Ein Angiogramm kann zeigen, dass eine Koronararterie verengt ist, es kann jedoch nicht immer die klinisch wichtigere Frage beantworten, ob diese Verengung dem Herzmuskel tatsächlich Blutfluss vorenthält. Die fraktionelle Flussreserve, gebräuchlich mit FFR abgekürzt, und das Instantaneous Wave-Free Ratio, gebräuchlich mit iFR abgekürzt, sind druckdrahtbasierte physiologische Tests, die genau zur Beantwortung dieser Frage während der Koronarangiografie entwickelt wurden. Statt sich ausschließlich auf den visuellen, angiografischen Verengungsgrad zu stützen, messen diese Tests Druckunterschiede über eine Stenose hinweg, um zu bestimmen, ob sie funktionell relevant ist – also wahrscheinlich Ischämie oder eine verringerte Durchblutung des Herzmuskels verursacht. Das Verständnis des allgemeinen Zwecks von FFR und iFR verdeutlicht, warum ein Kardiologe während oder nach einem diagnostischen Angiogramm einen dieser Tests empfehlen könnte.
Was ist die fraktionelle Flussreserve, und wie wird sie gemessen?
Die fraktionelle Flussreserve ist eine physiologische Messung, die durch Vorschieben eines speziellen Druckdrahts über eine Koronarstenose hinweg gewonnen wird und den Druck stromabwärts der Verengung mit dem Druck stromaufwärts vergleicht, im Allgemeinen auf Höhe der Aorta. Ein zentrales Merkmal der FFR ist, dass sie während eines Zustands maximaler Hyperämie gemessen wird, das heißt maximalem Blutfluss durch die Koronararterie, der typischerweise pharmakologisch mittels eines während des Tests verabreichten hyperämie-induzierenden Wirkstoffs herbeigeführt wird. Der resultierende Wert liefert Ärzten eine physiologische Auswertung, wie stark die Stenose den Fluss unter Bedingungen maximaler Belastung einschränkt, und bietet Informationen, die eine rein visuelle Beurteilung des Angiogramms allein nicht liefern kann. Spezifische numerische Schwellenwerte zur Interpretation von FFR-Ergebnissen sind in klinischen Leitlinien festgelegt und werden vom behandelnden Arzt anhand des individuellen klinischen Kontexts des Patienten angewendet.
Was ist iFR, und wie unterscheidet es sich von FFR?
Das Instantaneous Wave-Free Ratio ist eine weitere druckdrahtbasierte physiologische Messung zur Beurteilung der funktionellen Relevanz einer Koronarstenose, unterscheidet sich jedoch in einem wesentlichen Punkt von FFR: iFR wird gemessen, ohne dass eine pharmakologische Hyperämie-Induktion erforderlich ist. Stattdessen konzentriert sich die iFR-Analyse auf einen bestimmten Abschnitt des Herzzyklus, in dem der Koronarblutfluss relativ stabil und der Widerstand naturgemäß niedrig ist, was eine druckbasierte Beurteilung ohne Verabreichung eines hyperämie-induzierenden Wirkstoffs erlaubt. Diese Unterscheidung kann den Testablauf für Patient und Behandlungsteam etwas vereinfachen, da sie die medikamentenbezogenen Schritte im Zusammenhang mit der Hyperämie-Induktion entfallen lässt. Wie bei FFR werden auch die spezifischen numerischen Schwellenwerte zur Interpretation von iFR-Ergebnissen in klinischen Leitlinien festgelegt und vom behandelnden Arzt angewendet.
Warum verwenden Ärzte physiologische Testung statt Angiografie allein?
Die Angiografie zeigt den anatomischen Verengungsgrad einer Koronararterie, doch der Zusammenhang zwischen dem Erscheinungsbild einer Läsion und ihrem tatsächlichen physiologischen Verhalten ist nicht immer eindeutig. Eine in der Angiografie mäßig verengt erscheinende Läsion kann den Blutfluss stark genug einschränken, um eine Ischämie zu verursachen, oder auch nicht, und diese Unterscheidung hat bedeutsame Auswirkungen darauf, ob eine Stentimplantation voraussichtlich Nutzen bringt. Durch die Einbeziehung von FFR oder iFR in die diagnostische Abklärung gewinnen Ärzte zusätzliche physiologische Informationen, die helfen können, Entscheidungen darüber zu leiten, ob eine bestimmte Stenose eine Intervention mit einem Stent rechtfertigt oder generell mit medikamentöser Therapie allein behandelt werden kann. Dieser physiologiebasierte Ansatz wird im Allgemeinen als Ergänzung zu – nicht als Ersatz für – die anatomischen Informationen eingesetzt, die Angiografie und, sofern verfügbar, intravaskuläre Bildgebung liefern.
Koronare Interventionen zur Unterstützung physiologiegeleiteter Entscheidungen
Wenn eine physiologische Testung anzeigt, dass eine Stenose funktionell relevant ist, stammen die zu ihrer Behandlung eingesetzten interventionellen Werkzeuge, einschließlich Führungsdrähte, Führungskatheter, Ballons und Stents, aus demselben breiteren Werkzeugkasten für koronare Interventionen, der bei PCI-Verfahren generell verwendet wird. Eine Übersicht über die Produktangebote von INVAMED für koronare Herzkrankheit und kardiale Interventionen finden Sie auf der Kategorieseite koronare Herzkrankheit und kardiale Interventionen von INVAMED.
Bedeutet ein funktionell relevantes Ergebnis bei FFR oder iFR immer, dass ein Stent benötigt wird?
Nicht zwangsläufig. Ein funktionell relevantes Ergebnis liefert physiologische Belege dafür, dass eine Stenose den Blutfluss einschränken könnte, was ein wichtiger Faktor bei der Entscheidung ist, ob eine Stentimplantation voraussichtlich von Nutzen ist, doch die Gesamtbehandlungsentscheidung berücksichtigt auch die Symptome des Patienten, das klinische Gesamtbild und weitere Testbefunde. Ein qualifizierter interventioneller Kardiologe fügt all diese Informationen zusammen, bevor ein Behandlungsansatz empfohlen wird.
Geräteverfügbarkeit und Regulierungsstatus variieren je nach Land. Bitte wenden Sie sich an INVAMED oder Ihren autorisierten Händler vor Ort, um aktuelle Informationen zu den für Ihre Region geltenden Vorschriften zu erhalten.
