
Kehren Nasenpolypen nach einer Operation definitiv zurück?
Ein Rezidiv wird häufig berichtet, insbesondere bei Patientinnen und Patienten mit Asthma oder Aspirinunverträglichkeit, tritt jedoch nicht bei jeder Person auf, und der zeitliche Verlauf variiert stark. Eine fortgesetzte medikamentöse Therapie nach der Operation wird im Allgemeinen eingesetzt, um die Wahrscheinlichkeit und Schwere eines Rezidivs zu verringern.
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