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Coronary Artery Disease & Cardiac InterventionsNovember 21, 2022INVAMED Medical Affairs

Medikamentenfreisetzende vs. unbeschichtete Stents: Ein Wandel in der Kardiologie

Ein ausgewogener Vergleich zwischen medikamentenfreisetzenden und unbeschichteten Stents – Restenosereduktion, Dauer der Thrombozytenaggregationshemmung und Entwicklung der Stenttechnologie.

Nur wenige Entwicklungen haben die interventionelle Kardiologie so grundlegend verändert wie der Wandel von unbeschichteten Stents zu medikamentenfreisetzenden Stents. Das Verständnis der Unterschiede zwischen medikamentenfreisetzendem Stent und unbeschichtetem Stent geht weniger darum, einen der beiden pauschal als überlegen zu erklären, sondern vielmehr darum, zu erkennen, welches Problem die medikamentenfreisetzende Technologie lösen sollte – und wo unbeschichtete Stents in der heutigen Praxis noch ihren Platz haben.

Was ist ein unbeschichteter Metallstent?

Ein unbeschichteter Metallstent (BMS) ist ein Metallgeflecht-Gerüst, meist aus Edelstahl oder einer Kobalt-Chrom-Legierung, das eine Herzkranzarterie nach einer Angioplastie ohne jegliche Medikamentenbeschichtung offen hält. Unbeschichtete Stents waren die erste in der interventionellen Kardiologie breit eingesetzte Stenttechnologie und stellten gegenüber der alleinigen Ballonangioplastie einen bedeutenden Fortschritt dar, da sie durch mechanische Abstützung das akute Zurückfedern des Gefäßes und den abrupten Verschluss reduzierten. Ihre wesentliche Einschränkung, die mit zunehmendem Einsatz erkannt wurde, war eine vergleichsweise höhere Rate an In-Stent-Restenose, verursacht durch intimale Hyperplasie – die körpereigene Heilungsreaktion des Gefäßes, die über das Ziel hinausschießt und das behandelte Segment erneut verengt.

Was leistet ein medikamentenfreisetzender Stent zusätzlich?

Ein medikamentenfreisetzender Stent (DES) verwendet dasselbe grundlegende Metallgerüst-Konzept, ergänzt es jedoch um eine Beschichtung, die über einen bestimmten Zeitraum ein antiproliferatives Medikament – häufig Sirolimus oder verwandte Wirkstoffe – direkt in die Gefäßwand abgibt und dabei gezielt die glatte Muskelzellproliferation angreift, die für die Restenose verantwortlich ist. Diese lokale Medikamentenabgabe soll die Häufigkeit von In-Stent-Restenosen im Vergleich zu unbeschichteten Stents wesentlich reduzieren, weshalb der DES nach seiner Einführung und den nachfolgenden Verfeinerungsgenerationen zur dominierenden Stentwahl bei den meisten koronaren Eingriffen wurde.

Der Kompromiss bei der Thrombozytenaggregationshemmung

Da eine medikamentenfreisetzende Beschichtung den normalen Heilungsprozess verlangsamen kann, bei dem die Gefäßwand vollständig mit Endothelzellen bedeckt wird, ist die Implantation eines DES im Allgemeinen mit einer längeren empfohlenen Dauer der dualen Thrombozytenaggregationshemmung (DAPT) verbunden als bei unbeschichteten Stents, um das Risiko einer Stentthrombose während der Endothelialisierung zu verringern. Unbeschichtete Stents endothelialisieren typischerweise schneller und waren historisch mit kürzeren empfohlenen DAPT-Verläufen verbunden, weshalb BMS zeitweise noch bei Patienten mit erhöhtem Blutungsrisiko oder einem absehbaren Bedarf an einer Operation, die eine Unterbrechung der Thrombozytenaggregationshemmung kurz nach der Stentimplantation erfordert, in Betracht gezogen wurden.

