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Peripheral Arterial Disease (PAD)August 20, 2023INVAMED Medical Affairs

Der Knöchel-Arm-Index: Der wichtigste Erstuntersuchungstest bei pAVK

Wie der Knöchel-Arm-Index-Test funktioniert, was der resultierende Quotient bedeutet und warum ergänzend mitunter eine Zehendruckmessung erfolgt.

Noch vor jeder bildgebenden Untersuchung, jedem Katheterverfahren oder jeder Facharztüberweisung beginnt die Abklärung der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) meist mit einem einfachen, nicht-invasiven Vergleich der Blutdruckwerte an Knöchel und Arm. Dieser Test, der Knöchel-Arm-Index (ABI, englisch „ankle-brachial index"), ist seit Jahrzehnten das Erstuntersuchungsinstrument bei pAVK – gerade weil er schnell, kostengünstig und bei einem breiten Spektrum von Patientinnen und Patienten hinreichend zuverlässig ist.

Wie wird der ABI tatsächlich gemessen?

Der Test verwendet eine übliche Blutdruckmanschette sowie ein tragbares Doppler-Ultraschallgerät. Der systolische Blutdruck wird an beiden Armen (üblicherweise an der A. brachialis) und an beiden Knöcheln (üblicherweise an der A. tibialis posterior und der A. dorsalis pedis) gemessen, wobei die Doppler-Sonde die Rückkehr des Blutflusssignals beim Ablassen der Manschette erfasst. Der ABI wird anschließend berechnet, indem der höhere Knöcheldruck jedes Beins durch den höheren der beiden Armdruckwerte geteilt wird – das Ergebnis ist ein Quotient, keine absolute Zahl.

Was bedeutet der ABI-Quotient?

Bei einer Person ohne wesentliche arterielle Erkrankung ist der Knöcheldruck typischerweise gleich hoch wie der Armdruck oder geringfügig höher, da Schwerkraft und die Art, wie sich der Blutdruck durch gesunde, ungehinderte Arterien fortpflanzt, den Druck am Knöchel nicht wesentlich verringern. Ein ABI im annähernd normalen Bereich spricht für einen ausreichenden arteriellen Fluss, während zunehmend niedrigere Quotienten auf einen zunehmenden Grad der arteriellen Verengung hindeuten, da eine vorgeschaltete Stenose oder ein Verschluss den Druck reduziert, der den Knöchel erreicht. Sehr niedrige Quotienten werden im Allgemeinen mit schwererer Erkrankung in Verbindung gebracht und korrelieren mitunter mit Symptomen wie Ruheschmerz; die genauen numerischen Schwellenwerte und ihre klinische Interpretation werden jedoch vom behandelnden Arzt bzw. der behandelnden Ärztin im breiteren klinischen Kontext angewendet.

Warum der ABI bei manchen Patientinnen und Patienten irreführend sein kann

Der ABI beruht auf der Annahme, dass die Manschette die Arterie bis zu einem messbaren Druckpunkt komprimieren kann. Bei Patientinnen und Patienten mit stark verkalkten, schlecht komprimierbaren Arterien – ein Muster, das besonders häufig bei Diabetes und chronischer Nierenerkrankung auftritt – kann das Gefäß der Kompression vollständig widerstehen, was zu einem abnorm hohen oder „inkompressiblen" Messwert führt, der den tatsächlichen Schweregrad der zugrunde liegenden Erkrankung nicht widerspiegelt. Dies ist eine der klinisch bedeutsamsten Einschränkungen des Tests, da er sowohl Patientin bzw. Patient als auch Ärztin bzw. Arzt gerade bei der für pAVK am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppe fälschlich Sicherheit vermitteln kann.

Die Zehendruckmessung als ergänzendes Instrument

Da die kleinen Arterien der Zehen weniger anfällig für die mediale Verkalkung sind, die größere Beinarterien betrifft, kann die Zehendruckmessung – mittels einer kleinen, am Zeh angebrachten Manschette in Kombination mit einem photoplethysmographischen Sensor – eine zuverlässigere Beurteilung der distalen Perfusion liefern, wenn ABI-Ergebnisse uneindeutig oder inkompressibel sind. Ein Zehen-Arm-Index wird ähnlich wie der ABI berechnet und wird insbesondere bei Diabetespatientinnen und -patienten oder in Fällen eingesetzt, in denen eine arterielle Verkalkung die Genauigkeit des standardmäßigen ABI beeinträchtigen könnte.

Was geschieht nach einem auffälligen ABI-Ergebnis?

Ein auffälliges oder grenzwertiges ABI-Ergebnis führt in der Regel zu einer weiteren Abklärung und nicht unmittelbar zu einer Behandlungsentscheidung. Dies kann eine Belastungs-ABI-Messung umfassen (um eine Erkrankung aufzudecken, die nur unter Belastung erkennbar wird), eine Duplexsonographie zur Lokalisierung spezifischer Verengungen oder eine weiterführende Bildgebung wie eine CT-Angiographie. Ist letztlich eine Revaskularisation angezeigt, hängt das konkrete Vorgehen – Angioplastie, Atherektomie oder Stenting mit Geräten wie jenen aus INVAMEDs Produktkategorie periphere arterielle Verschlusskrankheit – von Lokalisation und Schweregrad der Läsion ab, wie sie im Rahmen dieser umfassenderen Abklärung ermittelt werden, und nicht allein vom ABI-Wert.

Die Rolle des ABI im Zusammenspiel mit Symptomen

Der ABI wird im Allgemeinen gemeinsam mit den berichteten Symptomen und den Befunden der körperlichen Untersuchung, wie Pulsqualität und Hautveränderungen, interpretiert und nicht isoliert betrachtet. Eine Patientin oder ein Patient mit klassischen Claudicatio-Symptomen und eindeutig auffälligem ABI zeigt ein recht eindeutiges diagnostisches Bild, während asymptomatische Personen mit grenzwertigen Ergebnissen klinisches Urteilsvermögen hinsichtlich des Nutzens einer weiterführenden Testung erfordern.

Warum benötigen Diabetespatientinnen und -patienten mitunter zusätzliche Tests über den ABI hinaus?

Diabetespatientinnen und -patienten weisen häufiger verkalkte, schlecht komprimierbare Arterien auf, die fälschlich erhöhte ABI-Werte hervorrufen und den tatsächlichen Schweregrad der Erkrankung verschleiern können. Zehendruckmessung oder andere ergänzende Methoden werden in dieser Bevölkerungsgruppe häufig eingesetzt, um eine genauere Beurteilung der Perfusion zu erhalten.


Geräteverfügbarkeit und Regulierungsstatus variieren je nach Land. Bitte wenden Sie sich an INVAMED oder Ihren autorisierten Händler vor Ort, um aktuelle Informationen zu den für Ihre Region geltenden Vorschriften zu erhalten.

Geprüft von: INVAMED Medical Affairs

Dieser Inhalt dient der Fortbildung von medizinischem Fachpersonal und stellt keine medizinische Beratung dar. Beachten Sie stets die klinischen Leitlinien und die Gebrauchsanweisung.

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