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Coronary Artery Disease & Cardiac InterventionsAugust 24, 2022INVAMED Medical Affairs

Brustschmerzen nach einem Stent: Mögliche Ursachen erklärt

Brustschmerzen nach Stentimplantation können mehrere Ursachen haben, von normaler Heilung bis zu ernsteren Erkrankungen. Erfahren Sie, worauf zu achten ist.

Brustschmerzen nach einer Stentimplantation zu erleben, kann beunruhigend sein, besonders für Patienten, die erwartet hatten, dass der Eingriff ihre Symptome vollständig beseitigt. Tatsächlich können in den Tagen nach einer perkutanen Koronarintervention (PCI) gewisse Brustbeschwerden ein normaler, zu erwartender Teil der Heilung sein, sie können aber gelegentlich auch auf etwas hinweisen, das rasch ärztlich abgeklärt werden muss. Wer die Bandbreite möglicher Ursachen kennt, kann als Patient oder Angehöriger besser einschätzen, welche Fragen zu stellen sind und wann umgehend Hilfe gesucht werden sollte.

Warum können nach dem Eingriff gewisse Beschwerden zu erwarten sein?

Bei der Stentimplantation wird das Gerät innerhalb der Arterie entfaltet, um deren Innendurchmesser wiederherzustellen, und diese Entfaltung dehnt die Gefäßwand. Manche Patienten berichten von leichten, vorübergehenden Brustbeschwerden in den Stunden bis Tagen nach dem Eingriff, die mitunter diesem Dehnungseffekt auf die Arterie zugeschrieben werden. Zudem können kleinere Blutergüsse, Wundgefühl oder Druckempfindlichkeit an der Katheterzugangsstelle – ob am Handgelenk oder in der Leiste – mitunter als Brust- oder Oberkörperbeschwerden wahrgenommen werden, besonders beim Handgelenkzugang, wo Beschwerden gelegentlich ausstrahlen können. Diese Art postprozeduraler Beschwerden ist in der Regel mild und bessert sich meist innerhalb kurzer Zeit, doch jede Beschwerde sollte dennoch mit dem Behandlungsteam besprochen und nicht einfach als harmlos angenommen werden.

Was sind bedenklichere Ursachen für Brustschmerzen nach einem Stent?

Nicht jeder Brustschmerz nach einer Stentprozedur spiegelt eine normale Heilung wider. Eine In-Stent-Restenose, eine allmähliche erneute Verengung des behandelten Arteriensegments durch Gewebewachstum, kann wiederkehrende anginaähnliche Symptome verursachen, entwickelt sich jedoch typischerweise über einen längeren Zeitraum von Wochen bis Monaten und nicht unmittelbar nach dem Eingriff. Die Stentthrombose, ein selteneres, aber dringlicheres Ereignis mit Gerinnselbildung an der Stentstelle, kann plötzliche und starke Brustschmerzen verursachen und erfordert eine notfallmäßige Abklärung. Brustschmerzen können auch von Ursachen herrühren, die nichts mit dem Stent selbst zu tun haben, etwa Angina durch Erkrankungen in anderen Koronarsegmenten oder nicht-kardiale Ursachen wie muskuloskelettale Beschwerden. Da sich diese Möglichkeiten von zu Hause aus nicht unterscheiden lassen, ist bei jedem neuen Brustschmerz eine fachärztliche Abklärung erforderlich.

Wie können Patienten den Unterschied erkennen?

Von Patienten wird nicht erwartet, die Ursache von Brustschmerzen selbst zu diagnostizieren, und ein solcher Versuch ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Dennoch lohnt es sich generell, bestimmte Muster zu beachten und dem Arzt zu berichten: ob die Beschwerden mild sind und sich bessern oder stark sind und sich verschlimmern, ob sie nur bei Belastung oder auch in Ruhe auftreten und ob sie von weiteren Symptomen wie Atemnot, Schweißausbrüchen, Übelkeit oder Schwindel begleitet werden. Diese Informationen dem Behandlungsteam mitzuteilen hilft dabei, festzulegen, welche weiteren Untersuchungen gegebenenfalls angemessen sind.

Wann sollte umgehend ärztliche Hilfe gesucht werden?

Bestimmte Symptome erfordern dringende Aufmerksamkeit, statt auf einen geplanten Nachsorgetermin zu warten. Dazu gehören neue oder sich verschlimmernde Brustschmerzen, Brustschmerzen in Ruhe oder solche, die einen Patienten aus dem Schlaf wecken, Brustschmerzen begleitet von Atemnot, Schweißausbrüchen, Schwindel oder Ohnmacht sowie jeder Brustschmerz, der sich anders oder stärker anfühlt als frühere Episoden. In jeder dieser Situationen sollten Patienten umgehend ärztliche Hilfe suchen, statt abzuwarten, ob sich die Symptome von selbst bessern.

Die Bedeutung der Nachsorge

Geplante Nachsorgetermine nach einer Stentprozedur geben dem Behandlungsteam die Gelegenheit, die Heilung zu beurteilen, die Medikamententreue zu überprüfen und etwaige Symptome strukturiert anzugehen. Patienten mit Brustbeschwerden, selbst wenn diese mild sind, wird generell empfohlen, diese bei solchen Terminen anzusprechen, statt anzunehmen, dass sie nicht damit zusammenhängen. Konsequente Nachsorge zusammen mit der Fortführung der verordneten Thrombozytenaggregationshemmer-Therapie unterstützt die langfristige Überwachung der gestenteten Arterie. Allgemeine Hintergrundinformationen zur bei der Behandlung koronarer Herzkrankheit eingesetzten Stenttechnologie finden Sie in der Kategorie koronare Herzkrankheit und kardiale Interventionen von INVAMED.

Bedeuten Brustschmerzen nach einem Stent, dass der Eingriff nicht funktioniert hat?

Nicht zwangsläufig. Brustschmerzen nach einem Stent können mehrere mögliche Erklärungen haben, darunter normale Heilung, unabhängige Ursachen oder, seltener, Restenose oder Gerinnselbildung an der Stentstelle. Ein Arzt kann die konkreten Symptome untersuchen und die zugrunde liegende Ursache bestimmen, statt ein Versagen des Eingriffs anzunehmen.


Geräteverfügbarkeit und Regulierungsstatus variieren je nach Land. Bitte wenden Sie sich an INVAMED oder Ihren autorisierten Händler vor Ort, um aktuelle Informationen zu den für Ihre Region geltenden Vorschriften zu erhalten.

Geprüft von: INVAMED Medical Affairs

Dieser Inhalt dient der Fortbildung von medizinischem Fachpersonal und stellt keine medizinische Beratung dar. Beachten Sie stets die klinischen Leitlinien und die Gebrauchsanweisung.

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