Warum unbeschichtete Stents heute seltener eingesetzt werden

Mit der Weiterentwicklung der DES-Technologie über aufeinanderfolgende Generationen – dünnere Streben, besser biokompatible oder biologisch abbaubare Polymere und verfeinerte Kinetik der Medikamentenfreisetzung – hat sich die ursprüngliche Sorge über eine verlängerte DAPT und eine verzögerte Heilung erheblich relativiert, und viele aktuelle DAPT-Leitlinien empfehlen mittlerweile bei einem breiten Patientenspektrum ähnliche Behandlungsdauern unabhängig vom Stenttyp. Diese Annäherung hat BMS in der heutigen Praxis zu einer vergleichsweise seltenen Wahl gemacht, obwohl sie weiterhin verfügbar sind und in ausgewählten Fällen, etwa bei bestimmten Blutungsrisikoprofilen, nach Ermessen des behandelnden Kardiologen noch in Betracht gezogen werden können.

Wie die Entscheidung heute tatsächlich getroffen wird

Die Wahl zwischen DES und BMS – in den seltenen Fällen, in denen BMS noch in Betracht gezogen wird – hängt von individuellen Faktoren ab: Blutungsrisiko, erwartete Therapietreue bei der Thrombozytenaggregationshemmung, bevorstehende operative Eingriffe sowie Gefäß- oder Läsionsmerkmale. Ein qualifizierter Arzt bzw. eine qualifizierte Ärztin wägt diese Faktoren gegen aktuelle klinische Leitlinien ab, da keiner der beiden Stenttypen für alle Patienten grundsätzlich vorzuziehen ist – die Entscheidung besteht darin, die Geräteeigenschaften auf die individuellen klinischen Gegebenheiten abzustimmen.

Der ATLAS DES Koronarstent von INVAMED

INVAMED stellt das ATLAS Drug Eluting Coronary Stent System her, eine Kobalt-Chrom-Plattform, die zur Reduktion der Restenose bei koronarer Herzkrankheit entwickelt wurde. Laut Herstellerangaben verfügt der Stent über eine Sirolimus-Beschichtung mit 1 µg/mm² auf einer dünnstrebigen, 60 µm starken Kobalt-Chrom-L605-Legierungsplattform, mit einem Nominaldruck von 9–10 atm und einem Berstdruck von 14–16 atm. Details finden Sie auf der Produktseite des ATLAS Coronary Stent Systems. INVAMED führt in seinem Portfolio zudem eine Edelstahl-Koronarstent-Plattform; Verfügbarkeit und spezifische Indikationen beider Plattformen variieren je nach Land, weshalb stets die Gebrauchsanweisung (IFU) zu konsultieren ist. Das vollständige Stent-Portfolio finden Sie in der Produktkategorie für koronare Herzkrankheit.

Ist ein Stenttyp einfach „besser" als der andere?

Keiner der beiden Stenttypen ist grundsätzlich überlegen; medikamentenfreisetzende Stents zeigen bei den meisten Patienten in der Regel niedrigere Restenoseraten, während unbeschichtete Stents in bestimmten Situationen mit erhöhtem Blutungsrisiko oder einer absehbaren Unterbrechung der Thrombozytenaggregationshemmung weiterhin in Betracht gezogen werden können. Die geeignete Wahl hängt von den individuellen klinischen Umständen ab, die vom behandelnden Arzt bzw. der behandelnden Ärztin bestimmt werden.


Geräteverfügbarkeit und Regulierungsstatus variieren je nach Land. Bitte wenden Sie sich an INVAMED oder Ihren autorisierten Händler vor Ort, um aktuelle Informationen zu den für Ihre Region geltenden Vorschriften zu erhalten.

Geprüft von: INVAMED Medical Affairs

Dieser Inhalt dient der Fortbildung von medizinischem Fachpersonal und stellt keine medizinische Beratung dar. Beachten Sie stets die klinischen Leitlinien und die Gebrauchsanweisung.

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